Der Katzenbuckel ist mit seinen 626 m die höchste Erhebung des Odenwalds und ein erloschener Vulkan. Auf senem Gipfel steht ein Aussichtsturm, der Katzenbuckelturm. Kurz vor dem letzten Stück des Aufstiegs zum Gipfel liegt außerdem der Katzenbuckelsee, ein ehemaliger Steinbruch. Die nächstgelegene Ortschaft ist Waldkatzenbach. Es geht also mächtig tierisch zu dort. Der Name des Bergs soll einer Theorie nach daher kommen, dass die Form des Bergs an den Rücken einer Katze erinnert, die einen Buckel macht. Bestätigt ist diese Theorie aber nicht.
Der Katzenbuckel war uns auf der Karte schon das eine oder andere Mal aufgefallen. Da ich verrückt nach Tieren bin und den Namen so goldig finde, musste über kurz oder lang eine Wanderung auf den Berg her. Mit dem Aussichsturm und dem malerischen Katzenbuckelsee gibt es auch gleich noch ein paar Highlights mehr am Weg
Insgesamt kommt diese Wanderung auf rund 15 km und recht stattliche 650 Höhenmeter. Bei der Höhe des Bergs war das aber zu erwarten. Immerhin steigt man zum Gipfel auf und danach den Berg wieder hinunter.
Der Startpunkt der Runde ist der Bahnhof Eberbach, von wo aus es schon sehr bald in den Aufstieg geht.

Es geht im Zickzack aufwärts und das stellenweise durchaus steil. Ist man oben an der Ruine Burg Eberbach angekommen, ist man auf jede Fall schon mal auf Betriebstemperatur. Die Ruine ist die Anstrengung aber wert und es gibt einige Plätze,wo man kurz verschnaufen kann. Sogar eine Hütte ist vorhanden! Wenn man es genau nimmt, dann handelt es sich bei der Ruine nicht um die Ruine der Burg Eberbach. Vielmehr standen hier oben einst drei Burgen, nämlich die Vorderburg, die Mittel-, und die Hinterburg. Die Ruine besteht aus Teilen aller drei Burgen. Das muss man aber wissen, ansonsten würde es einem kaum auffallen.
Hübsch ist die Ruine jedenfalls und eine richtig romantische Kulisse.

Hat man sich an der Ruine ausreichend umgeschaut und den Blick bis hinunter zum Neckar genossen,führt die Route auf einem breiten Wanderweg weiter. Für eine Weile kommt sie ohne weitere Höhenmeter aus, was sich am steinernen Wegweiser bereits wieder ändert. Noch ist man nicht auf dem Gipfel und das spürt man auch. An unserem Wandertag, dem 1. Weihnachtsfeiertag 2025, war es ganz schön kalt und so war selbst ich froh über die Aufstiege. Die Anstrengung hält nämlich wunderbar warm. Während des Aufstieg ist der Weg eine Ecke rumpeliger mit größeren und kleineren Steinen, die man unter dem Laub kaum bis gar nicht sehen konnte. Ich bin dort prompt gestolpert und auf die Nase gefallen. Aber es ist nichts weiter passiert.

Bereits am Bahnhof Eberbach war uns ein Schild aufgefallen, das auf einen Wanderweg hinwies. Nämlich auf den Katzensteig. So begeistert ich von der tierischen Gegend war, musste ich unterwegs gleich schauen, was das für ein Wanderweg genau ist. Er ist insgesamt 26,5 km lang, startet in Eberbach und führt schließlich nach Neckargerach. Während wir an mächtigen Steinen am Wegesrand vorbei liefen, ratterte es in den Köpfen. Die fünfte Etappe des Neckarsteigs hatte uns im Sommer 2024 nach Neunkirchen geführt, von wo die Abreise mit den Öffis schier katastrophal gewesen war. Schon damals hatten wir uns gefragt, wie wir für Etappe 6 dorthin kommen sollten, denn die Anreise ist nicht einfacher.
Etappe 6 würde nach Neckargerach führen. Genau wie der Katzensteig, nur auf der anderen Seite vom Neckar. Eberbach ist per Zug recht entspannt zu erreichen. Was wäre, wenn man die Etappe 6 des Neckarsteigs auf dem Katzensteig laufen würde?

