Auf den Großen Feldberg im Taunus

Zumindest hier bei uns in der Region und auch in einem relativ weitem Umkreis ist das Wetter nunmehr seit Monaten eine absolute Vollkatastrophe. Die paar Sonnenstrahlen in der Zeit kann man bequem an einer Hand abzählen.
Deshalb ist es uns sehr schwer gefallen, der Wetter-App zu glauben, die für den 2. Weihnachtsfeiertag tatsächlich trockenes und teils sonniges Wetter ankündigte. Aber die Gelegenheit haben wir natürlich wahrgenommen.

Der Start- und Zielpunkt dieser rund 18 km langen Wanderung auf den Großen Feldberg im Taunus ist der Parkplatz Stadtmitte im Ort Königstein. Zwischen Weihnachten und Neujahr galt dort ein Sondertarif, weshalb der ganze Tag nur € 1,00 gekostet hat. Die Tarife sehen alltags leider deutlich anders aus.Da müsst ihr schauen, wo ihr das Auto abstellt.

Der Himmel trug so früh noch das sattsam bekannte Grau und an Sonne mochten wir noch immer nicht glauben. Die Route führt zunächst eine Weile durch den Ort und über den hübschen Marktplatz, ehe sie den Weg in Richtung Wald und Feldberg einschlägt.
Zunächst ist man auf wunderbar breiten Wanderwegen unterwegs. Der Feldberg ist so touristisch erschlossen, dass man den Massen hauptsächlich bequeme Wege bereitet hat.

Obwohl es also von Anfang an leicht bergauf geht, ist der Biltal Wasserfall sehr bald erreicht. Dank der unsäglichen Regenmassen war reichlich Wasser darin und das Schauspiel konnte sich sehen lassen. Gespeist wird der Wasserfall vom Rombach. Gegenüber der Stelle auf dem Foto oben stürzt der Wasserfall eine meterhohe Stufe hinab. Vom Weg aus würde ich speziell bei feuchter Witterung niemandem raten, sich dorthin auf den Weg zu machen. Eventuell ist es von unterhalb kommend leichter und ungefährlicher.

Wer auf einen Berg möchte, der kommt um einen Anstieg nicht herum. Das ist bei dieser Tour auf den Feldberg nicht anders. Eine wirklich lange Zeit hält es sich in sehr erträglichen Grenzen. Ein vorsichtiger Blick aufs Höhenprofil verheißt allerdings wenig Gutes.
Es gibt womöglich Wege, die weiterhin eher gemütlich auf den Berg führen, wir sind jedoch in der Feldbergschneise weitergewandert.
Die ist wunderschön, aber auch steinig und geröllig und vor allem knackig steil. Zum Glück kam endlich die Sonne heraus. Mit Sonne bin ich immer deutlich entspannter.

Endlich oben angekommen wandert man ein Stück an der Straße entlang, die zum Gipfel führt. Man kann also auch mit dem Auto auf den Feldberg fahren. Man fragt sich an solchen Stellen ja doch das eine oder andere Mal, wieso man sich zu Fuß an solche Orte müht. Es könnte so einfach sein. Aber einfach kann halt jeder. Oben wehte ein ganz ordentliches und vor allem sehr frisches Lüftchen. Warm war es trotz der Sonne überhaupt nicht. Also sind wir am Kiosk eingekehrt, nachdem wir uns am Gipfelkreuz ins Gipfelbuch eingetragen hatten. Selbst bei Pommes und heßem Kakao wollte es nicht richtig warm werden.

Mit 879,5 m ist der Große Feldberg der zweithöchste Berg Hessens, direkt hinter der Wasserkuppe mit ihren 950 m. Auf die sind wir auch schon gewandert, wie ihr hier lesen könnt: Die Wasserkuppe – Berg der Flieger
Auf dem Feldberg gibt es neben dem Kiosk natürlich noch anderes zu entdecken. Eine Falknerei ist dort ansässig, es gibt ein Restaurant, einen Aussichtsturm und natürlich den Fernmeldeturm selbst. Für mich als Türme-Fan ein kleines Paradies.
Nach dem nur mäßig wärmenden Snack führte uns die Strecke noch zum Brunhildisfelsen. Der Felsen ist imposant und die Aussicht großartig, beides war aber leider aufgrund von Menschenmengen nicht vernünftig auf ein Foto zu bekommen.

Anschließend startet man in den Rückweg und der ist -das muss man ehrlich sagen- sehr lange unspektakulär. Immerhin ist es nun wieder eine Wanderautobahn, die zügig bergab führt. So kann man leicht Zeit aufholen, die man in der Feldbergschneise mit Schimpfen, Keuchen und Pausen verplempert hat. Ich hatte auf dem Stück sowieso die denkbar schlechteste Laune, weil meine Uhr die Route auf dem Gipfel automatisch zwischengepeichert hatte. Fortsetzen ließ die Aufzeichnung sich nicht, weshalb der verlinkte Track aus zwei Tracks zusammengesetzt ist. So gelaunt ist mir alles egal, selbst ein eintöniger Weg.

Zwei Abstecher liegen noch an der Strecke. Die Ruine Burg Falkenstein und der sogenannte Dettweiler Tempel, er mehr ein Pavillon ist. Der Weg dorthin macht Spass und der Ausblick vom “Tempel” ist absolut sehenswert. Alleine dürfte man dort allerdings auch nur selten sein. Aber wer sich zum Feldberg aufmacht und einsame Wege und Orte erwartet, der marschiert vermutlich am besten bei strömendem Regen los. Ich denke, anders bekommt man das unmöglich hin.

Hat man sich an dem Ausblick sattgesehen, geht es endgültig in den Endspurt der Tour und in Richtung Ort. Dort durchwandert man noch einen kleinen Park und gelangt schließlich zurück ins Zentrum und wenig später zum Parkplatz.

Diese Tour auf den Großen Feldberg ist in Sachen Anstieg durchaus knackig, alles andere wäre gelogen. Sie ist aber auch sehr schön und deshalb kann man das ruhig mal machen. Auf dem Gipfel ist so einiges los, womit man sich (mehr oder weniger kostspielig) die Zeit vertreiben kann. Außerdem gibt es ein waschechtes Gipfelkreuz mit Gipfelbuch. Dazu noch der geniale Ausblick, wenn man eine Lücke im Getümmel erwischt. Der Rückweg ist lange unspektakulär, aber die Ruine Burg Falkenstein und der Blick vom Dettweiler Tempel sind beide nochmal ein Highlight vor Ende der Tour.

Informationen (Stand 12 / 2023)

Name: Der Berg ruft! – Auf den Feldberg im Taunus (GPX)
Start– / Zielpunkt: Parkplatz Königstein
Länge: ca. 18,2 km
Wander-, Wald- und Wiesenwege

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