Auenlandschaft Hohenrode bei Rinteln

Die Idee für eine Tour kommt manchmal erst am Abend vorher durch Zufall. So war es auch bei dieser kleinen Wanderung im Naturschutzgebiet “Auenlandschaft Hohenrode” in der Nähe von Rinteln. Das Gebiet ist etwa 127 ha groß und wird vom NABU betreut. Es gibt dort einige Seen und auch die Weser ist nicht weit entfernt.

Der Rundwanderweg hat eine Länge von ca. 4,5 km und ist somit sehr kurz. Da man aktuell die Lücken zwischen den Regenwolken ausnutzen muss, ist diese Länge aber sehr paktisch. Einen unbefestigten Parkplatz gibt es direkt an der Straße. Nicht zu eilig unterwegs sein, sonst ist man schnell vorbeigefahren!

Der Wanderweg startet nur einen Steinwurf weit vom Parkplatz entfernt am ersten Aussichtspunkt, der Dieter-Eggersmann-Aussichtshütte. Hier hat man zwei spannende Tafeln angebracht. Auf der einen sieht man das Gelände aus der Vogelperspektive. Die andere informiert zum Naturpark Weserbergland, in dem das Naturschutzgebiet liegt. Für Vögel hat die Auenlandschaft übrigens eine ganz besondere Bedeutung. Hier kommen viele Zugvögel vorbei um eine Rast einzulegen oder zu überwintern und sogar der Seeadler hat hier sein Revier.

Die Insel ist auf dem Foto zu weit weg, daher sieht man nicht, dass sich darauf zahlreiche (Wasser)vögel tummeln. Die Landschaft fand ich aber auch so ganz interessant. So flach, dass sie an Landstriche nahe der Nordsee erinnert. Wenn die Hügel im Hintergrund nicht wären, natürlich.
Hat man sich an dem Ausblick sattgesehen, geht es nach links auf dem Rundwanderweg weiter. Der Weg ist zunächst noch halbwegs befestigt, aber mit stellenweise großen Löchern / Lücken. Dort wird es derzeit schon mal matschig.

Anfangs gibt es am Wegesrand verschiedene Stationen. Hier erfährt man beispielsweise welche Steine in der Weser vorkommen und woher sie eigentlich stammen. Aber es gibt auch ganz naturnahe Stationen wie den Himmelsteich, in dem einige Amphibien leben sollen. Tafeln aus Stein geben einem die nötigen Informationen dazu an die Hand.

Den See hat man trotz Schilf und anderen Uferpflanzen stets im Blick auf diesem ersten Abschnitt des Rundwegs. Auf der anderen Seite hat man Wiesen und auch mal einen Bolzplatz neben sich. Die Straße ist ein ganzes Stück weit entfernt und so ist es angenehm ruhig.

Ein Stichweg führt nach einer Weile zwischen zwei Seen hindurch. Hier läuft man in einer Fahrspur und auf Wiese, was nach und bei Regen zu einer matschigen Sache werden kann. Als ich den Weg entlangging, kam das dickste Schauer des Tages herunter. Sowas nimmt man am besten mit Humor, alles andere bringt sowieso nichts. Selbst die Ziegen auf der Weide links vom Weg konnten sich unterstellen, ich nicht.

Am Ende des rund 500 m langen Wegs gibt es einen Aussichtsturm. Alleine dafür schon lohnt sich der Abstecher. Dass der Regen fast augenblicklich nachließ als ich oben auf dem Turm stand und endlich ein Dach über dem Kopf hatte, Ehrensache! Ich bin noch eine Weile geblieben um zu trocknen und den Ausblick zu genießen.

Nach dem Schauer ging es auf dem Stichweg zurück zum Wanderweg. Inzwischen kam sogar die Sonne heraus und die Ziegen trauten sich aus ihrer Hütte. Auf den Weiden hier grasen mitunter wohl auch Galloway Rinder. Die hätte ich gerne gesehen. Vielleicht komme ich also nochmal her. Ziegen sind aber natürlich auch toll!

