Rundweg durch das Hiller Torfmoor

Das Große Torfmoor liegt nahe der beiden Orte Hille und Lübbecke. Es ist ca. 467 ha groß und eines der wichtigsten Hochmoore in Nordrheinwestfalen.
Ich war schon einige Male hier, aber nie im Sommer. Außerdem bin ich immer nur das Stück von einem Parkplatz bis zu einem Aussichtsturm gegangen, aber nie eine richtige Runde.
Insgesamt gibt es vier verschiedene Rundwege, die zwischen 3 km und 7 km lang sind.
Ich hatte mich für die größte Runde entschieden, die laut komoot knapp 10 km haben sollte. Das liegt aber vor allem daran, dass die Strecke zwischen Parkplatz und Einstieg / Ende in die Runde bereits einen guten Kilometer lang ist.
Geparkt habe ich auf dem Parkplatz P4 Geestmoordamm, in der Nähe des Nordturms. Dort finden ca. 20 PKWs Platz, wenn jeder vernünftig sein Auto abstellt. Bisher habe ich hier immer einen Platz gefunden. Vermutlich, weil nicht jeder 2 km zusätzlich laufen möchte…
Für die Geocacher liegt in unmittelbarere Nähe GC7Z7YF

Die Runde trägt auf komoot den Zusatz “Holzbohlenweg”. Dass es im Hiller Moor solche Wege gibt, wusste ich. Gesehen hatte ich bislang aber nur einen, also dachte ich, es müsse dort noch viele mehr geben. Die wollte ich mir also ansehen. Gleich am Nordturm findet man bereits den ersten Holzbohlenweg, der im Halbrund angelegt ist. Eine kleine, lohnenswerte Schleife zusätzlich zur geplanten Tour. Am Nordturm war es bei meinem Besuch ohnehin recht voll, daher habe ich mich von dort ferngehalten.

Hier am Start habe ich mich entschieden, den Weg gegen den Uhrzeigersinn zu gehen. Einfach, weil auf der Karte die nächste “Wasserstelle” in dieser Richtung sehr nahe lag. Ich bin der Meinung, dass Wasser (genau wie Berge) jede Landschaft aufwertet, daher liegt meine Priorität oft bei solchen Orten. Außerdem verbinde ich mit “Moor” einfach auch “Wasser”.

Der Weg verläuft auch weiter an einzelnen Teichen und Tümpeln vorbei und führt schließlich zur Matschkuhle. Es soll bei sommerlichen Temperaturen angenehm kühlend sein, darin eine Runde zu drehen. Eine Wasserpumpe um die Füße wieder abzuspülen, gibt es ebenfalls. Wer also eine solche Matschrunde plant, sollte an ein Handtuch denken.

Hier habe eine kurze Pause eingelegt, von einer Matschpartie allerdings abgesehen. Kurz nach dem Matschbecken bin ich irgendwie vom Kurs abgekommen und einen zusätzlichen Bogen gelaufen, der leider direkt an einem weiteren Parkplatz vorbeiführte. Das muss man sagen: sobald ein Parkplatz in der Nähe ist, wird es voll auf dem Weg. Danach verläuft sich das glücklicherweise.

Wasser gibt es von nun an erstmal nicht mehr zu sehen. Stattdessen läuft man an Wiesen vorbei, auf der anderen Seite vom Weg liegen Felder und eine große Schafweide gibt es auf diesem Stück ebenfalls. Die Tiere sind vom Weg recht weit weg, was ich einerseits gut finde, was mir andererseits aber ein wenig leid tat. Ich hätte die flauschigen Gesellen gern näher gesehen.

Im weiteren Verlauf wandert man durch eine beeindruckende Allee von Kopfweiden. Hier ist es zwar eher düster (sogar an solch einem sonnigen Tag wie dem, an dem ich dort war), aber schön und interessant ist es allemal. Es erinnert ein bisschen an die berühmten Dark Hedges in Nordirland, auch wenn es dort eine Allee von Buchen ist.

