Durch das Dunetal bei Paderborn Neuenbeken

Auf diesen Weg bin ich durch einen Beitrag auf Facebook aufmerksam geworden. Es sollte dort nämlich etwas Spannendes zu entdecken geben: einen alten, schon in Gras und Sträuchern eingewachsenen und vergessenen Traktor. Den wollte ich suchen und gleichzeitig eine kleine Wanderung unternehmen.

Das Auto habe ich auf dem Wanderparkplatz an der Straße Dune abgestellt. Etwa 20 PKW finden dort Platz. Als ich um zehn Uhr morgens ankam, waren schon fast alle Plätze belegt. Früh dort sein, lohnt sich also. Auf drei Informationstafeln kann man sich über verschiedene Wanderstrecken schlau machen.
Für die Geocacher unter uns liegt hier GC9E6XE versteckt.
Es gibt mit dem Kleinen Viadukt auch gleich etwas Interessantes zu sehen.

Der Weg beginnt wunderbar flach und zum größten Teil bleibt er das auch. Was allerdings auch erhalten bleibt, ist der asphaltierte Untergrund. Er wechselt sich mit geschotterten Forstwegen ab. Auf Wiese oder Waldboden läuft man nur selten, leider. Dafür ist die Strecke gut beschildert. Man folgt entweder dem Viadukt Wanderweg oder dem Waldlehrpfad.

Das Dunetal hat mir landschaftlich sehr gut gefallen. Viel Wald, Weiden, Wiesen und von vielen Stellen hat man einen großartigen Ausblick. Da der Weg wie erwähnt überwiegend flach verläuft, kann man das so richtig genießen.
Unterwegs kommt man nahe an einem Schießstand vorbei, der natürlich mit einem Zaun abgesperrt ist.
Laut einer Infotafel soll dort an Wochenenden nicht geschossen werden.
Ich habe aber eindeutig zwei Schüsse gehört, obwohl es Sonntag war.

Den vergessenen Traktor habe ich leider nicht gefunden. Es gibt hier zu viele Möglichkeiten, wo er im Gebüsch stehen könnte. Der Sache muss ich nochmal näher auf den Grund gehen.

Der erste Aufstieg führt über eine fast zugewachsene Treppe und ist durchaus knackig. Damit hatte ich nach dem entspannten Marsch gar nicht mehr gerechnet. Oben angekommen geht es flach weiter und es gibt auch ein paar Bänke für eine kurze Pause.

Wenig später, etwa nach 5 km, habe ich meine Pause eingelegt. Bis hierher war ich noch bester Dinge, habe gemütlich in der Sonne gesessen und mich auf den Rest der Tour gefreut. Vor allem auch, weil ich kaum anderen Leuten begegnet bin. Auf der ganzen Wanderung waren es vielleicht 10 Personen. Der nahegelegene Paderborner Höhenweg läuft dem Dunetal scheinbar ziemlich den Rang ab.

Auf den folgenden zwei Kilometern ändert die Landschaft sich. Man läuft an Feldern entlang und sieht zahlreiche Windräder. An einigen kommt man so nahe vorbei, dass man sie sich genauer anschauen kann, wenn man das möchte.

Kurz nach den Windrädern wurde die Wanderung zum ersten Mal abenteuerlich. In die Richtung, in die der Track auf meinem Handy verlief, gab es gar keinen Weg. Eventuell vor ein paar Jahren noch, heute nicht mehr. Ich bin vorsichtig am Feldrand entlang gegangen und dann in mannshohen Disteln und Brennnesseln einen Hang hochgestiegen um wieder auf einen Weg zu gelangen und meine Route einzuholen.
Oben angekommen habe ich nochmal eine Pause eingelegt, ehe es weiterging.

Noch immer begleiten einen hier die Windräder und Felder. Ich habe erschreckend viele Erntemaschinen bei der Arbeit gesehen. Wir hatten doch gar keinen richigen Sommer und auf den Feldern sieht es bereits nach Herbst aus.
Der Weg führt weiter zum Naturschutzgebiet Egge Nord und ein Stück hindurch.
Es kann allerdings passieren, dass man den Abzweig verpasst und daran vorbeiläuft. Das Naturschutzgebiet-Schild sieht man kaum noch, die rot-weiße Schranke ist mittig durchgebrochen und ebenfalls kaum noch zu sehen. Also unbedingt den Track auf dem Handy im Blick behalten.

Im Naturschutzgebiet habe ich nicht fotografiert, weil ich dafür keine Hand frei hatte. Einen Weg gibt es hier nämlich ein ganzes Stück lang gar nicht. Einmal mehr kämpft man sich durch das Unterholz, ehe man endlich auf einem Trampelpfad landet. Beschilderung gibt es hier übrigens auch keine mehr!

Mitten im Naturschutzgebiet zweigt der Weg nach links ab und führt zurück auf einen breiten geschotterten Forstweg.
Von hier an kann man bereits wieder die Straße hören und auch die nahe Bahnstrecke, die über das kleine Viadukt verläuft. An einem Punkt gelangt man sehr nahe an die Schienen und mit etwas Geduld kann man Züge vorbeifahren sehen. Seit Jahren wollte ich einen RRX fotografieren, hier hat es geklappt.

RRX

Von nun an sind es nur noch ein paar Minuten bis man wieder am Parkplatz ankommt. Unterwegs hat man nochmal einige schöne Ausblicke hinüber zum Viadukt.

Der Gesamteindruck der rund 12 km langen Tour ist bei mir etwas durchwachsen. Landschaftlich ist sie ein Traum und bis auf den Anstieg über die Treppe ohne Anstrengung zu gehen. Ich habe kaum andere Leute getroffen, was mir auch sehr gefallen hat. Leider hat man unterwegs nur auf zwei kurzen Abschnitten Wiese und Waldboden unter den Schuhen, ansonsten Schotter und Asphalt. Außerdem kann man die beiden Abschnitte durch die Wildnis nicht als Wanderweg bezeichnen. Bei einem Geocache habe ich mit sowas kein Problem, bei Lost Places auch nicht, aber auf einer Wanderung stört es mich. Das ist bestimmt nicht jedermanns Fall.

Informationen

  • Name: Durch das Dunetal Neuenbeken
  • Startpunkt: Wanderparkplatz an der Straße Dune
  • Länge: ca. 12 km
  • aussichtsreich
  • zum Großteil Schotter- und Asphaltwege, sehr wenige Wald- und Wiesenwege
  • auf zwei Abschnitten ist unbedingt festes Schuhwerk erforderlich
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