Über mich

Eigentlich müsste hier ein klassischer Text über mich stehen.
Aber ganz ehrlich? Es gibt den Blog seit 2021.Genauso lange habe ich immer wieder versucht, solch einen Text zu verfassen.
Es klappt einfach nicht. Aber stets fühlte es sich so an als wolle ich mich selbst loben, mich wichtig machen oder anderweitig in den Vordergrund stellen. Ich weiß, dass das nicht stimmt. Mir liegt nichts ferner als so ein Verhalten. Das Gefühl war trotzdem da.

Dann geriet ich zufällig bei einer Artikelrecherche auf eine Seite wo dieses „Problem“ sehr geschickt gelöst wurde.
Die Person führte ein Interview mit sich selbst. Das kam mir deutlich einfacher vor.
Also habe ich mir einige Fragen überlegt: zum Blog, zu mir und wieso es eigentlich die „Wanderratte“ wurde.
Ich wünsche dir viel Spass!

Die Wanderratte – Mütze, Rucksack, draußen
„Wanderratte“ – Das klingt nicht nach einem typischen Namen für einen Outdoor-Blog. Wie kam es zu diesem Namen?

Der Name rührt in erster Linie daher, dass ich vor langer Zeit über viele Jahre Ratten als Haustiere gehalten habe und Ratten noch immer liebe. Sie sind so süß, clever, witzig und neugierig. Sie mussten einfach in den Namen vom Blog. Dann habe ich überlegt, was man mit Ratten assoziiert, was auch einen Bezug zum Draußensein und Unterwegssein hat. Da fiel mir ziemlich schnell die Wanderratte ein. So bezeichnet man ja nicht nur die Tiere, sondern auch eine Person, die gerne und viel unterwegs ist. Das trifft auf mich definitiv zu.

Immer auf der Suche nach den schönsten Orten
Du bist dann also eine typische Wanderratte auf zwei Beinen?

Ich würde von mir niemals behaupten, diese ganzen tollen Eigenschaften einer Ratte zu haben Dann hätte ich wieder das Problem wie mit den klassischen „Über mich“-Seiten. Neugierig bin ich aber auf jeden Fall! Ansonsten bin ich mir sehr sicher, dass einer Ratte gewisse Dinge niemals passieren würden, die mir unterwegs passieren. Eine Ratte würde sich bestimmt nicht verlaufen und käme mit Hindernissen wie Matschlöchern und querliegenden Bäumen deutlich besser zurecht. Überhaupt hätte sie ganz sicher für jedes Problem sofort eine smarte Lösung.

Wortwörtlich ein kleiner Traum von mir
Ratten genießen allgemein keinen guten Ruf. Wurde dir schon mal gesagt, dass der Name eher abschreckend wirkt?

Leider ja und ich muss gestehen, darauf wäre ich niemals gekommen! Es hat mich auch eine ganze Weile beschäftigt, obwohl ich es für Quatsch halte. Wie gesagt, Ratten sind kleine Überlebenskünstler. Sie sind schlau, sozial und neugierig auf alles. Ein Überlebenskünstler bin ich nicht, aber zumindest bin ich bisher mit allem klargekommen, was mir unterwegs untergekommen ist.  Man verläuft sich, hat die Regenjacke vergessen, legt sich auch mal auf die Nase. Alles schon erlebt und noch einiges mehr. Damit muss man zurechtkommen, wie eine Ratte auch. Und die hat bestimmt noch ganz andere Probleme. Ich weiß nicht, was daran abschreckend ist.

Klatschnass im Kanu – Stundenlang Regen, es floss überall rein und wieder raus
Matsch, verlaufen, Stürze…da fragt man sich schon, warum du dir sowas antust.

Das frage ich mich in solchen Momenten auch jedes Mal. Ich kann mich dann wirklich ernsthaft darüber ärgern. Insgesamt überwiegt aber ganz klar der Spass am Wandern, den SUP-Touren und Ausflügen. Eine halbe Stunde ärgern ändert daran zum Glück nichts. Es passiert ja auch nicht jedes Mal etwas. Aber es kommt vor. Das zeigen diese ganzen coolen Instagram-Wanderer nur nie, wenn sie in ihren teuren Outdoorklamotten durch die Alpen stiefeln. Im Wald stolpert man halt mal über einen Stein oder eine Wurzel. Und wer mit komoot unterwegs ist, der verläuft sich früher oder später sowieso. Oder steht auf einer Matschpiste. Ich wäre manchmal auch lieber ein solcher Instagram-Wanderer, aber das ist halt nicht die Realität wenn man bei Wind und Wetter draußen ist.

Man sollte viel häufiger einen Baum umarmen
Gab es einen bestimmten Moment, der dich zum Rausgehen und Wandern gebracht hat? Oder warst du schon immer davon begeistert?