Während diese Idee nach und nach in unseren Köpfen Gestalt annahm, wanderten wir zwischen Feldern am Ortsrand von Waldkatzenbach entlang. Selbst dieses Örtchen hat einige Bushaltestellen. Würde man den Katzensteig zur Etappe 6 des Neckarsteigs machen, dann könnte man in Waldkatzenbach wieder einsteigen, was die Gesamtlänge des Steigs bereits gut kürzt. Den Katzenbuckelsee und den Aussichstturm könnte man umlaufen und so würden aus 26,5 km rund 18 km werden. Genauso lang ist die Etappe 6 vom Neckarsteig. Passt!

Wie eingangs bereits geschrieben, handelt es sich beim Katzenbuckelsee um einen ehemaligen Steinbruch. Er liegt herrlich auf einem kurze Abstecher von der Route zum Aussichtsturm und umgeben von Bäumen und steilen Felswänden. Im Dezember war er zugefroren und an dem kleine Steinstrand war es im Schatten so richtig kalt. Dennoch war einiges los, was aber kein Wunder ist. Damit muss man hier rechnen, so schön wie es ist. Bis 1974 wurde hier noch das Katzenbuckelgestein abgebaut, das Basalt ähnelt. Nach Schließung des Steinbruchs hat die Natur das Gelände zurückerobert

An Wiesen entlang und immer weiter sanft aufwärts führt die Strecke nun direkt in Richtung des Gipfels mit dem Aussichtsturm. Die letzten Meter sind deutlich weniger sanft. Wenn man den Turm durch die Bäume hindurch endlich sieht, dann geht es zünftig weiter nach oben, immer schön in engen Serpentinen. Da kommt man schnell ins Schnaufen. Endlich oben angekommen, ist der Turm aber eine tolle Belohnung. Es gibt ein paar Bänke zum Rasten, man kann aber natürlich auch auf den Turm steigen. Das haben wir ebenfalls gemacht, wobei ich mir leider nicht die Anzahl der Stufen gemerkt habe. Knapp unter 100, soweit ich mich erinnere. Leider ist es oben auf dem Turm extrem eng. Wenn es voll ist, wird das schnell unangenehm. Aber der Ausblick ist genial!


.Vom Turm herunter geht es quasi direkt in den Abstieg und leider zunächst auf eine eher zähe Wanderautobahn, an der es vorerst nichts weiter zu sehen gibt. Das ist zwar gut fürs Lauftempo, ansonsten aber wenig unterhaltsam. Schließlich kommt links vom Weg eine große Hütte in Sicht, eine richtig große Hütte sogar! Es ist die Freya Hütte, direkt bei der Freya Quelle. Der Name rührt von einer Sage her, gemäß derer hier einst die Seherin Freya lebte. An der Hütte gibt es eine Grillstelle und mehrere Sitzgelegenheiten. Es ist der ideale Platz für eine größere Pause. Die Hütte selber ist aber verschlossen. Soweit ich gelesen habe, kann man sie mieten. Da muss ich mich nochmal kundig machen.

Der breite Wanderwegs begleitet einen an der Hütte vorbei nun über den gesamten Abstieg zurück nach Eberbach. Kurz vor dem finalen Stück vom Weg, gelangt man nochmal zur Burgruine, wo sich die Runde schließt. Wenn du dich an der Ruine also noch einmal umschauen möchtest, dann ist das die ideale Gelegenheit! Während wir morgens noch fast alleine dort gewesen waren, herrschte nun am Nachmittag ordentlich Trubel. Deshalb haben wir keinen weiteren Stopp eingelegt und sind direkt zurück nach Eberbach gewandert.
Uns hat diese Wanderung prima gefallen! Sie bringt es zwar auf ordentlich Höhenmeter durch einige stramme Anstiege, aber man wird auch jedes Mal für die Müheln belohnt! Die Ruine Eberbach und der Katzenbuckelsee sind einfach märchenhaft schön. Wer wie ich auf Aussichtstürme steht, der wird vom Katzenbuckelturm und dem Ausblick begeister sein. Kleinere Highlights wie felsige Wege und idyllische Hütten runden den guten Eindruck letztlich ab.
| Name | Miau! – Von Eberbach auf den Katzenbuckel (GPX) |
| Länge | 14,5 km |
| Auf- & Abstieg | ↑ 560 ↓ 580 |
| Start- / Zielpunkt | Bahnhof Eberbach |
| Wegbeschaffenheit | Wanderwege, in Abschnitten rumpelige Pfade |
| Aktualität | 12 / 2025 |
