Rückblickend ist es kaum zu fassen, aber dies hier war tatsächlich die erste Wanderung nach meinem Umzug und außerhalb vom Urlaub. Über zwei Monate hat der Spass gedauert. Wenn man zu den meisten Dingen nur an den Wochenenden kommt, zieht sich ein Umzug ehrlich unfassbar hin.
Da kann man sich vielleicht vorstellen, wie froh ich war als die Wochenenden endlich wieder normal aussahen. Die Tour haben wir quasi auf die Schnelle ausgewählt, Hauptsache es ging wieder raus. Da war ausnahmsweise sogar das Wetter egal, das leider ganz und gar nicht wandertauglich aussah.
Der Start- und Zielpunkt dieser 13 km langen Tour befindet sich bei Büren am Wanderparkplatz Ringelstein am Buschenbacher Forstweg. Dort findet eine Hand voll PKW Platz.

Als erstes haben wir einen kurzen Abstecher zum Stellwerk Ringelstein gemacht. Als kleiner Eisenbahnfan war das für mich ein Pflichtbesuch. Eine Bahn fährt hier nicht mehr, aber das ehemalige Stellwerk sieht immerhin sehr schmuck aus. Darin befindet sich eine Ferienwohnung und ich habe mir spontan vorgenommen, zu schauen was dort eine Übernachtung kostet. Inzwischen habe ich nachgeschaut und die Idee vorläufig verschoben. Dabei liegt das Stellwerk wirklich direkt am Wald und hat mit Büren quasi das „Tor zum Sauerland“ vor der Tür. Bis zur Burgruine Ringelstein ist es gar nicht weit. Dort wollten wir die Tour später beenden.

An einigen Wegweisern vorbei, die von zahlreichen Wanderwegen kündeten, führte unsere Route direkt in den Wald. Von den Schildern habe ich mir den Sintfeld-Höhenweg mit seinen 144 km gemerkt. Wir suchen ja immer wieder mal nach mehrtägigen Wanderungen, die nicht allzu weit von zuhause entfernt sind. Außerdem ist dieser Weg eine Rundtour, was sehr praktisch wäre. Da muss ich nochmal genauer schauen, was die Runde zu bieten hat.
Anfangs war es noch trocken an diesem Wandertag und zudem sicher einer der letzten Tage voller Herbstfarben. Dem Wald sieht man auf Anhieb an, dass das Sauerland nicht weit entfernt ist.

Die Quelle 2000
Das erste kleine Highlight ist die Quelle 2000, die sehr hübsch gestaltet ist mit der Hütte bzw dem Picknickplatz daneben. Hier sprudelt Trinkwasser aus dem Hahn und das sogar im November! Das hätte ich nicht gedacht. Wer also im Sommer bei Hitze hier unterwegs ist, der kann sich an der Quelle prima erfrischen. In der kleinen Hütte dürfte man dazu sehr komfortabel eine Rast einlegen können.
Leider erwischte uns nahe der Quelle doch der Regen und auf den Waldwegen dauerte es nicht lange, bis Schuhe und Socken nass waren. Zwar hat die Strecke einzelne befestigte Abschnitte, allerdings sind sie zu kurz um beides wieder trocken zu laufen. Damit mussten wir also erstmal leben.

Unterwegs auf dem Grenzsteinweg
Highlights findet man auf dieser Wanderung nicht so viele. Man muss sich schon mit einem wunderbaren Wald und abwechslungsreichen und teils recht wilden Wegen begnügen können. Man ist auf breiten Wanderautobahnen unterwegs, läuft dann aber auch wieder auf schmalen Singletrails. Die Mischung stimmt, für uns hätten es noch ein paar schmale Wege mehr sein dürfen. Außerdem ist bei gutem Wetter die Aussicht bestimmt lohnender. Wir haben in der diesigen Nebelsuppe leider nicht allzu viel und weit schauen können. Dafür sind die echten sauerländer Berge aber auch ein gutes Stück weit entfernt und daher kommt diese Runde noch ohne viele Höhenmeter aus. Das ist natürlich angenehm.

Diese hübsche, krumme und schiefe Brücke hätten wir uns gerne näher angeschaut, der Pfad dorthin war allerdings eine einzige Matschgrube. Darum haben wir nur von Weitem einem Blick riskiert. So ist uns der als so idyllisch beschriebene Harlebach glatt entgangen. Aber vielleicht kommen wir ja nochmal her irgendwann. Dann schauen wir ihn uns an.
Nun folgt man eine ganze Weile dem sogenannten Grenzsteinweg . Dieser ist ein eigener Wanderweg von rund 17 km, an dem es mehrere Grenzsteine zu bestaunen gibt. Hier im „Dreiländereck“ von Paderborn, dem Hochsauerlandkreis und Soest herrschte lange Uneinigkeit über die Herrschaftsgebiete. Davon zeugen diese Grenzsteine ganz deutlich.

