Der letzte Artikel dieser Reihe liegt nun schon eine ganze Weile zurück, aber heute geht es endlich weiter.
Wir widmen uns dem vorletzten der „großen“ Gegenstände, die einen Platz im / am Rucksack brauchen: der Isomatte.
Dazu im Vorfeld die Erinerung: Ultraleicht ist -Stand jetzt- nicht mein Ziel! Es geht bei der Mission darum, Gewicht beim Rucksack und seinem Inhalt einzusparen um das Tragen für mich einfacher zu machen.
Hier habe ich bereits erläutert, wieso ich uA bei der Isomatte wenig bis gar nicht auf das Gewicht achte.
Genau wie beim Schlafsack geht es mir bei der Isomatte um das Packmaß und darum, sie sowohl im Zelt, als auch in der Hängematte und im Auto nutzen zu können.
Wer sich nach einer neuen Isomatte umschaut, der wird schnell auf den berühmten R-Wert stoßen.
Der R-Wert, theoretisch
Das „R“ steht für „Resistance“, also für „Widerstand“. Genau genommen für den „Wärmedurchgangswiderstand„., was nicht nur sperrig, sondern auch kompliziert klingt. Sehr vereinfacht gesagt, gibt der R-Wert an, wie gut eine Isomatte gegen Kälte isoliert (bis zu welcher Temperatur). Je höher der Wert, desto besser isoliert die Isomatte.
Der R-Wert ist nicht zu verallgemeinern! Wie warm es der Schläfer darauf findet, das hängt zB auch vom Untergrund ab. Zudem geht die Messung von durchschnittlich kälteempfindlichen Personen aus. Wer wie ich eine echte Frostbeule ist, der wählt am besten eine Matte mit einem höheren R-Wert. Sicher ist sicher.
R-Wert 1 – bis +7 C°
R-Wert 2 – bis +2C°
R-Wert 3 – bis -5C°
R-Wert 4 – bis -11C°
R-Wert 5 – bis -17C°

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Frierpitter
Ich bin ein echter Frierpitter. Ich friere super schnnell. Kälte ist mein absoluter Endgegner. Darum stand bei dieser Mission fest: was die Isomatte angeht, gibt es wenig oder gar keine Kompromisse um Gewicht einzusparen. Wenn ich im Zelt oder der Hängematte friere, leide nicht nur ich, sondern auch alle anderen. Wenn ich friere, werde ich stinkig.
Also muss die Isomatte zusammen mit dem Schlafsack und der Kleidung dafür sorgen, dass ich nicht friere.

Die „passende“ Isomatte finden
Das ist mitunter gar nicht so einfach. Auf Amazon sind gefühlt alle Isomatten für die Wüstenexpediton genauso geeignet wie für die Erforschung der Arktis. Darüber hinaus sind natürlich alle Isomatten Leichtgewichte und kompakt. Das ist ähnlich wie bei den Schlafsäcken. Schaut also unbedingt genau hin und / oder geht in ein Fachgeschäft. Für Sparfüchse ist Decathlon zu empfehlen!
Ich hatte das Glück, bereits einige Isomatten zu haben (und somit einen Vergleich) und konnte außerdem auf die Empfehlung meines Freundes zurückgreifen. Wäre beides nicht gegeben gewesen, ich würde wohl immer noch suchen.
Mein Lineup

