Landschaftspark Duisburg Nord – LaPaDu

Der Landschaftspark Duisburg Nord befindet sich im Stadtteil Meiderich. Er ist etwa 180 ha groß und erstreckt sich um ein stillgelegtes Hüttenwerk. Von diesem Landschaftpark habe ich schon vor langer Zeit gehört und seit damals stand fest, dass ich ihn mir eines Tages ansehen werde. Speziell im Dunkeln, wenn die Lichtinstallationen an der Anlage eingeschaltet sind.

Nun war es endlich soweit. Eine ziemliche spontane Tour, die ich ausnahmsweise mit dem Zug unternommen habe. Das geht in NRW vergleichsweise günstig zB mit dem NRW Schöner-Tag-Ticket. Man fährt bis zum Hauptbahnhof Duisburg und dann mit der Straßenbahnlinie 903 in Richtung Dinslaken weiter zur Haltestelle “Landschaftspark Nord”. Von dort sind es etwa 10 Minuten Fußweg entlang der Emscherstraße zum Eingang des Landschftsparks. Vom Hauptbahnhof gibt es aber auch Verbindungen per Bus (Linien 906 & 910) dorthin.

Einst gehörten fünf Hochöfen zum Hüttenwerk. Zwei wurden allerdings bereits zwischen 1968 und 1970 abgerissen, zwei wurden 1982 stillgelegt und 1985 wurde auch der letzte Hochofen (Hochofen 5) stillgelegt. Auf dem Hochofen 5 befindet sich heute eine Aussichtsplattform, die über Treppen erreichbar ist. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es 251 Stufen mit traumhafter Sicht dazwischen hindurch in die Tiefe. Die Aussichtsplattform war mein erstes Ziel auf dem Gelände. Wie immer, wenn es irgendwo hinauf geht.

Einen sonnigen Tag hatte ich nicht erwischt, aber es war trocken. Bei gutem Wetter muss der Ausblick großartig sein und weit in die Ferne gehen. Aber auch so hat sie ihren Charme und entspricht wohl dem gängigen Bild, das viele Menschen vom Ruhrgebiet haben. Wenn ihr sehen möchtet, welch grüne Seiten der “Pott” ebenfalls hat, dann schaut mal in meinen Artikel zur Ausstellung “Das zerbrechliche Paradies” in Oberhausen.

Auf den “Etagen” des Hochofens gibt es rundlaufende Gehwege, auf denen man sich die Anlage genau ansehen kann. Informationstafeln erläutern die Funktionen und den Aufbau der jeweiligen Anlagenteile. An verschiedenen Punkten -auf dem gesamten Gelände, nicht nur auf dem Hochofen- kann man sich weitere Infos durch Scannen von QR-Codes aufs Handy holen.

Ich habe die Erläuterungen als sehr gut und verständlich empfunden. Ich habe von der Stahlindustrie, Hüttenwerken & Co. kaum eine Ahnung und konnte mir dank der Tafeln schnell ein ganz ordentliches Bild machen. Außerdem hat es mir gefallen, dass man alles wirklich ganz genau ansehen und auch anfassen kann. Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man sich vorstellt, wie viele Menschen in dem Werk gearbeitet haben. Dass sie genau dort entlangegangen sind und gestanden und gearbeitet haben, wo man sich heute selbst bewegt. Was die Anlage alles schon gesehen haben mag, kaum vorstellbar.

Beim Spaziergang über das Gelände geht der Blick automatisch nach oben. Die zwei anderen Hochöfen, die noch stehen, sind genauso imposant wie die ehemalige Verladebrücke, genannt das “Krokodil” und die Gießhallen. Wer besonders abenteuerlich unterwegs ist, der kann sich in einer der Gießhallen auf einem extrem coolen Hochseilparcours vergnügen. Die Termine an denen der Hochseilgarten geöffnet hat, kann man hier einsehen. Einerseits denke ich ja, ich würde da oben vor Angst schlottern, andererseits reizt es mich unglaublich. Man wird sehen…

Betritt man den Landschaftspark über den Haupteingang steht man zunächst auf einem großen Platz inmitten der Anlage. Hier auf dem Platz gibt es neben einem Imbisswagen (die Pommes sind zu empfehlen!) tagsüber Musik und Seifenblasenspaß für Kinder. Ich kann mir vorstellen, dass im Sommer noch mehr geboten wird. Auch Veranstaltungen finden auf dem Gelände statt. Von diesem Platz aus sind verschiedene Gänge zu erreichen, in denen es in einem Raum beispielsweise einen kurzen Film zu sehen gibt wie die Arbeit im Werk früher aussah. Beeindruckend, auf ganz unterschiedliche Arten. Andere Räume gewähren Einblick in verschiedene Arbeits- und Lagerstätten.

