Wasserfallsteig Bad Urach – Variante

Anmerkung vorab: die unten verlinkte GPX entspricht nicht der Originalroute des Wasserfallsteiges. Bei meiner Wanderung war gegen Ende ein Teilabschnitt gesperrt und ich musste einen anderen Weg nehmen, der einen steilen Hang hinunterführte. Es gibt diesen Weg auf den Karten, aber ohne festes Schuhwerk, Trittsicherheit und eine Schüppe Mut empfehle ich diesen Weg niemandem!

Bad Urach ist eine Stadt auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Von dem Wasserfallsteig hatte ich durch ein Video auf Youtube erfahren und ihn sofort auf meine Liste gesetzt. Bei einem der nächsten Familienbesuche in Baden-Württemberg stand dann endlich die Wanderung auf dem Plan. Die Originalroute hat 10 km, meine Variante bietet ca. 15 km.

Parken kann man gut auf dem Wanderparkplatz Maisental, den auch googlemaps kennt. Ich bin den Steig 2020 gegangen und das Parken dort war kostenpflichtig Es gab nur Tickets für den ganzen Tag. Was es gekostet hat, weiß ich leider nicht mehr. Also bitte auf jeden Fall Geld mitnehmen.

Der Wasserfallsteig beginnt quasi direkt beim Parkplatz und der Wasserfall selber ist auch das erste Etappenziel. Man hat also das Highlight quasi direkt am Anfang. Zunächst geht es auf einem bequemen, breiten Wanderweg entlang. Daneben fließt der lauschige Brühlbach und dahinter lag an diesem Tag die sonnige Schwäbische Alb in ihrer ganzen Pracht. Sommer, Sonne, alles grün, blauer Himmel und warm, das sind meine liebsten Wandertage.

Im Sommer zum Bad Uracher Wasserfall bedeutet aber auch, dass er womöglich nur wenig Wasser führt. So war es dann leider auch, obwohl es in den Tagen zuvor durchaus geregnet hatte. Aber scheinbar längst nicht genug. Die ersten etwa 2 km der Tour sind ganz gemütlich zu laufen und komplett flach.

Am Fuße des Wasserfalls angekommen, wird es anstrengender. An der Seite führt eine Steintreppe hinauf, wodurch man immer wieder neue Ausblicke auf den Wasserfall hat. Aber die Stufen sind auch knackig zu gehen. Aber sie machen Spass! Ich habe im erwähnten Video gesehen, dass sogar die Treppe überspült ist, wenn es länger geregnet hat. Ich muss unbedingt nochmal dorthin bei solcher Witterung.

Wie schon erwähnt führte der Wasserfall an diesem Tag leider nur ganz wenig Wasser. Beeindruckend ist er trotzdem mit seinen ca. 37 m Höhe. Je nach Jahreszeit, Regenmenge oder Schneeschmelze stürzen zwischen 70 und 140 Liter Wasser pro Sekunde den Wasserfall hinab. An meinem Tag tröpfelte das Wasser eher die Steine und Kaskaden hinunter.

Hat man die Treppe bezwungen, kann man oben von einer Brücke aus über die Sturzkante des Wasserfalls nach unten schauen. Dort oben gibt es neben einem rustikalen Rast- und Grillplatz auch eine Gaststätte, die bei meinem Besuch allerdings geschlossen war. Ich war aber auch recht früh und mitten in der Woche unterwegs.

Der Weg führt weiter bergauf, nun wieder weniger anstrengend als am Wasserfall. Aber es ist nun nur noch ein eher schmaler Waldweg an dessen Seite es durchaus steil abwärts geht. Ein wenig Vorsicht ist hier also eventuell geboten.

Nun dauert es nicht mehr lange bis zu den ersten Ausblicken in die Landschaft. Inzwischen ist man wirklich schon recht hoch oben und die Aussicht ist schlichtweg ein Traum. Ich war bei dieser Wanderung zum ersten Mal überhaupt auf der Schwäbischen Alb unterwegs und hoffe sehr, dass es nicht dabei bleiben wird.

Die Rast oben am Wasserfall hatte ich ausgelassen und stattdessen eine in der Nähe dieser Stelle eingelegt. Das macht doch viel mehr her als der tröpfelnde Wasserfall, oder? Noch dazu lädt ein bequemes Waldsofa geradezu zu der Pause ein. Also einmal ausstrecken, bitte, einen Müsliriegel, etwas trinken und genießen.