Wir sind dem Grenzsteinweg nicht komplett gefolgt. Genau genommen wussten wir bis dahin gar nicht, dass es ihn gibt. Er ist also frisch auf der Liste. Unser nächster Abzweig führte uns zur „Russenhütte„. Sie hat diesen Namen, da hier bei Büren zu Zeiten des 2. Weltkriegs russische Kriegsgefangene als Waldarbeiter tätig waren. Die Hütte liegt wirklich fast mitten im Wald und gehört heute dem staatlichen Forstamt Büren und dabei dem Forstbetriebsbezirk Ringelstein. Die Hütte war natürlich abgeschlossen, es gibt aber Bänke und Tische davor. Leicht abseits befindet sich sogar eine Grillstelle. Ein schöner Ort für eine Pause und so haben auch wir hier unsere Pause eingelegt. Wenn man an solch einem Tag mit einem Dach über dem Kopf rasten kann, dann ist das viel wert.

Nach der Hütte gelangt man zunächst auf einen befestigten Weg, über den wir uns ausnahmsweise sogar gefreut haben. Endlich eine Chance, die Schuhe und Socken etwas trocken zu bekommen. Lange hielt die Freude aber nicht an, denn der matschigste Abschnitt der kompletten Tour wartete bereits auf uns. Nach kurzem Zaudern hieß es dann: Augen zu und vorsichtig durch da! Ekliger konnte es kaum werden. Diese Waldarbeiterfahrzeuge ruinieren einfach jeden Weg. Ich mag sie deshalb überhaupt nicht. Läuft man als Wanderer versehentlich neben einem Weg, dann wird man schnell bezichtigt, man schade der Natur. Aber wenn sich diese Monster durch den Wald schieben und Wege zerstören, dann ist das in Ordnung. Verstehe das, wer will. Ich nicht.

Eingesperrt!
Diese Schilder waren uns in diesem Teil der Tour schon an mehreren Stellen aufgefallen und wir fragten uns, wieso in diesem Wald Lebensgefahr besteht. So wild gewachsen und voller Totholz sah er gar nicht aus. Dies war übrigens eine der Gelegenheiten, zu denen ich eMails verschickt habe um zu erfahren, was dort so gefährlich ist. Eine der eMails, auf die ich -warum auch immer- keine Antwort bekommen habe. Ich hatte wirklich freundlich gefragt und dazu geschrieben, dass ich hier im Artikel ungerne Vermutungen in den Raum stellen möchte. Nun muss ich es doch tun. Ich gehe davon aus, dass die betroffenen Waldflächen einst militärisch genutzt wurden und sich dort unter Umständen noch Reste von Sprengmitteln und aufgegebene Schächte befinden könnten. Die ehemalige Luftmunitionsanstalt Harth befand sich ganz in der Nähe, daher halte ich diese Theorie für recht wahrscheinlich.

Und dann standen wir plötzlich vor diesem verschlossenen und recht hohen Tor. Rechts und links daran vorbei, das ging nicht. Wir wissen bis heute nicht, wie wir dort hingekommen sind. Wir sind zuvor durch kein Tor oder sonstwie geartete Sperre gelaufen. Es gab an unseren Wegen auch keine „Durchgang verboten“-Schilder oÄ. Die Gebiete hinter den Warnschildern haben wir mit keinem Fuß betreten. Es ist uns nachwievor ein absolutes Rätsel. Ein Blick auf die Karte verriet, dass wir quasi im Zentrum von mehreren mit Tor abgesperrten Wegen standen. Es gab schlichtweg keine Gelegenheit, einen Haken zu schlagen und dort herauszukommen.
Es blieb uns also nicht viel Wahl. Maik war im Nu über das Tor, für mich war es eine kleine Challenge. In den Alpen, keine Spur von Höhenangst, auf solch einem 2 m irgendwas hohen Tor, der blanke Horror.

Glücklich drüben und damit heraus aus dem vermutlich verbotenen Areal ging es in den Endspurt. Er führte zu Resten eines alten Bunkers, womit ich meine Theorie zu den grünen Verbotsschildern soweit bestätigt sah. Abends zuhause bei der Recherche stellte sich heraus, dass es gar nicht weit weg noch mehr solcher Ruinen gibt. Wir werden wohl wirklich nochmal nach Büren kommen müssen. Ein cooler Aussichtsturm ist ebenfalls nicht weit entfernt. Das scheint ein spannendes Gebiet zu sein, auf dem es noch viel zum Erkunden und Entdecken gibt.
Den Abstecher zur Ruine Ringelstein haben wir am Ende dann doch verschoben, weil das Wetter immer scheußlicher wurde.
Landschaftlich eine sehr schöne Wanderung bei Büren, dem Tor zum Sauerland. Mit den abwechslungsreichen Wegen und einzelnen Aussichtspunkten genau das, was man sich für eine Tour wünscht. Highlights gibt es wenige, dafür aber eben massig Natur. Als kleiner Tipp: schau ruhig häufiger mal auf deine Karte, vielleicht kannst du solch eine Kletteraktion über ein Tor dann vermeiden. Ich kann leider nicht sagen, was bei uns schiefgelaufen ist. Ich habe aber schon gehört, dass andere dort waren und die Tore offen standen.
Hast du schon einmal Skilanglauf ausprobiert? Auch das geht wunderbar im Sauerland, wir haben es neulich erst ausprobiert!
| Name | Im verbotenen Wald – Regenrunde bei Büren (GPX) |
| Länge | 13 km |
| Auf- & Abstieg (lt Garmin) | ↑ 320 ↓ 320 |
| Start- & Zielpunkt | Wanderparkplatz Ringelstein |
| Wegbeschaffenheit | Wanderwege, Singletrails |
| Aktualität | 11 / 2025 |
