Höllisch spektakulär! – Über der Stangensteig ins Höllental

Wie wir auf eine Tour kommen, das ist inzwischen sehr verschieden. Meistens suchen wir uns einige interessante Punkte auf der Karte und legen eine Route dazwischen. Manchmal sind es fertige, von komoot automatisch erstelllte Touren. In letzter Zeit lassen wir uns aber auch oft von Youtube Videos unserer Abonnements inspirieren.

So kam es auch zu dieser rund 18 km langen Wanderung , die am Eibsee startet und über die Höllentalangerhütte, den Stangensteig und die Höllentalklamm nach Hammersbach führt. Höllisch was los also gewissermaßen. Für diese Tour sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit von Nöten. Zudem gehört wegen der Klamm selbst bei allerschönstem Wetter eine Regenjacke in den Rucksack.

Das Auto kann man auf den Parkplätzen am Eibsee (kostenpflichtig) abstellen und direkt von dort loslaufen.

Hinweis

Diese Tour bewegt sich im alpinen Gelände und erfordert entsprechende Erfahrung, Ausrüstung und Einschätzung der Verhältnisse. Die Begehung erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr!

Start am Eibsee

Wir sind an diesem Tag gleich früh am Morgen gestartet, um halb sieben ging es los. Ich würde jedem zu einem frühen Start raten. Die Strecke hat es hinsichtlich der Höhenmeter in sich, in der Klamm läuft es sich rutschig und die Wege sind teilweise wurzelig und holprig. Da gehen sich 18 km nicht so flüssig wie abseits der Alpen. Zunächst wandert man durch einen herrlichen Wald. Von den Höhenmetern spürt man hier noch nicht viel und man kann in Ruhe die Natur genießen.

Der Weg steigt erst nach und nach leicht an, vorerst aber mäßig. Zwischen den Bäumen hindurch kann man hier und da einen Schnipsel Ausblick erhaschen. Das ist besonders schön, wenn zB gerade die Sonne aufgeht. Versprochen aber, es wird besser was Aussichten angeht, nur liegen die vorerst direkt voraus auf verschiedene Gipfel gerichtet und weniger in der Ferne. Umso erhabener ist es als sich die Sicht schließlich in Richtung eines Tals hin öffnet. Ich bin ja sonst jemand, der auf Wanderungen von Menschen gemachte „Stationen“ mag, in den Bergen reicht mir komplett die Natur.

Auf dem Stangensteig

Allmählich steigt der Weg mehr an, was man nun auch deutlich spürt. Der Abzweig auf den Stangensteig kam für uns recht überraschend, das Schild haben wir eher mit Glück gesehen. Da waren wir wohl zu sehr in die Landschaft versunken. In lustigem Zickzack geht es zunächst bergauf und schließlich auf den Abschnitt, der den Stangensteig durchaus gefährlich macht. Der Weg ist sehr schmal, nebeneinander kann man hier nicht laufen. Auf der linken Seite geht es direkt neben dem Weg nahezu senkrecht abwärts, während sich rechts die Wand des Waxensteins erhebt. Der Stangensteig war einst ein Transportweg des Bergwerks Höllental. Ich kann mir kaum vorstellen, wie auf dem schmalen Pfad Transportgeräte gefahren sein sollen.

Aus dieser Perspektive ist der Pfad gar nicht zu erkennenI

Es lohnt sich, auf dem Stangensteig eine kurze Pause einzulegen um die wahrlich atemberaubende Aussicht zu bestaunen. Anschließend geht es weiter, immer schön einen Schritt vor den anderen und ruhig etwas vorsichtiger als man sonst unterwegs wäre. Technisch ist das Stück des Weges nicht sonderlich schwierig, dennoch gab es hier leider schon einige Abstürze. Besser, man kommt gar nicht erst ins Stolpern. Der folgende Anstieg verläuft dann bereits wieder auf einem entspannteren Weg und auf krummen und schiefen Stufen.
Schon bald nach dem Stangensteig kommt die Eiserne Brücke in Sicht, die hoch über der Höllentalklamm den weiteren Streckenverlauf markiert. Auf der Brücke steht man in etwa 70 m Höhe über der Klamm.

Von der Brücke aus kann man schon ein wenig in die Klamm hineinschauen und hört auch bereits die Wasserfälle rauschen. Später auf dieser Tour führt die Route durch die Klamm, da ist der Blick von der Brücke ein feiner Vorgeschmack. Nach der Brücke wird man wieder von Stufen in Empfang genommen, die noch ein Stück weiter berauf führen. Die Höllentalangerhütte ist nun nicht mehr allzu weit. Vorher durchwandert man eine steinige und geröllige Ebene. Hier rauscht das Wasser zwischen den Steinen hindurch, bildet Strudel und macht den Abschnitt zu einem abenteuerlichen Spass. Stege führen darüber und man sollte nicht versäumen, den Blick nach oben zu richten. Selten habe ich mich so klein gefühlt wie hier zwischen den Felswänden der Berge.