Die Runde bleibt im weiteren Verlauf so aussichtsreich. Schon bald kommt der Rutschenfelsen in Sicht. Die Felswand fällt an höchster Stelle 90 m ab. Der Name Rutschenfelsen rührt aus früheren Zeiten her. Damals wurde oben auf dem Berg geschlagenes Holz über hölzerne Röhren ins Tal geschafft, den Rutschen. Später waren diese zwar aus Metall, der Ablauf blieb aber der gleiche.

Ich staune immer wieder, wenn ich in Deutschland so viel Wald sehe. Damit hat mich schon der Harz beeindruckt. Man steht an einem Aussichtspunkt und sieht nur Wald, Wald, Wald und nochmal Wald. Ich finde das einfach herrlich. Es sollte viel mehr solcher Orte geben. In den meisten Gegenden stört dann ja doch immer mal eine Straße oder ein Ort die grüne Landschaft.

Die Tour kann aber auch weniger bergig. Es gibt Abschnitte, die verlaufen ganz flach und durch eine überaus idyllische Landschaft. Dank einiger Weiden hatte ich ständig das Gefühl, Ostwind müsse gleich um die nächste Kurve galoppiert kommen. Wirklich unfassbar schön!

Wenn auch nicht den prominenten Ostwind, aber mit etwas Glück kann man am Fohlenhof tatsächlich ein paar Pferde entdecken. Der Fohlenhof gehört zum Haupt- und Landesgestüt Marbach. Es ist ist hierzulande das älteste staatliche Gestüt. Die Route verläuft einmal über den Hof, was völlig in Ordnung ist. Es waren an diesem Tag viele Wanderer und Besucher dort, daher habe ich auf dem Hof nicht fotografiert. Sehenswert ist es dort auf jeden Fall!

Kurz danach kam der Punkt, an dem die Wanderung ihren verhängnisvollen weiteren Verlauf nahm. Am Schild mit dem Hinweis auf den Gütersteiner Wasserfall war noch alles gut. Kurz darauf ging es vom Feld- und Wiesenweg zurück in den Wald. Doch dort hing dann das Schild, das von Waldarbeiten kündete und den Durchgang verbot. An Sonntagen sehe ich so etwas oft recht locker, weil da meist nicht gearbeitet wird. So mitten in der Woche war es mir doch zu unsicher. Erwischt werden muss nicht sein.

Eine Weile lang gab es Umleitungsschilder, doch aus denen wurde ich bald nicht mehr schlau. Die angegebenen markanten Orte kannte ich nicht, daher halfen sie mir nicht. Ortskundige waren da sicher besser dran. Trotzdem bin ich noch insgesamt fünf Kilometer weiter gelaufen, mehr nach Gefühl als nach allem anderen.

Am Aussichtspunkt Gelber Fels habe ich andere Wanderer getroffen und endlich jemanden gefragt. Kurz gesagt: ich war viel zu weit gelaufen. Möglichkeit 1 wäre es gewesen, die komplette bisherige Runde zurückzulaufen oder aber ganz in der Nähe auf einem halsbrecherischen Pfad den steilen Abhang hinunterzusteigen. Den Pfad sah man erst auf den dritten Blick im Gebüsch, aber mir saß die Zeit im Nacken, also habe ich mich dafür entschieden. Teilweise bin ich auf dem Hosenboden gerutscht, weil an Stehen und Gehen gar nicht zu denken war ohne lang vornüber zu schlagen.

Somit bis dahin eine wirklich tolle Tour in wunderschöner und großartiger Landschaft. Hier und da etwas anstrengend, aber es lohnt sich für den Wasserfall und die Ausblicke absolut! Vielleicht sind die Waldarbeiten bisher ja abgeschlossen und man kann den normalen Rundweg wieder gehen. Den Kamikaze-Pfad empfehle ich nicht unbedingt.

Informationen

  • Name: Wasserfallsteig Bad Urach – Variante (GPX)
  • Start- / Zielpunkt: Wanderparkplatz Maisental
  • Länge: ca. 15 km
  • Wanderwege, Wald- und Feldwege, Treppe
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