Der Hasenpatt ist ein rund 13 km langer Wanderweg, der Enger im Kreis Herford und Bielefeld-Schildesche verbindet.
Ich hatte den Weg schon seit zwei Jahren im Auge, weil ich seit je her einen Artikel mit verschiedenen Routen mit Oster-Bezug schreiben wollte. Bisher ist daraus leider nichts geworden, aber vielleicht kommt das ja noch.
Dabei hat der Name Hasenpatt tatsächlich gar nichts mit den goldigen Langohren zu tun.
Der Legende nach wanderte einst der hungrige Sachsenkönig Widukind mit seinem Diener namens Hase auf diesem Weg zu Widukinds Schwester um dort leckeren Pickert zu verspeisen.
Bestätigt ist diese Legende allerdings nicht.
Wir sind diese 13 km in umgekehrter Richtung gewandert, also von Bielefeld- Schildesche nach Enger. Die Anfaht mit der Bahn war so herum bequemer, allerdings nicht sonderlich schön. Der Weg vom Bielefelder Hauptbahnhof zur S-Bahnstation ist aus verschiedenen Gründen nicht schön. Da muss man einmal durch. Entweder wie wir bei der Anfahrt oder in anderer Richtung bei der Abreise.

Ich kann aber sagen, wenn man in Schildesche aus der Bahn steigt, dann sind es nur noch wenige städtische Meter, ehe man den Johannisbach überquert und in einen wirklich hübschen Park gelangt. An einer Stelle kann man sogar recht nah ans Ufer heran. Es ist sehr idyllisch dort und wir waren mit dem rauen Start dieses Wandertags direkt wieder versöhnt. Das Wehr ist schon etwas in die Jahre gekommen, versprüht aber genau deshalb viel Charme. Die Wege sind hier normale Spazierwege und das Wegzeichen des Hasenpatts ließ nicht lange auf sich warten. Der Weg ist mit dem weißen „Hp“ auf schwarzem Grund durchgängig gut ausgeschildert.

Durch den Park und am Johannisbach entlang gehen die Spazierwege allmählich in Wander- und Wiesenwege über. Sie führen zu meinem allerersten Lostplace, den ich vor vielen Jahren besucht habe. Damals nannte sch das verfallene Bauernhaus das „Wolfshaus“.
Im Vergleich zu damals sieht es vor Ort noch wüster aus und vom Haus steht kaum noch etwas. Der Zaun ist seit ich denken kann umgetreten, man kann sich am und im Haus also schon etwas umschauen, aber bitte sei vorsichtig. Lange wird der alte Kotten nicht mehr stehen, so marode wie er mittlerweile ist. Wir haben uns alleine der Erinnerung wegen kurz umgeschaut, sind aber dann doch zügig weitergelaufen.


Anstiege gibt es auf dem Hasenpatt kaum. Es geht in gemütlichem Auf und Ab und leichten Haken voran. Eben so wie die Hasen es auch halten, soviel ich weiß. Die kleinen Hügel sind keine echte Herausforderung, die dürfte jeder bewältigen können, der hin und wieder einen Spaziergang unternimmt. Die Feld-, Wald- und Wiesenwege bergen auch keine Stolperfallen, sodass der Hasenpatt insgesamt eine sehr bequeme Wanderung ist. An einem Punkt haben wir uns leicht verfranst, da wir den Abzweig auf der Karte vor Ort nicht entdecken konnten. So sind wir in der Fahrspur eines Traktors weitergelaufen, natürlich ohne die Pflanzen rechts und links platt zu treten.


Sogar ein richtiger Wald liegt auf dem Hasenpatt! Ich muss zugeben, dass ich hier damit niemals gerechnet hätte. Aber der kleine Wald ist wunderschön und der Weg super weich zu gehen. Wir sind die Tour im April gewandert, da war es noch nicht so warm. Im Sommer stelle ich es mir hier im Wald wunderbar schattig und kühl vor. Überhaupt hat der Hasenpatt einige solch schattige Abschnitte. Auch in dem Park am Anfang nahe des Johannisbachs gibt es viele Bäume, die Schatten spenden. Eine Bank zum Rasten gibt es hier und da ebenfalls. Wie schon geschrieben, der Hasenpatt ist ein Wanderweg zum Genießen und Wohlfühlen.