Diese vier Isomatten habe ich derzeit zuhause. Die Gewichte sind mit einer Kofferwaage ermittelt worden und verstehen sich inklusive dem dazugehörigen Packsack.
Runacc – 820 g
Packmaß: L 35 cm x Durchmesser 11 cm
Liegefläche: L 200 x B 70 x H 10
R-Wert laut Hersteller 4
Preis (aktuell) – leider nicht mehr zu ermitteln
Eindruck: schwer, es dauert lange bis die Matte komplett aufgepustet ist, bestenfalls für ein Hochsommerfestival zu gebrauchen.
Etrol – 1003 g
Packmaß L 25cm x Durchmesser 15 cm.
Liegefläche: L 205 x 67 x H 10
R-Wert laut Hersteller: 3
Preis (aktuell) € 63,00
Eindruck: schwer, raschelig und die integrierte Pumpe funktioniert eher so semigut.
Thermarest – 760 g
Packmaß: L 30 x Durchmesser 15
Liegefläche: L 196 x B 63
R-Wert laut Hersteller: 3,2
Preis aktuell: ca. € 80,00
Eindruck: Gewicht okay, aber sperrig und vor allem katastrophal schwierig zurück in den Packsack zu bekommen, passt sich in der Hängematte so gut wie gar nicht an, was die Form anbetrifft.
Decathlon MT 500 – 680 g
Packmaß: L 35 x Durchmesser 10 cm
Liegefläche: 180 x 52 (GR. L)
R-Wert laut Hersteller: 3,3
Preis aktuell: € 75
Eindruck: im Vergleich das Leichtgewicht, Packmaß so lala, leicht aufzupusten, passt sich der Hängmatte sehr gut an, könnte dafür aber breiter sein

Meine Wahl
Derzeit nutze ich die MT 500 Air von Decathlon. Vom Packmaß her ist sie mir zwar zu lang, das reißt der Durchmesser aber wieder raus. Sowohl im Zelt, als auch in der Hängematte tut sie mir gute Dienste, hält die Luft zuverlässig und liegt sich bequem. Für die Hängematte dürfte sie gerne etwas breiter sein. Es funktioniert aber gut. Der Packsack dient als Pumpe.
Zuvor habe ich die Thermarest benutzt und auch über sie kann ich was den Komfort angeht, nichts Schlechtes sagen. Das Handling dagegen ist (für eine Person) eine Herausforderung. Bis man sie passig für den Packsack zusammengerollt und darin untergebracht hat, zieht viel Zeit ins Land und Kraft braucht man auch.Leider passt sie sich der Hängematte so gut wie gar nicht an.
Die Runacc und die Etrol habe ich nur im Sommer auf Festivals benutzt, wo sie sich bewährt haben. Kältere Jahreszeiten traue ich ihnen nicht zu.

Pustefix oder Pustekuchen?
Vorweg: „selbstaufblasend“ ist für mich bislang ein Mythos. Mir ist noch keine Isomatte untergekommen, bei der man das Ventil geöffnet und die sich dann selbst komplett aufgeblasen hat. Man musste am Ende immer mit Atem oder Pumpe nachhelfen.
Die Fußpumpen in den Isomatten von Etrol und Runacc funktionieren ganz ordentlich, die eine mehr, die andere weniger. Auf jeden Fall ist es angenehmer, die Matten mit dem Fuß aufzupumpen.
Seit einiger Zeit habe ich eine kleine elektrische Luftpumpe, womit ich die MT 500 aufpumpe. Die Matte hat zwar einen Pumpsack, aber ich bin faul und nehme lieber die elektrische Pumpe.
Die Thermarest ließ sich per Lungenkraft ganz schwierig aufblasen, auch da war die elektrische Pumpe Gold wert.
Daher mein Rat: eine solche elektrische Pumpe kostet nicht die Welt, wiegt nicht viel und erspart viel Mühe.
Hier findet ihr die Bewertung zu meiner Luftpumpe.

Wie zufrieden bin ich mit der Decathlon MT 500?
Abgesehen von der Länge beim Packmaß und der Breite in der Hängematte bin ich mit der Isomatte sehr zufrieden. Es liegt sich bequem darauf und gefroren habe ich bislang auch noch nicht. Sie hält die Luft zuverlässig. Sie raschelt nicht und das Handling ist problemlos. Dank der Längsrillen passt sie sich in der Hängematte sehr gut an.
Auch mit dem Gewicht bin ich aktuell zufrieden.
Der R-Wert von 3,3 ist für mich passend. Ich sehe mich derzeit definitiv nicht bei -5C° oder kälter draußen schlafen.
Die Matte wird aber wegen des Packmaßes nicht „Endstand“ sein, das weiß ich schon.
