Die Stadt Löhne liegt in Ostwestfalen und gehört zum Kreis Herford. Von Herford ist sie etwa 9 km entfernt, vom eventuell bekannteren Bielefeld (das ist die Stadt, die es laut einem Kalauer nicht gibt) rund 25 km. Der Bahnhof Löhne war bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Umsteige- und Rangierbahnhof, heute ist er ein Regionalbahnhof.
2013 wurde der Bahnhof an Privat verkauft. Der Besitzer und der Verein Löhne umsteigen – Der Bahnhof arbeiten an einer Neugestaltung des Bahnhofsgebäudes. Er ist zu einem, sogenannten 3. Ort geworden. Ein Ort also, an dem Menschen zusammen- und miteinander in Kontakt kommen sollen. Im alten Wartesaal der 1. Klasse finden beispielsweise bereits verschiedene Veranstaltung statt. Es wird aber auch die Löhner Bibliothek ins Bahnhofsgebäude umziehen, wofür umfassende Umbauarbeiten vorgenommen werden.
Man darf gespannt sein, wie sich der Bahnhof entwickeln wird.

Zum Besuch
Auf die Führung in den Katakomben des Löhner Bahnhofs bin ich wortwörtlich in letzter Minuten aufmerksam geworden durch einen Hinweis auf die Veranstaltung auf Facebook. Als Eisenbahn- und Lostplace Fan konnte ich mir das nicht natürlich nicht entgehen lassen und so sind wir eines schönen Samstags Anfang März 2025 nach Löhne aufgebrochen. Den Bahnhof kannten wir beide bislang nur von Umstiegen her (wie passend). Von Katakomben darunter wussten wir gar nichts.
Die Führung begann im ehemaligen Wartesaal der 1. Klasse, der zwar heute für Veranstaltungen genutzt wird, aber mit Kronleuchtern und Deko immer noch den Charme früherer Zeiten versprüht.

Nach einer Einführung unseres Guides Martin ging es auch schon in den Untergrund, den alten Posttunnel und die Keller unter dem Bahnhof. Auch hier gab es wieder massig Informationen an die Hand, man konnte sich derweil aber auch auf eigene Faust -soweit man das bei rund 30 Personen in der Führung sagen kann- im Tunnel und den Nebenräumen umschauen. Wer sich auf Details einlässt, der wird immer so einiges entdecken. Auf jeden Fall genug um die Phantasie auf Trab zu bringen und eine Vorstellung vom Bahnhofsbetrieb über die Jahre zu gewinnen.
Eine Taschenlampe kann bei der Führung nicht schaden! Notfalls tut es aber auch die im Handy! Zieht euch außerdem warm an, es ist selbst an warmen Tagen empfindlich kühl dort unten.

Für diese Führung macht es Sinn, aus der Region zu kommen oder einen anderen Bezug dazu zu haben. Ansonsten wird man es mit den Namen der verschiedenen Städte, Bahnhaltestellen und Verbindungen schwer haben. Dafür ist Maik immer mein bester Anzeiger. Und er kennt bereits so einige Orte hier in der Region und in bestimmte Richtungen auch darüber hinaus. Für mich war der Löhner Bahnhof bislang auch „nur“ ein kleiner Bahnhof im Nachbarort, den man gut nutzen kann, wenn man etwas später fahren möchte als ab Herford. Wie wichtig dieser Bahnhof mal war, war mir gar nicht bewusst. Geschweige denn, was sich darunter befindet. Außerdem war es spannend zu erfahren, wie damals die Abläufe hier am Bahnhof waren, welche Züge / Verbindungen es gab und wie sich der Bahnhof über die Jahre entwickelte.
So diente der Untergrund auch eine Zeit lang als Luftschutzbunker.

Nächste Führung
Es gibt noch einen weiteren Termin für diese Führung und zwar am 05.04.2025 um 15 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos, über eine Spende freut der Verein Löhne umsteigen – Der Bahnhof sich aber auf jeden Fall.
Das Programm des Vereins findest du hier: Löhne umsteigen.
Danke an den Verein für die Genehmigung zur Veröffentlichung der Fotos!
Ganz in der Nähe haben wir das letzte Wochenende verbracht. Naja, auf jeden Fall ein Grund, nochmal in diese Gegend zu fahren. Lohnt sich auf jeden Fall immer mal.
Es gibt ja im April nochmal einen Termin, vielleicht kommt der ja infrage.
Ich hoffe, ihr hattet eine gute Zeit hier bei uns!
Total spannend. Aber auch schön zu hören, dass mit solch alten Gebäuden doch nochmal was passieren soll.
Ja, das passsiert leider viel zu selten.
Meistens lässt man es verkommen oder reißt es weg.