Zeltdachtour Olympiastadion München

Im Juni war ich für vier Tage in München. Natürlich hatte ich mich vorab ein wenig informiert, was man dort unternehmen kann. Dabei bin ich auf die Zeltdachtouren aufmerksam geworden. Das ist quasi eine Führung auf dem Dach des Olympiastadions. Obwohl Höhe und ich nicht die besten Freunde sind, stand sofort fest: das mache ich!

Das Ticket habe ich vorab online gebucht und mir dann nur noch die Daumen für gutes Wetter an diesem Tag gedrückt. Bei Regen wollte ich nicht so gerne auf dem Stadiondach herumspazieren.

Ein erster Blick auf das Stadiondach

Man soll ca. 15 Minuten vor Beginn der Tour am Stadion vor Ort sein. Ich war viel zu früh da, weil ich Sorge hatte, den angegebenen Treffpunkt nicht zu finden. Das war aber kein Problem und so hatte ich vor der Tour noch eine Menge Zeit. Man durfte aber schon ins Stadion und sich dort umschauen. Nach unten zum Rasen kommt man allerdings nicht. Die Ränge sind in die Richtung abgesperrt. Trotzdem war es ein beeindruckender erster Eindruck.

Ein erster Blick

Nach meiner Runde habe ich mich auf einen oder oberen Plätze gesetzt und beim Blick hinauf zum Dach kamen die ersten Bedenken: so hoch! Bin ich denn total verrückt? Warum mache ich sowas immer wieder? Ehrlich, ich habe kurz in Erwägung gezogen, wieder zu gehen.

Da oben an der Kante ging es entlag

Das habe ich natürlich nicht getan und so stand ich 15 Minuten vor Beginn der Tour wieder am Kassenhäuschen. Ein Handy darf man ohne Schützhülle nicht mit auf das Dach nehmen (meine Gürteltasche wurde nicht akzeptiert), und diese Schutzhülle bekommt man für € 5,00 an der Kasse. Das ist ein transparenter, verschließbarer Beutel mit Schlüsselband. So kann man sich das Handy sicher umhängen. Ich hatte es nicht erwartet, aber man kann tatsächlich gut durch den Beutel hindurch fotografieren.

Bevor es auf das Dach ging, gab es einen kurzen Film anzusehen. Darin erfuhr man schon eine Menge über das Stadion und speziell dessen Bauweise und die Architekten, die am Bau beteiligt waren.
Danach hieß es: hinein in die Sicherheitsausrüstung! Die besteht aus einer Art Klettersteigset und nach dem ersten Chaos (sowas hatte ich noch nie an!) waren alle Karabiner und Gurte vorschriftsmäßig sortiert.

Auf das Dach ging es über eine Leiter, natürlich mit den Karabinern eingeklinkt in ein Stahlseil am Boden. Oben angekommen steht und läuft man auf einem unerwartet breiten Steg und links gibt es sogar ein Geländer, wo man sich zusätzlich festhalten kann. Allerdings war das nur selten nötig, ich habe mich trotz der Höhe komplett sicher gefühlt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Ausblick bis zu den Alpen

Der Ausblick von dort oben war großartig. Auf dem Foto oben erkennt man es nicht, aber in der Ferne konnte man sogar schemenhaft die Alpen erkennen. Glücklicherweise war unsere Gruppe an diesem Tag schön klein. Vier Personen plus die beiden Guides. Das ließ sich gut in zwei Grüppchen aufteilen. Auf der Tour erfährt man jede Menge über das Stadion, den Olympiapark, die Entwicklung des Areals und und und. In den kleinen Gruppen konnte man auch alle möglichen Fragen stellen. Ich muss gestehen, ich war von der Aussicht ziemlich abgelenkt. Beispielsweise hinüber zum Olympiaturm, auf dem ich am Vortag bereits gewesen war.

Ungefähr auf der Hälfte der Tour stand eine Mutprobe auf dem Programm. Vom Steg noch weiter hinauf bis auf die Spitze eines solchen “Zeltdachzipfels”. Das ist steil und ein wenig anstrengend, aber Spass hat es auch gemacht. Dort oben sind wir sogar herumgehüpft und man hat das Dach deutlich vibrieren gespürt. Kurz zuvor hatte man uns erklärt, wie die einzelnen Platten des Dachs miteinander verbunden sind. Ein ganz einfaches Prinzip eigentlich. Umso verrückter, was die Konstruktion aushält. Da ist so ein bisschen Hüpfen gar nichts!

Da ganz oben links waren wir…
…und da hieß es doch: festhalten!

Insgesamt hat die Tour rund zwei Stunden gedauert. Die Dauer ist laut Homepage auch von der Größe der Gruppe abhängig. Wie gesagt, wir hatten an diesem Tag wahrscheinlich wirklich Glück!
Man kann übrigens von dort oben auch über eine Zipline (dem “Flying Fox”) wieder auf festen Boden zurückkehren. Das muss man dann aber zusammen mit der Zeltdachtour buchen. Oder man entscheidet sich nur für die Zipline, auch das ist möglich!

Nach der Tour war ich froh, mich nicht doch noch kurz vor Start vom Acker gemacht zu haben. Es hat super viel Spaß gemacht und interessant war es auch. Die Höhe war überhaupt kein Problem. Wahrscheinlich weil man fest- und eingegurtet ist, auf einem stabilen Metallsteg läuft und immer Ablenkung hat.
Ich kann die Zeltdachtour wärmstens empfehlen! Wer ein kleines Abenteuer in München erleben möchte, ist hier genau richtig!

Informationen (Stand 06 /2021)

Buchungsportal
Preis € 43,00 (Zeltdachtour)
Preis € 5,00 (Handyhülle)
Tipp: mit der München CityTourCard gibt es 10% Rabatt auf den Tourenpreis!
Länge der Tour: 90 – 120 min (je nach Gruppengröße)
weitere Informationen hier

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