Egge Shorty – Abbruch auf dem Eggetaler Panoramaweg

Der Eggetaler Panoramaweg (oft auch als Eggetaler Panorama Rundwanderweg bezeichnet) ist ein etwa 13 km langer Rundkurs um den kleinen Ort Börninghausen herum. Auf der Route gilt es zwei Aufstiege zu bewältigen: hinauf auf die Egge und auf einen kleinen Teil des Wiehengebirges. Markiert ist die Runde mit einem schwarzen „E“ auf leuchtend gelbem Grund. Diese Schilder kann man nur schwerlich übersehen. Für einen Wanderweg in der Region ist der Eggetaler Panorameweg noch jung! Es gibt ihn erst seit 2015!

Da wir an unserem Wandertag nicht allzu viel Zeit hatten, hatten wir uns für diese eher mittellange Wanderung entschieden. Gestartet sind wir am Wanderparkplatz „Schwarzer Brink“ nahe des Wiehenturms. Dort finden einige PKW einen Platz, bei gutem Wetter ist der Parkplatz aber auch schnell voll.
Richtig tolles Wetter hatten wir an diesem Tag auch. Genauer gesagt war es ein sonniger und warmer Sonntag im Frühsommer. Genau das sollte mir später zum Verhängnis werden.

Die Beermann Hütte ließen wir quasi rechts liegen, denn keine 50 Schritte hinter dem Parkplatz braucht wohl kaum jemand schon die erste Rast. Die ersten Meter auf dem Weg sind wunderbar dicht bewachsen, der Pfad ist schmal und an solch sonnigen Tagen ist es hier angenehm schattig. Irgendwie kam mir die Ecke seltsam bekannt vor und ich habe eine ganze Weile übrlegen müssen, ehe ich mich erinnern konnte. Hier war ich 2022 auf der tristen Tour zu den Fliegerquellen im Wiehen schon einmal entlang gelaufen. Bei deutlich schlechterer Witterung allerdings.

Der Wiehenturm war bald erreicht und er ist eindeutig eines der Highlights auf dem Eggetaler Panoramaweg. Über 125 Stufen gelangt man zur Aussichtsplattform auf 15 m Höhe. Die kleine Anstrengung lohnt sich, der Ausblick ist eines Panoramawegs eindeutig würdig. Richtung Norden eröffnet sich der Blick über die Norddeutsche Tiefebene. Nach Süden schaut man in das hügelige Minden-Ravensberger Land. Ich rate dringend dazu, für diese Tour einen Tag mt klarer Sicht zu wählen. Ansonsten kann es mit den Panoramausblicken problematisch werden und von ihnen lebt die Runde.

Oben auf dem Turm ging es mir noch gut und auch unten wieder angekommen war noch alles in Ordnung. Ich war sogar heilfroh, dass endlich mal die Sonne schien und es wirklich herrlich warm war. Sommermensch eben. Bisher jedenfalls.
Doch einen Kilometer später sah die Welt plötzlich ganz anders aus und mein Kreislauf spielte komplett verrückt. Nun muss ich zugeben, dass das die letzten beiden Jahre auch schon vorgekommen war. Die erste warme Tour eines jeden Jahres war mir einfach nicht bekommen. Schwindelig, wackelig auf den Beinen und unfassbar kurzatmig ging es so auch an diesem Tag weiter bis zur nächsten Schutzhütte. Dort beschlossen wir, nur noch bis zur Burg Limberg zu laufen und dann zurück. Der Eggetaler Panoramaweg würde warten müssen.

Zu meinem Entsetzen mussten wir dafür wenig später aber einen deftigen Anstieg hinauf, jedenfalls kam es mir in meiner Situation so vor. Im Schneckentempo kam ich schließlich oben an. Anschließend wurde der Weg aber wieder flacher und mich trieb vor allem die Aussicht drauf voran, dass es an der Burg eventuell etwas kaltes zu trinken geben würde. Mein mitgebrachtes Wasser war bereits fast aufgebraucht. Vielleicht hätte ich es besser wissen können, aber so weit reichte meine Erinnerung an die Wiehen-Tour leider nicht mehr zurück. Als die Gaststätte Limberg in Sicht kam, waren wir noch guter Dinge uns dort mit einem kalten Getränk stärken und erfrischen zu können. Je näher wir kamen, desto deutlicher wurde es aber: das Forsthaus ist heute leider dauerhaft geschlossen.

Also haben wir uns nur kurz am 12 m hohen Turm der Burg umgeschaut. Außer dem Turm sind von der Burg nur noch einige Mauern erhalten, aber zumindest der Turm ist sehr sehenswert. Seine Mauern sind bis zu 3 m dick, was man sich von außen kaum vorstellen kann. Leider kann man auf den Turm nicht so einfach hinauf. Den Schlüssel muss man sich im Touristikbüro von Bad Holzhausen abholen, nach Voranmeldung noch dazu. Das dürfte damit zusammenhängen, dass sich im Turm auch ein Trauzimmer verbirgt. Wenn dort eine Trauung stattfindet, möchte man natürlich keine neugierigen Wanderer umherstiefeln haben. Das kann man irgendwo verstehen, oder?

Burg Limberg war der Wendepunkt auf unserer kurzfristig umgeplanten Route und so ging es hier bereits auf den Rückweg. Allerdings nicht auf gleicher Strecke, so langweilig sollte es dann doch nicht enden. Der Wanderweg wechselte etwa auf der Häfte des Rückwegs zu Asphalt und ein Haus tauchte am Wegesrand auf. Ein Plakat über der Tür kündete von Fenstermusik, worunter wir uns nur mäßig etwas vorstellen konnten. Ein Fenster gab es aber und auf dem Hof davor standen mehrere Reihen Stühle für das offenbar erwartete Publikum. Von 15 bis 15:30 Uhr sollte hier also diese Fenstermusik gespiel werden. Dafür waren wir bedauerlicherweise etwas zu früh dran und auch wenn es mir schon etwas besser ging, ich wollte lieber nichts riskieren.Aber es ist auf jeden Fall eine geniale Idee und unter anderen Umständen hätten wir uns das Konzert sicher angeschaut und angehört.

Bis zum Parkplatz war er nun nicht mehr weit und die Wege blieben zum Glück angenehm schattig. Der Parkplatz hatte sich in der Zwischenzeit ordentlich gefüllt und es rückten immer mehr Autos an. Im Grunde genau der richtige Moment um die Biege zu machen, ehe es auch auf den Wegen voll werden würde. Es ist hier einfach ein sehr beliebtes Wandergebiet und auch für Gassigänger ideal.

Es hat mich schon sehr geärgert, dass es mit dem kompletten Eggetaler Panoramaweg an diesem Tag nicht geklappt hat. Am Ende standen gerade mal 8 km auf der Uhr. Dennoch war es eine schöne, wenn auch kurze Wanderung. Der Wiehenturm lohnt sich auf jeden Fall. Der Ausblick von oben ist großartig! Und auch der Tum der Burg Limberg ist sehenswert. Es gibt nur einen Anstieg und die Wege sind durchweg gut und problemlos zu laufen.

NameErkundungstour – Abbruch auf dem Eggetaler Panoramaweg (GPX)
Länge8 km
Auf- & Abstieg↑210 ↓190
Start- & ZielpunktParkplatz „Schwarzer Brink“, 32361 Preußisch Oldendorf
Wegbeschaffenheitgut begehbare Wander- und Waldwege
Aktualität05 / 2026

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