Der Weg führt zum Großteil über geschotterte, teilweise sogar asphaltierte Wege. Erst nach 3,5 km kommt ein Stück auf einem Wiesenweg, welches aber nur einen knappen halben Kilometer lang ist. Das fand ich sehr schade. Holzbohlenwege gibt es vier, soweit ich das in Erinnerung habe. Sie alle sind nicht sonderlich lang. Auch da hatte ich mir mehr versprochen, wie ich zugeben muss. Dafür ist der Weg komplett flach, was ein Pluspunkt ist.

Als Aussichtspunkt kann ich den Westturm empfehlen. Aus welchem Grund auch immer, war dort an diesem Tag gar nichts los. Also habe ich dort meine große Pause eingelegt und bin bis hoch auf die dritte Etage gestiegen. Es mag nicht der eindrucksvollste Ausblick über das Moor sein, mir gefällt er jedenfalls sehr gut. Ich mag diesen einzelnen Baum inmitten der sonst flachen Wiesenlandschaft.

Auf den letzen rund 2 Kilometern der Runde geht es zurück ans Wasser. Man läuft durch einen urigen Bruchwald und an mehreren kleinen Teichen und Tümpeln vorbei. Solche Landschaften mag ich sehr gerne. Es gibt hier Stellen, da kann man sich glatt vorstellen, dass jeden Moment ein Alligator aus dem Wasser kommt. Das ist in Deutschland natürlich völliger Quatsch. Die einzigen Tiere, die ich entecken konnte, waren Enten.

Danach ist man bereits fast am Ende der Runde angekommen. Noch einmal geht es über einen Holzbohlenweg und danach durch eine Wiesenlandschaft, wo gerade die Heide fließig blüht. Das “Ziel”, den Nordturm, hat man von hier aus bereits im Blick. Man sollte sich aber nicht täuschen lassen, er sieht näher aus als er zu diesem Zeitpunkt ist.

Am Nordturm angekommen war es leider immer noch sehr voll, obwohl es schon auf den Abend zuging. Vielleicht aber auch gerade deswegen. Der Sonnenuntergang muss von dort oben traumhaft anzuschauen sein. Also habe ich mir stattdessen die drei Infotafeln angesehen, die hier stehen und an denen ich zu Beginn der Runde vorbeispaziert bin.
Hier gibt es eine ganze Menge zu erfahren. Über die Geschichte des Moores, archäologische Funde wie zB die berühmte Moorleiche und die Tier- und Pflanzenwelt im Moor.

Wer das Moor übrigens interaktiv kennenlernen möchte, der kann sich die App “Lauschtour” herunterladen. Unter Anderen findet man hier die Tour “Wanderung durch das Große Torfmoor”. 25 Stationen hat diese Tour und an jedem Wegpunkt (markiert durch ein Schild) gibt es über die App eine kurze Info zur Station, sowie die weitere Wegführung. Die App ist kostenlos und bietet noch viele weitere Lauschtouren deutschlandweit, sowie in Belgien und Luxemburg.

Mein Fazit zu dieser Wanderung im Großen Torfmoor: eine landschaftlich sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung, die leider zum Großteil auf Schotter- und Asphaltwegen verläuft. Die Bohlenwege sind eher kurz. Dafür hat man keine Höhenmeter zu bewältigen, was natürlich ein unschlagbarer Pluspunkt ist. Speziell nahe der Parklätze wird es schnell voll.

Informationen

  • Name: Rundweg durch das Große Torfmoor
  • Startpunkt: Parkplatz P4, Geestmoordamm
  • Länge: ca. 10 km
  • fast ausschließlich Schotter- und Asphaltwege ohne Steigungen
  • weitere Informationen: Großes Torfmoor
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2 Gedanken zu “Rundweg durch das Hiller Torfmoor

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