Den Trekkingplatz Himmelsnah hatte ich bei verschiedenen Leuten auf Instagram entdeckt und weit hinten im Kopf abgespeichert. In der warmen Jahreszeit sind auf dem Trekkinplatz ganz normale Holzplateaus, auf denen man Zelte aufstellen kann. Im Winter steht auf einer der Plattformen eine einfache kleine Holzhütte, die man buchen kann.
Im Winter. Ich. Die, die drei Viertel des Jahres plus minus ein paar Wochen friert.
Darum habe ich Maik die Übernachtung dort zu Weihnachten geschenkt. Somit gab es für mich kein Zurück mehr. Man muss sich manchmal selbst überlisten.

Buchung
Wenn du mit einem Zelt auf dem Trekkingplatz Himmelsnah übernachten möchtest, kannst du ihn auf dieser Seite buchen: Tourismus Brilon Olsberg. Wenn du dich für die Hütte entscheidest, dann kontaktierst du den Trekkingplatz am besten via Instagram oder Facebook (dort ist die entsprechende Handynummer hinterlegt).
Ich habe im Dezember für den Februar 2026 gebucht und € 50,00 gezahlt. Die Hütte alleine kostet € 40,00 pro Nacht. Möchte man sichergehen, dass nicht gleichzeitig andere Camper die zweite Plattform einnehmen, kann man diese für € 10,00 zubuchen.

Parken
Der nächstgelegene Parkplatz ist der Wanderparkplatz am Kyrilltor. Von dort sind es rund 10 – 15 Minuten Fußweg bis zum Trekkingplatz. Wenn du größeres Gepäck zu transportieren hast, kannst du bis auf etwa 100 Meter an den Platz heranfahren. Der Zuweg ist asphaltiert. Auf keinen Fall komplett an den Platz fahren! An unserem Tag parkten am Feld einige Gassigänger. Ich denke aber nicht, dass es gern gesehen ist, wenn man dort länger parkt. Darum nutze bitte den Parkplatz am Kyrilltor, wenn du alles fertig ausgeladen hast. Oder einen anderen Parkplatz deiner Wahl.

Trekkingplatz Himmelsnah
Auf dem Trekkingplatz gibt es zwei hölzerne Plattformen für Zelte, Sitzgelegenheiten, Tische, einen überdachten Unterstand sowie eine Komposttoilette, die sich verriegeln lässt. Toilettenpapier MUSS selbst mitgebracht werden. Den Code für das Schloss an der Toilette bekommst du vom oben erwähnten Kontakt, ebenso die Info darüber, wo der Schlüssel zur Hütte liegt.
Es gibt auf dem Platz also wirklich alles, was das Wandererherz begehrt. Zudem ist er super gut ausgestattet und wirkt sehr gepflegt und einladend. Offenes Feuer (Lagerfeuer, Grillstellen) und Hobokocher sind verboten, Gas- und Spirituskocher sind erlaubt.
Müll nimmt natürlich bitte jeder selbst wieder mit. Ehrensache, oder?

Die Hütte
Wenn du den Trekkingplatz in Kombination mit „Hütte“ googelst, wirst du Fotos davon finden mit verschiedener Einrichtung.
Alles davon ist von den Campern mitgebracht! In der Hütte ist außer zwei Lichterketten an Einrichtung nichts vorhanden! Alles, was man für den eigenen Komfort braucht, das muss man selber mitbringen.
Der Boden ist mit einer Art dicker Plane ausgelegt und die Wände sind teils mit Plexiglas verkleidet, sodass so viel Kälte wie möglich aus der Hütte ferngehalten wird. Im hinteren Giebel befindet sich ein Fenster für Tageslicht und den Blick in den Himmel.
Unsere Nacht im Eisschrank
Zu unserer Übernachtung war es schon über Tag ziemlich frisch. Dass die Temperaturen zum Abend bzw zur Nacht hin unter den Gefrierpunkt sacken würden, war daher ganz klar. Wir kamen am späten Nachmittag an und haben uns erstmal häuslich eingerichtet. Es ist in der Hütte entspannt Platz für zwei Personen, wenn man sich lieb hat auch für drei. Man kann auch als größere Person aufrecht stehen und sich bewegen. Neben den Schlafplätzen bleibt noch ausreichend Platz für mitgebrachte Ausrüstung, Kleidung, Verpflegung und Bespaßung. Und ja, das mag vielleicht nicht jeder glauben, aber die Hütte ist schon urgemütlich.