Wer das Gelände während einer Führung kennenlernen möchte, auch das ist möglich. Man kann über landschaftspark.de verschiedene Führungen buchen. Darunter auch solch spannende Touren wie eine Fackelführung. Eine solche Gruppe kam mir abends entgegen und die Stimmung hatte durchaus ihren Reiz.
Ein Tipp übrigens, wenn ihr euren Besuch für abends plant und bis zur Dunkelheit bleiben wollt: nehmt eine Taschen- oder Stirnlampe mit! Das Werk ist zwar farbenfroh beleuchtet, aber das reicht nicht um überall gut sehen zu können!

Ist man auf den Wegen auf dem Gelände unterwegs, kann man an zahlreichen Stellen sehen, wie die Natur sich das Werk zurückerobert. Soweit ich es der Seite des Landschaftsparks entnehmen konnte, wachsen hier zahlreiche verschiedene Pflanzen und auch eine ganz spezielle Tierwelt hat sich hier entwickelt und angesiedelt. Das wird man sicher im Sommer noch eindrücklicher erleben können. Im Winter ist das auf jeden Fall ein sehr schöner Gedanke. Daher ist es komplett nachvollziehbar, dass man an gewissen Stellen eben doch Absperrungen vorfindet. Wenn sich eine Natur so toll entwickelt, sollte man ihr die Ruhe gönnen.

Möllerbunker

Ein besonderes Highlight auf dem Werksgelände ist sicher die ehemalige Verladebrücke, genannt das “Krokodil“. Es ist schon bei Tag beeindruckend und lässt sich aus verschiedenen Perspektiven bewundern. Früher diente es dazu, das Eisenerz in die Bunker zu transportieren, heute ist es ein begehrtes Fotomotiv.

Auch hier in der Nähe kann man sich bei Bedarf sportlich betätigen. Die Sektion Duisburg des Deutschen Alpenvereins hat hier einen Klettergarten. Die Türme der Möllerbunker können erklettert werden, genauso die Wände und es gibt einen rund 530 m langen Klettersteig. Mitglieder des DAV können den Klettergarten jederzeit nutzen, alle anderen müssen sich vorab anmelden. Bei meinem Besuch war der Klettergarten wegen Corona geschlossen.

Bei Einbruch der Dunkelheit wird die farbenfrohe Beleuchtung eingeschaltet. Jetzt im Winter beginnt das bereits um 17 Uhr, im Sommer kann es auch mal 22 Uhr werden. Ausgeschaltet wird die Beleuchtung im Winter um 1 Uhr, im Sommer um 3 Uhr. Generell kann man sich die komplette Beleuchtung von Freitag bis Sonntag, sowie an Feiertagen und den Abenden vor den Feiertagen ansehen. Von Montag bis Donnerstag sind nur die drei Schornsteine beleuchtet.

Beleuchtet ist das Hüttenwerk nochmal sehenswerter. Allerdings, wie gesagt: Taschenlampen an! Die Anlage ist vor allem “oben herum” beleuchtet, unten kann es ganz schön finster werden. Gelegenheiten zum Stolpern und sich den Kopf anzuhauen gibt es nicht gerade wenige.

Der Hochseilgarten
Krokodil am Abend

Gewundert hat es mich, dass abends plötzlich sehr viel weniger los war auf dem Gelände als tagsüber. Da hatte ich einen größeren Andrang erwartet, immerhin ist die Beleuchtung doch etwas Besonderes. Vielleicht weil ich an einem Sonntagabend dort war. Außerdem war es wirklich lausig kalt.

Für die Geocacher habe ich noch zwei Tipps für Dosen, die man bei einem Besuch des LaPaDu gut suchen kann.
GC4J6JY und GC7B4DF. Außerdem gibt es noch GCFF8B, allerdings dämmerte es da bereits und mir war das beleuchtete Hüttenwerk dann doch wichtiger. Von der Location her ist aber auch diese Dose suchenswert!

Wer sich für Industrie und Ruhrgebietsgeschichte interessiert oder einfach eine großartig in Szene gesetzte Anlage anschauen möchte, der sollte dem LaPaDu einen Besuch abstatten. Die Entdeckungsreise durch die Anlage ist spannend und der Aufstieg auf den Hochofen ein Highlight für sich. Eine Imbissbude ist vorhanden, genauso ein Besucherzentrum mit Souvenirs und Toiletten. Der Landschaftspark ist vom Hauptbahnhof mit dem ÖPNV gut zu erreichen, es gibt aber auch große, kostenlose Parkplätze. LaPaDu – Kann man mal machen!

Informationen

  • Landschaftspark Duisburg Nord – LaPaDu
  • Wo? – Emscherstraße 71, 47137 Duisburg
  • Eintritt frei – Aktivitäten (Führungen, Hochseilparcours usw gegen Gebühr
  • Parken – Große, kostenlose Parkplätze vorhanden
  • Anreise per ÖPNV ab Hauptbahnhof Duisburg – Straßenbahnlinie 903 (Richtung Dinslaken) oder per Buslinien 906 & 910, Fußweg ca. 10 min
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