eBike Radtour – Z2 Trimmer Tour – Zabergäu

Im Mai letzten Jahres habe ich im Urlaub bereits die Z1 – Beginner Tour mit dem familieneigenen Klapp-eBike angetreten.
Als ich nun wieder zur Besuch bei der Familie war, sollte die zweite Tour dieser Reihe dran sein: die Z2 – Trimmer Tour, die deutlich sportlicher sein sollte als die Z1 Tour.

Es handelt sich um eine Rundtour mit ca. 34 km Länge. Somit kann man entlang der Strecke eigentlich an fast jedem beliebigen Punkt einsteigen. Ich bin direkt vor der Haustür in Brackenheim gestartet, was bei dieser Runde problemlos möglich war. Sie ist fast durchgängig mit Z2 markiert, lediglich auf dem Stromberg fehlten bei meiner Fahrt im März 2022 stellenweise die Markierungen, was sehr ärgerlich war. Dazu später mehr.

Den Start in die Runde habe ich als sehr angenehm empfunden. Es gibt kurze kleinere Anstiege, die mit dem eBike kein Problem darstellten. Ohne eBike hätte ich bereits dabei kapituliert. Sobald man aus Brackenheim heraus ist, ist man abseits der Straße auf einem guten Radweg unterwegs, der lange ohne steile Passagen auskommt.

Die erste Sehenswürdigkeit am Weg ist Schloss Stocksberg, das man zumindest von Ferne sehen kann. Es gibt mehrere solche Highlights an der Strecke. Möchte man sie alle anfahren, verlängert die Tour sich natürlich. Das hatte ich aber nicht geplant und so habe ich die Aussicht und den zu diesem Zeitpunkt traumhaft flachen und glatten Radweg genossen. Das Schloss befindet sich ohnehin in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Einige der hier unvermeidlichen Weinberge streift man auf der Trimmertour ebenfalls.

Nachdem man den Ort Frauenzimmern gestreift hat, gelangt man bald nach Güglingen. Dort angekommen fährt man am Lokal Zug entlang, eine Erlebnisgastronomie, untergebracht in umgebauten Zugwaggons. Da ich ein Faible für Züge habe, musste ich dort einen kleinen Halt einlegen und mich umschauen. Es gibt einen Parkplatz direkt am Restaurant und einen großen Biergarten. Soweit ich herausfinden konnte, finden hier auch Events statt. Die Bewertungen im Netz sind gemischt mit einer Tendenz zu Gut. Das wäre bei nächster Gelegenheit einen Besuch wert und ist somit gemerkt.

Die Route führt weiter nach Pfaffenhofen, das sie aber nur kurz berührt, ehe es weiter in Richtung Stromberg geht. Hinter Pfaffenhofen verlässt man bald den angenehm flachen und weitgehend steigungsfreien Radweg. Es geht auf Waldwegen weiter und statt kleiner Ortschaften hat man tatsächlich Wald um sich. In dieser Gegend trifft man ja eigentlich eher auf Weinberge als auf Wälder, daher hat mich der Wald wirklich gefreut. Ich mag Wälder einfach. Der Weg ist ein recht festgefahrener Waldweg, weshalb man gut vorankommt. Eine kleine Weile kommt man sogar noch ohne Anstiege weiter.

Wenig später wird es ernst und es gilt, den Stromberg zu bezwingen. Der Weg wird deutlich unbequemer. Er ist recht fein geschottert und das auch durchaus tief. Nachdem ich im Schneckentempo strampelnd auf gerader Strecke weggerutscht war, habe ich das Rad den Berg hinauf geschoben. Und es geht knackig bergauf. Ob es an meinen Fahrkünsten auf solch einem Untergrund gelegen hat hat oder an den kleinen Rädern, das weiß ich nicht. Vielleicht war es eine Kombination aus beidem. Mit großen eBikes hat man solche Probleme eventuell nicht.

Oben angekommen kann man an der Aussichtsplattform Am weißen Steinbruch eine ausgiebige Rast einlegen, sich stärken und dabei die tolle Aussicht genießen. Es gibt auch noch einen Aussichtssteg, doch der war bei meinem Besuch leider gesperrt. Trotzdem ein sehr schönes Plätzchen dort oben.

An diesem Punkt kommen mehrere Wege an, dazu gibt es noch diverse Trampelpfade und Schilder für den Radweg fehlten zur Zeit meiner Tour gänzlich. Es hat geraume Zeit gedauert bis ich den richtigen Weg gefunden hatte. Waldarbeiten in der Umgebung hatten es auch nicht gerader leichter gemacht.

Die Waldarbeiten wurden wenig später zum nächsten Problem. Tiefe Furchen im Weg, überall Baumteile, Äste, Zweige, Baumscheiben usw. Wandernd habe ich daran durchaus Spass, aber mit dem Rad war streckenweise kein Durchkommen möglich. Also wieder schieben. Andererseits war der Weg ohnehin für alles gesperrt, was sich nicht auf zwei Beinen fortbewegte. Da ich das Rad geschoben habe, habe ich beschlossen, dass ich Fußgänger bin und sehr wohl den Weg nutzen darf. Also durch da!

Ich sage es ganz ehrlich, dieser Abschnitt hat keinen Spass gemacht. Weder das Schieben bergauf, noch das Schieben durch die Folgen des Kahlschlags. Ich wünsche jedem, der sich auf diese Tour begibt, dass es bei seinem Versuch besser läuft. Ich war so unfassbar froh als der Weg wieder glatt und festgefahren war und bald darauf sogar asphaltiert. Grob befindet man sich nun schon im Endspurt der Runde.

Kurz bevor man die Abfahrt vom Michaelsberg genießen kann, hat man noch einen großartigen Blick hinüber zum Freizeitpark Tripsdrill. Aber aufgepasst an dem Aussichtspunkt! Hier sind auch Fußgänger unterwegs, die mitunter mitten auf dem Fahrweg laufen. Und genauso bügeln hier Radfahrer den Berg herunter, dass man zum Schauen besser möglichst weit am Rand des Wegs stehen sollte. Ich hatte beide Situationen und schön war keine davon!
Als ich wenig später den Michaelsberg hinunterflitzte, kam die Erkenntnis, dass ich hier bereits auf der Z1 Beginner Tour unterwegs gewesen war. So erschließt man sich unbekannte Gegenden.

Insgesamt ist die Z2 Trimmer Tour deutlich anstrengender als die Z1 Beginner Tour. Der Anfang ist noch entspannt und man gondelt gemütlich über die Dörfer. Der Weg auf den Stromberg ist danach aber kernig und hat es in sich, sodass ich schieben musste. Oben angekommen sorgten fehlende Schilder und zig Wege für Verwirrung. Der folgende Abschnitt war von Kahlschlag geprägt und Radfahren schlicht verboten. Also musste ich wieder schieben. Eine kleine Entschädigung ist die Abfahrt gegen Ende der Tour, die den vorigen Abschnitt aber nicht gänzlich wieder gutmachen konnte.

Informationen (Stand 03 / 2022)

  • Name: Z2 Trimmer Tour – Zabergäu (GPX)
  • Typ: Rundtour, Einstieg überall entlang der Strecke möglich
  • Länge: ca. 34 km, überwiegend sehr gut beschildert
  • Fahrtzeit: ca. 5 Stunden mit Pausen und Schieben
  • Wegtypen: Radweg, Waldweg, Schotter
  • zu Beginn flach, ein starker Anstieg
  • eBike: Crisson Klapprad
  • Zug Güglingen, Freizeitpark Tripsdrill
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