Wir haben als erstes die Schlafplätze hergerichtet und ich als eine der größen Frostbeulen aller Zeiten, habe direkt meine Daunenschuhe angezogen. Kalte Füße sind so schwer wieder warm zu bekommen, das musste nicht sein. Schau dir gerne meinen Testbericht zu den Daunenschuhen an, ich kann sie wärmstens empfehlen!
Ein gut gemeinter Rat: bring dir etwas zur Unterhaltung mit. Möglichst etwas, das kein Mobilfunksignal braucht, denn damit sieht es eher mau aus in der Hütte und auch auf dem Platz. Es funktioniert zwar, tut sich aber manchmal etwas schwer.
Wir hatten zwei Kartenspiele dabei und das war ein prima Zeitvertreib. Für einen Podcast nebenbei reichte das Netz ebenfalls und so verging die Zeit bis zum Essen ganz unterhaltsam. Noch ein Tipp: unbedingt ausreichend Licht mitbringen, speziell wenn gespielt oder gelesen werden soll!

Nach dem Essen sind wir sehr bald schlafen gegangen. Egal ob mit dem Zelt, der Hängematte oder in solch einer Hütte, irgendwie sind wir draußen immer früh „im Bett“. Wenn man einmal warm im Schlafsack oder Quilt liegt, dann mag man einfach nicht mehr aufstehen. Neben den wintertauglichen Isomatten und Quilts braucht es natürlich auch warme Sachen zum Anziehen für die Nacht. Zugegeben, so eingepackt wie ich mit Thermounterwäsche, Daunenjacke, Daunenhose, Daunenschuhen, Mütze und Buff, das braucht sicher nicht jeder (Maik beispielsweise nicht), aber ich habe auch nicht gefroren! Es hat also funktioniert.
Außerdem war ich es, die sich am Essen den Magen verdorben hatte und nachts deshalb raus und rüber zur Toilette musste. Dafür lag ich mit meinem Arktis-Outfit goldrichtig!
Es hatte aber auch etwas Gutes, denn einen solchen Sternenhimmel habe ich nur ganz selten gesehen.

Wenn ich schreiben würde, es wäre nicht kalt gewesen, dann wäre es eine Lüge. Rund -3 Grad dürften es in der Nacht allemal gewesen sein. Aber wir haben nicht gefroren. Unsere Ausrüstung hat uns problemlos durch die Nacht gebracht. Ich war leider einige Male wach. Das war erstaunlich, denn normalerweise schlafe ich draußen besser als drinnen. Maik hatte schon vor dem Wochenende mit einem angehenden Schnupfen zu tun gehabt, weshalb auch er nicht ganz so gut geschlafen hat. Trotzdem war es eine angenehme und gemütliche Nacht und vor allem so wunderbar still. Morgens habe ich sogar einen Fuchs in der Nähe gehört. Da macht es dann gar nichts, wenn man wachliegt.
Am nächsten Morgen waren wir schon früh wach, haben kurz gefrühstückt und dann direkt abgebaut, gepackt und die Hütte ausgefegt.
Als wir aus der Hütte kamen, war die ganze Wiese gefroren.
Als krönenden Abschluss dieses Abenteuers gab es auf der Rückfahrt bei einem Bäcker noch ein richtiges, leckeres Frühstück.
Von uns bekommt eine solche Winterübernachtung auf dem Trekkingplatz Himmelsnah eine klare Empfehlung!
Packliste (Februar), 4,5 kg zzgl Essen & 1,5 l Wasser
Bei dieser Packliste lag das Augenmerk ganz klar auf Kälteschutz

- Rucksack, 40 l (Atompacks)
- Rucksackliner (Tidy Gear)
- eLite Quilt -6 °C (GramXpert)
- Isomatte (NeoAir Xlite NXT, Thermarest)
- Kissen (Thermarest, Cascade, Small)
- Daunenschuhe (Nordisk)
- Daunenhose (Tapasimme)
- Thermo Unterwäsche (Decathlon)
- Daunenjacke (RAB)
- Handschuhe (Decathlon)
- Mütze (Revolution Race)
- Buff (Decathlon)
- Technik-Kit (10000er Powerbank, Handwärmer, Kopflampe)
- Hygiene & 1. Hilfe Kit
- Gaskartusche (Decathlon)

Die Hütte sieht wirklich total gemütlich aus, ich kann mir schon vorstellen, dass das was hat da zu liegen. aber die Minusgrade…. brrrr… 🙂