Im weiteren Verlauf ist der Rundweg momentan komplett matschig. Man läuft lange Zeit auf einem Wiesenweg und der sieht zu regnerischen Zeiten entsprechend aus. Schön ist er aber trotzdem, und wie! Am Wegesrand gibt es ein paar Bänke und so kann man hier gut eine kleine Pause einlegen.

Bald hat man dann die Weser in Sichtweite. Nur eine breite Wiese trennt den Weg vom Fluss. Das lädt natürlich dazu ein, einmal bis zum Ufer zu gehen. Einen Weg entlang des Ufers gibt es auf diesem Weserabschnitt nicht. Der kurze Marsch über die Wiese lohnt sich für die Aussicht trotzdem.

Man entdeckt auf Wanderungen so manche Kuriosität, aber einen Bank mitten auf einer Wiese war mir bis zu diesem Tag noch nicht untergekommen. Wer sie dorthin gestellt hat und warum, dafür fehlt mir die Phantasie. Aber sie war praktisch um schnell ein wenig Sonne zu tanken. Somit kam sie mir ganz gelegen.

Zurück auf dem Weg ist der Untergrund eine Weile asphaltiert. Mir kam dort sogar ein Auto entgegen. Das hat aber auch nichts gerettet, ich war zu diesem Zeitpunkt bereits dreckig bis über die Knie. Dafür hatte ich unterwegs ein sehr nettes Gespräch mit einer Spaziergängerin, die sogar ein paar Tipps für die nähere Umgebung in petto hatte. Grüße gehen raus, unbekannterweise!

Unter den Tipps waren beispielsweise die Schaumburg und der Aussichtsturm dort ganz in der Nähe. Zumindest zur Schaumburg kann man vom Weg aus hinübersehen wie sie am Hang steht. Dort gibt es laut googlemaps einen Wanderparkplatz und wenn ich mir die nähere Umgebung der Burg auf der Karte ansehe, werde ich dort sicher auch mal eine Tour in Angriff nehmen. Das klingt spannend! Wenn die Karte stimmt, kann man von dort bis zum Jahrtausendblick wandern. Dort möchte ich ohnehin noch einmal hin.

Weil man hier im Naturschutzgebiet auf einem Rundweg unterwegs ist, gelangt man bald danach wieder auf den Abschnitt, auf dem man gestartet ist.

Das Gelände auf dem Foto ist Privatgelände. Zaun und Schild sind vorhanden und entsprechend hat man dort nichts verloren. Es gibt dort scheinbar sogar einen kleinen Bootsanleger und im See eine Schwimminsel. Das stelle ich mir im Sommer ausgesprochen schön vor.
Als Wanderer / Spaziergänger bleibt einem immerhin eine Bank um kurz vorm Ende der Runde nochmal eine Pause einzulegen.

Bis zum Parkplatz sind es dann nur noch wenige Schritte.

Diese Wanderung ist sehr kurz und daher eher ein Spaziergang. Speziell der Stichweg zum Aussichtsturm lohnt sich! Auch der Abschnitt, der aktuell eine Matschpiste ist, ist den Besuch wert. Landschaftlich ist beides sehr schön. Mit etwas Glück kann man hier richtig viele Tiere entdecken. Bei mir waren es vor allem (Wasser)vögel und Ziegen, aber das sieht zu anderen Jahreszeiten sicher anders aus. Auf einem kurzen Abschnitt hat man Asphalt unter den Schuhen, ansonsten ist man auf natürlichen und teilweise unbefestigten Wegen unterwegs.

Informationen (Stand 01 / 22)

  • Name: Rundweg Auenlandschaft Hohenrode (GPX)
  • Start- / Zielpunkt: Parkplatz Auenlandschaft Oberweser
  • Länge: ca. 4,5 km
  • Wiesenwege, Schotterwege, ein kurzer Abschnitt Asphalt
  • NABU Rinteln
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