Die Teiche am Rottkampbach sind natürlich Anglergewässer und per Schild ist es nicht erlaubt, sich dort aufzuhalten. Allerdings verläuft die Wegführung des Hasenpatts genau hier entlang. Uns kamen an dieser Stelle auch prompt mehrere Spaziergänger entgegen, die über unsere Bedenken nur lachen konnten. Es hätte noch kein Angler auch nur einen Ton gesagt, wenn man friedlich hier entlanglaufen würde. Nur direkt am Ufer hat man natürlich nichts verloren.
Auch an den Belzbachteichen ein Stück weiter kann und darf man vorbeilaufen. Der Damm zwischen den Teichen ist besonders schön. Die weißen Blümchen waren zwar „nur“ Disteln, aber hübsch sah es trotzdem aus.

Dafür erwartet den durstigen Wanderer etwas später eine echte Überraschung: an einem Haus steht ein kleiner, gut gefüllter Kühlschrank samt Preisliste (sehr moderate Preise!) und einer Kasse des Vertrauens. Wir haben nur einen Blick in den Kühlschrank geworfen. Erstens hatten wir Getränke dabei und zweitens sind offene Glasflaschen oder Tetrapacks unterwegs einfach unpraktisch. Angelacht haben mich die Durstlöscher aber doch! Manchmal mag ich diesen Schrott an Spaßgetränk ganz gerne. Auf jeden Fall ist der Kühlschrank eine tolle Idee und daher geht an dieser Stelle ein großes Dankeschön an den Aufsteller!

Der folgende Waldabschnitt war für mich der schönste Teil der Tour. So schön grün, so schön wild und so ein toller schmaler Pfad mitten hindurch. So hätte es noch ewig weitergehen dürfen. Als wir den Hasenpatt gewandert sind, hatte die Natur endlich wieder die Farben ausgepackt. Man konnte sich daran einfach nicht satt sehen.
Doch allgemein ist man an diesem Punkt bereits im letzten Drittel der Tour. Aus dem Wald heraus und an einem Schild zum Hasenpatt vorbei, erreicht man wieder eine Straße. Enger ist nun schon in der Ferne zu sehen, aber ein Stück ist es durchaus noch bis dorthin.

Dafür ist nun für richtig Abwechslung gesorgt. Man durchwandert ein Industriegebiet, dann einen Wald und schließlich zwischen Feldern entlang während Enger langsam immer näher kommt.
Offiziell endet der Hasenpatt in Enger am Barmeierplatz, wir sind allerdings bereits an der Haltestelle Kleinbahnhof in den Bus gestiegen. Es war gerade Kirscblütenfest und in dem Trubel hätten wir den Bus am Barmeierplatz womöglich nicht bekommen, weil sich keiner von uns dort wirklich auskennt. Wir hätten erst suchen müssen und dann wäre es vielleicht knapp geworden. Da war die Bushaltestelle am Kleinbahnhof die sicherere Wahl.
Der Hasenpatt hat uns wirklich sehr positiv überrascht! Eine so schöne, gemütliche Wanderung hätten wir in solch unmittelbarer Nähe niemals erwartet. Eine richtig abwechslunsgreiche Route ohne nennenswerte Höhenmeter und mit durchgehend gut begehbaren Wegen. Dabei mmer ganz naturnah und mit manch idyllischen Fleckchen. Wälder, Wiesen, Felder, Teiche und ein hübscher Park, das bekommen viele große Route nicht so geballt auf die Reihe. Einfach toll!
| Name | Der Hasenpatt – Haken schlagen von Bielefeld-Schildesche nach Enger (GPX) |
| Länge | ca 13,5 km |
| Auf- & Abstieg | ↑180 ↓200 |
| Startpunkt | Bahnhof Schildesche |
| Zielpunkt | Barmeisterplatz, 32130 Enger |
| Wegbeschaffenheit | wenig Asphalt, Wald- und Wiesenwege |
| Aktualität | 04 / 2026 |