Im Höllental

Zugspitzblick an der Höllentalangerhütte

Nun ist es nur noch ein Katzensprung zur Höllentalangerhütte, wo wir unsere große Pause auf der Tour gemacht haben. Es gibt eine große Terrasse mit Tischen und Bänken und eine durchaus umfangreiche Speisekarte. Die Höllentalangerhütte liegt auf 1387 m Höhe und bietet zudem Übernachtungsplätze. Von der Hütte aus gelangt man zu einer der anspruchsvollen Routen hinauf auf die Zugspitze. Ein Schild weist darauf hin, dass man in diese Richtung nur mit Steigeisen weitergehen sollte. Es ist mir ein Rätsel, wieso Jahr für Jahr so viele Wanderer ein solches Schild geflissentlich ignorieren.

Die Höllentalangerhütte

Obwohl schon die ganze Wanderung lang die Sonne vom blauen Himmel strahlte, lag die Höllentalangerhütte noch im Schatten. Entsprechend frisch war es noch. Daher haben wir uns für heiße Suppe entschieden, die sehr lecker geschmeckt hat. Die Preise auf der Hütte sind moderat. Es ist logisch, dass man hier irgendwo die Lage mitbezahlt. Aber es hält sich alles im Rahmen, überteuert ist es nicht. Es gibt kleine Snacks, aber auch größere Speisen und natürlich verschiedene Getränke. Da dürfte jeder etwas für sich finden. Wir haben es uns bei bestem Zugspitzblick schmecken lassen. An der Hütte war an diesem Tag richtig viel los. Das großartige Wetter war sicher auch sehr günstig für alle, die auf die Zugspitze wandern wollten. Etwas neidisch waren wir schon.

In der Höllentalklamm

Wenn du aus dieser Richtung in die Höllentalklamm wanderst und kein Kassenhäuschen siehst, bitte nicht zu früh freuen! Die Klamm kostet € 7,00 pro Person und man zahlt am anderen Ende der Klamm. Wer von der anderen Seite kommt, der zahlt also schon vor dem Betreten. Die Höllentalklamm ist sehr beeindruckend! Man wandert durch Tunnel und Höhlen und hat immer wieder Gelegenheit, die Wasserfälle zu bewundern. Es rauscht, es donnert und trocken kommt ganz sicher niemand aus der Klamm. Hier wird es also Zeit für die hoffentlich mitgebrachte Regenjacke. An einem Punkt kann man nach oben zu der Eisernen Brücke schauen, über die man zuvor gelaufen ist.

Der Weg durch die Klamm dauert etwa 30 – 45 Minuten, je nachdem wieviel Zeit man sich nehmen möchte und wie gut man vorankommt. Der steinige Untergrund ist nass und rutschig und an einzelnen Stellen kann es bei viel Betrieb auch mal länger dauern. Es ist aber eben auch ein echtes Erlebnis, daher sollte man sich schon Zeit für die Klamm nehmen. Ich habe selten etwas so Beeindruckendes gesehen wie diese Felsen und Wasserfälle.
Am anderen Ende der Klamm steht schließlich das Kassenhäuschen, wo die Abfertigung trotz Andrang erstaunlich schnell vonstatten ging. Ganz ohne Geschiebe und Gedränge, trotz des „Gegenverkehrs“ von der anderen Seite. Wir haben nur ganz kurz warten müssen und dabei am Hang gegenüber sogar eine Gams gesehen. Jede Wette, die ist bei der Klamm angestellt um die Leute zu unterhalten!

Als wir aus der Klamm heraus waren und die Schlange an der Kasse sahen, waren wir plötzlich sehr froh, von der anderen Seite gekommen zu sein. Wenn du also bei schönem Wetter dorthin möchtest, dann sei am besten zeitig unterwegs. Später wird es an solchen Sonnentagen mitunter sehr voll in der Klamm.

Am namensgebenden Bach entlang läuft man schließlich in den Ort Hammersbach, von wo aus wir mit dem Bus zurück zum Eibsee gefahren sind.

Mit ensprechender Vorsicht, passendem Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit eine absolut empfehlenswerte Wanderung. Landschaft, Fern-, Tief-, Weit-, und Bergblick sind allesamt ein Traum und mächtig beeindruckend. Die Wege sind abwechslungsreich und abenteuerlich und die Höllentalangerhütte ist ideal für eine Pause. Die Höllentalklamm bildet schließlich das donnernde Finale, ehe man Hammersbach erreicht.

NameHöllisch spektakulär! – Über den Stangensteig ins Höllental (GPX)
Längeca. 17 km
StartpunktParkplatz am Eibsee (kostenpflichtig)
Zielpunkt82491 Hammersbach (Grainau)
WegbeschaffenheitWanderwege, schmale Pfade & Steige, teils Absturzgefahr!
Aktualität09 / 25
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