Auf keinen Fall! Als Kind und Jugendliche habe ich Wandern gehasst. Ich erinnere mich noch, dass ich als Kind im Urlaub wegen eines Spaziergangs mal gesagt habe, der ganze Urlaub sei die reinste Folter. Als ich den Führerschein hatte stand fest, jeder Weg, der länger als mein Auto ist, der wird gefahren! Nur gereist bin ich schon immer super gerne und fand es überall besser als zuhause. Daran hat sich nichts geändert. Zum Wandern bin ich erst in der Coronazeit gekommen. Mehr als in die Natur zu gehen, durfte man ja irgendwann nicht mehr. Während Corona hatte ich zweimal ganz viel freie Zeit und nach ungefähr zwei Wochen die Sorge, zuhause auf der Couch zu „verwahrlosen“. Da habe ich mich daran erinnert, dass ich 2019 den Harzer Hexenstieg gewandert bin und wieviel Spass das gemacht hat. So fing es 2021 an.

Manchmal bin ich auch eine Wasserratte, so wie hier mit dem SUP auf der Tauber
Welche Bedeutung haben deine Wanderungen und Ausflüge für dich?

Sie sind die ideale Möglichkeit, rauszukommen und Neues zu endecken, ohne dafür auf Urlaub angewiesen zu sein. Ich wäre am liebsten immer unterwegs. Die Wanderungen im Speziellen sind aber auch pure Erholung. Nirgends ist es ruhiger als im Wald. Ich liebe Wälder, das Meer, die Berge, fremde Städte. Wenn man auf ein paar Dinge achtet, dann ist man oft sogar alleine unterwegs, selbst an Hotspots. Dann mag ich die Bewegung, denn dazu komme ich unter der Woche kaum. Mehr als Yoga am Abend schaffe ich selten. Vor allem aber ist es dieses „raus aus dem Alltag“. Ich habe seit zwei Jahren endlich normale Wochenenden mit zwei freien Tagen. Wenn ich da unterwegs bin, dann fühlt sich das richtig lang an, fast wie ein kleiner Urlaub. Montags auf der Arbeit ist es dann tatsächlich so als wäre ich länger weg gewesen.

Es war Dezember und um die 0 Grad
Wie findest oder planst du deine Wanderungen, Ausflüge usw?

Die meisten Wanderungen plane ich selbst und mit komoot. Ich überlege mir, in welche Richtung es gehen soll und schiebe die Karte dann so lange hin und her, bis ich eine Ecke finde, die interessant aussieht. Oder ich greife auf eine fertige komoot-Tour zurück und baue sie mir so um, wie es mir gefällt. Wenn mir das zu aufwendig ist, dann gibt es immer noch große, offizielle Wege, die man komplett oder in Etappen laufen kann. Inspirationen findet man viel und oft, wenn man sich so sehr mit dem Thema beschäftigt. Auf Instagram, auf Youtube und manchmal in den google-News. Der Algorithmus ist ja nicht blöd. Dann gibt es Foren, Facebookgruppen und wo immer man sowieso unterwegs ist: immer die Augen offen halten! Oft liegen Flyer aus oder es gibt Infotafeln. Außerdem führt in jeder neuen Stadt einer der ersten Wege in die Touri-Info. Das funktioniert bei Ausflügen und Museen ähnlich.

Immer im Einsatz für den Blog, auch im Ausland
Es gibt hunderte Outdoor- und Wanderseiten im Internet. Was denkst du, was die wanderratte davon unterscheidet?

Dass es bei mir nicht um höher, schneller, weiter geht, würde ich sagen. Mit einer Tour auf den Everest kann ich genauso wenig dienen wie mit einem Thru-Hike auf dem PCT oder dem Jakobsweg. Ich war mit dem SUP noch nie auf dem Ozean und suche bei Ausrüstung immer erst nach einer günstigen Variante. Es scheint auch längst nicht auf jedem Foto die Sonne. Jedes Mal in der Nachbarbeitung den Himmel austauschen, dazu habe ich keine Lust. Deshalb denke ich, dass bei meinen Touren für jeden etwas dabei sein dürfte. Länger, kürzer, mit mehr oder weniger Höhenmetern, mit vielen oder wenigen Highlights. Für die Extremwanderer ist auch etwas dabei, Ausflugziele, Museen, je nachdem, wonach einem der Sinn steht. Quer durch alle Bundesländer und komplett realistisch.

Bei dem durchschnittlichen Wetter in Deutschland wandert es sich ganz prima mit Schirm!
Was machst du als erstes, wenn du von einer Wanderung zurück nach Hause kommst?

Als erstes raus aus den Schuhen und den Klamotten und rein in Jogginghose und Hoodie. So gehts dann auf die Couch, meistens mit einer Tasse Tee, weil ich den Großteil vom Jahr friere. Dann Youtube an und nebenbei die Fotos der Tour von der Kamera auf das Handy schieben und den Status bei Whatsapp füllen. Meine Familie weiß, dass ich an Sonntagen unterwegs bin. Als ich den Status mal vergessen hatte, wurde glatt gefragt, warum es an dem Tag keine Bilder gab. Später wird noch geduscht und dann ist der Tag eigentlich auch schon herum. Manchmal lande ich nach einer Tour aber auch einfach direkt bei Mäcces.

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