
Nadine und ihr Hund Ralfi sind ein perfektes Team, und sie lieben es, gemeinsam in den Bergen unterwegs zu sein. Daher war es nur eine Frage der Zeit, wann die beiden sich auf den Weg machen würden, gemeinsam die Alpen zu überqueren. In 50 Tagen wanderten sie zunächst die Isar entlang, dann über Karwendel, Stubaier Alpen und Dolomiten Richtung Gardasee.
Um „Mein Glück hat vier Pfoten – Wie ich mit meinem Hund über die Alpen wanderte“ bin ich lange herumgeschlichen. Egal, in welchem Buchladen, ich hatte es einmal in der Hand. Über die Alpen zu wandern, das könnte mir auch gefallen. Genau das ist aber mein Problem mit solchen Wander- und / oder Reiseberichten. Ich möchte nicht darüber lesen, ich möchte es machen. Darum lese ich solche Bücher selten. ABER es sollte ja auch um einen mitgewanderten Hund gehen! Mit Tieren, vor allem mit Hunden, kriegt man mich immer. Darum habe ich für dieses Buch eine Ausnahme gemacht.
Alles auf Anfang
„Wie alles begann“ lautet der Titel des ersten Kapitels und tatsächlich nimmt uns Nadine Regel komplett von Anfang an mit. Nämlich wie sie überhaupt zu ihrem Hund Ralfi kam. Ein prima Einstieg, denn mir waren sie und Ralfi bislang kein Begriff gewesen. Inzwischen bin ich ihr schon öfter in verschiedenen Podcasts „begegnet“. Das Kapitel ist rührend und man spürt schnell, dass Ralfi und sie für einander geschaffen sind.
Dann gibt es einen Zeitsprung zum Mai 2023, Nadine steckt mitten in der Planung ihres Abenteuers. Da ist es vier Monate vor dem Start. Der nächste Zeitsprung bringt uns genau an den Start der Tour im August 2023. Von nun an ist das Buch in sieben Teile aufgeteilt, entsprechend der Etappen: Oberbayern, Karwendelgebirge, Stubaier Alpen, Südtirol, Dolomiten, Trentino und Gardasee. Jeder Teil ist dann nochmal in Kapitel unterteilt. So chronologisch erzählt, kann man der Route leicht folgen. Es hat aber auch den Vorteil, dass es sich gut und fix lesen lässt. Ach, ein Kapitel geht noch. Das dürfte jede Leseratte kennen.
Anschaulich und malerisch
Wie erwartet, hat das Buch bei mir den Wunsch, selber mal eine solche Tour über die Alpen zu unternehmen, nur noch mehr verstärkt. Nadine Regel beschreibt ihre Etappen sehr anschaulich und malerdisch, zum Glück aber nie überzogen verkitscht. Zudem spart sie auch die weniger gelungenen Tage und Schwierigkeiten keineswegs aus. Eine solch große Wanderung ist halt nicht immer nur eitel Sonnenschein. Diese Ehrlichkeit hat mir sehr gut gefallen. Auch dass ihre Aufmerksamkeit so sehr Ralfi gilt, hat mich beeindruckt und begeistert. So muss das sein, wenn man mit Hund unterwegs ist. Es ist so schon beachtlich, was der Vierbeiner alles schafft und leistet.

Spannend
Entsprechend spannend fand ich es, die beiden auf ihrer Alpenüberquerung zu begleiten. Ich hatte zwar nie Zweifel daran, dass sie es schaffen würden – das verrät alleine schon der Buchtitel -, aber es gibt doch so manche Situation, die brenzlig ist und so für Spannung sorgt.
Die beiden sind nicht durchgehend alleine unterwegs. Hier und da treffen sie andere Personen, die sie mitunter ein Stück begleiten. Das bringt Abwechslung in die Erzählung und lockert sie miit Dialogen auf, was sich leichter lesen lässt.
Hilfreich und nützlich
Sehr vielen Kapiteln sind nochmal ein oder zwei Seiten mit praktischen Tipps für das Wandern mit Hund angehängt, speziell bei so großen Wanderungen wie eine Alpenüberquerung. Hat man selbst einen Hund und möchte mit ihm eine größere Tour unternehemen, dann findet man hier eine ganze Menge sehr guter Tipps. Vom Training für eine große Wanderung über Tipps bei Wildtierbegegnungen bis hin zu nötigen Versicherungen und anderen Formalitäten ist alles dabei.

63 Fotos
In der Mittes des Buchs gibt es einen Fototeil mit stolzen 63 Bildern. Das facht die Lust auf eine Alpenüberquerung natürlich nochmal besonders an. Außerdem ist Ralfi auf mehrene Fotos zu sehen, ein sehr goldiges Kerlchen!
Wie liest sich das Buch?
Nadine Regel ist Journalistin, sie weiß wie man schreibt. Daher liest sich das Buch auch gut und flüssig weg. So richtig mitgerissen hat die Erzählung mich dennoch nicht. Wenn ich mal ein oder zwei Abende kein Kapitel gelesen habe, war das auch nicht schlimm. Es ist aber eben halt kein Krimi, es ist eine Erzählung von einer Wanderung, von einem Abenteuer. Das darf man nicht vergessen. Es ist zum Genießen geschrieben und dafür darf man sich ruhig ein paar Leseabende mehr nehmen.
Fazit
Dieses Buch dürfte allen gefallen, die selber gerne wandern, eine Alpenüberquerung planen oder zumindest schon mal davon träumen möchten. Wenn sie Hundebesitzer sind, dann sicher umso mehr. Die anschauliche Erzählweise macht Lust auf eine solche Tour und weckt die Sehnsucht nach den Alpen. Dazu gibt es eine ganze Menge Tipps für alle Hundewanderer und einen wunderbaren Fototeil in der Mitte des Buchs.Eine prima Kombination, wie ich finde.
Informationen
| Titel | Mein Glück hat vier Pfoten – Wie ich mit meinem Hund über die Alpen wanderte |
| Verlag | Malik Verlag |
| Seiten | 238 |
| Preis | € 18,00 (broschiert) |
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