Der große Wanderpass-Check | Etappe 3: Pins am Rucksack und digitale Haken

Heute sind wir bereits bei Teil 3 des großen Wanderpass-Checks angekommen, also beim letzten Part der Reihe.
Anschließend werde ich noch ein allgemeines und ganz persönliches Fazit ziehen.

Schon bei meiner allerersten Wanderung auf dem Harzer Hexenstieg spielte der Wanderpass eine große Rolle. Ich habe ein ausgeprägtes Sammler-Gen, das dabei voll durchgeschlagen hat. Außerdem war jeder Stempelkasten wie ein kleines Etappenziel.
In dieser Artikelreihe beleuchten wir die wichtigsten Fragen zu diesem System!

Mit diesen fünf Regionen habe ich zu diesem Thema interessante Interviews geführt:

Tourismusagentur der Wirtschaftsregion Bergstraße (Nibelungensteig)
Tourismusverband Sächsische Schweiz (Malerweg)
Weserberglandtourismus e.V. (Weserberglandweg)
Region Hannover, Team Tourismus (Deister)
Edersee Marketing GmbH (Urwaldsteig & Kellerwaldsteig)

Wanderpässe sind ein großer Motivator beim Wandern! Es macht Spaß, Stempel zu sammeln und dabei zuzuschauen, wie sich der Pass allmählich füllt. Natürlich freut man sich dann auch, wenn man am Ende eine Urkunde und eine kleine Belohnung in den Händen hält. Ein guter Service ist nun mal viel wert!
Dabei gibt es mittlerweile mehrere Wanderwege, die auf digitales Stempeln setzen. Wie sieht das bei den fünf Regionen aus dem Interview aus? Und welche Belohnung winkt am Ende?

Pins am Rucksack und digitale Haken
Weserberglandweg

Beim Weserberglandweg wird Service großgeschrieben! Nicht nur, dass man hier Stempel akzeptiert, die nicht aus den Partnerbetrieben stammen; selbst wenn man erst nach der Wanderung vom Stempelpass erfährt, kann man den Nachweis z. B. anhand der Hotelbuchungen erbringen. Freier könnte der Weg zu dem begehrten Pin kaum sein. Auch Fotos sind eine Möglichkeit um die erwanderten Touren nachzuweisen. Der Weg ist zudem in der App Summit Lynx zu finden. Wer also kein Stempelheft mit sich tragen möchte oder einfach kurzfristig keine Möglichkeit hat, eines zu besorgen, der kann auch digital stempeln. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich einen Wanderpass als -PDF herunterzuladen.

Nibelungensteig

Der Nibelungensteig geht ähnliche Wege und zeigt sich nicht weniger großzügig. Sollte es hier keine Möglichkeit geben, den Stempel zu ergattern, reicht auch hier ein Foto als Nachweis. Eindeutig sollte es aber natürlich schon sein. Wer seine Wanderungen aufzeichnet, der kann die GPX-Datei der erwanderten Etappe einreichen. In dieser Hinsicht ist man hier sehr modern unterwegs. Ein eigenes digitales Sammelsystem gibt es nicht, was vor allem Kostengründe hat. Aber auch seitens der Wanderer kam oftmals die Rückmeldung, dass ein analoger Wanderpass viel schöner sei. Der Nibelungensteig ist ebenfalls in der App Summit Lynx zu finden. Auch hier führen also viele Wege zu dem edlen Pin.

Edersee – Urwaldsteig & Kellerwaldsteig

Im Gegensatz zu den anderen Regionen winkt dem Wanderer am Ende des Kellerwaldsteigs nicht nur ein klassischer Pin, sondern auch eine Münze. Da die Idee des Wanderpasses aus dem Geocaching herrührt, ergibt das Sinn. Denn im Geocaching gibt es ebenfalls Münzen, wobei diese in der Regel nicht zum Sammeln gedacht sind. Sie wandern von Geocache zu Geocache. Kurzzeitig darf man sie behalten, dann schickt man sie weiter. Eine Münze als Belohnung für die Komplettwanderung auf dem Kellerwaldsteig spricht also eventuell eher Geocacher an, ist aber sicher auch für die „normalen“ Wanderer ein schönes Souvenir. In der App Summit Lynx findet man den Kellerwaldsteig nicht. Da die Stempel aber auf Geocaches basieren, ist insofern bereits eine Art der Digitalisierung gegeben.

Ob es nach den geführten Touren auf dem Urwaldsteig eine Belohnung gibt, das bleibt an dieser Stelle ein Geheimnis, da muss man sich schon auf die Socken machen um es zu erfahren. Digitales Stempeln schließt alleine das Prinzip der Wanderführungen schon aus.

Hier auf dem Viaduktwanderweg wir mit einer lochzange gestempelt, die rechts im Sockel hängt
Deister Wanderpass

In dieser Fünfer-Sammlung an Regionen geht der Deister komplett den klassischen Weg. Es gibt einen Wanderpass aus Papier, und bald werden die Stempelstellen von der Gastronomie in schicke Stempelboxen nach draußen verlegt. Dann ist der Weg zum Deister-Pin auch außerhalb der Öffnungszeiten frei. Auf Service muss man hier genauso wenig verzichten wie bei den anderen Regionen. Lediglich das digitale Stempeln ist nicht möglich. Den Pass kann man sich aber auch online herunterladen und defekte Stempelboxen können per Mail gemeldet werden. Ein absoluter Pluspunkt im Deister: Man kann sich zum Sammeln alle Zeit der Welt nehmen. Der Pass muss nicht in einer bestimmten Zeit erwandert werden.

Malerweg

Auch in der Sächsischen Schweiz verzichtet man auf das digitale Stempeln. Dafür geht man in Sachen Service hier sogar noch einen Schritt weiter. Selbst wenn Wanderer erst nach ihrer Tour vom Wanderpass erfahren, erkennt man anderweitige Belege für die beendete Wanderung an. Ganz ähnlich wie beim Weserberglandweg. Bemerkt man während der Wanderung Schäden z. B. an Unterständen, Bänken etc., dann gibt es einen extra Mängelmelder. Dieser kann auch dafür genutzt werden, um beispielsweise durch umgestürzte Bäume blockierte Wege zu melden. Eine praktische Sache also, ganz speziell für Wanderer sogar!

Wanderpass bei einer Wanderveranstaltung

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Mein persönliches Fazit

Was den Service der Regionen für ihre Wanderer anbetrifft, gibt es soweit keinen Grund zu klagen. Es wird alles getan, um die Wanderung und das Stempelsammeln so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten. Ich finde aber auch, dass sich das so gehört, wenn man solch eine Aktion ins Leben ruft. Das habe ich auf anderen Wegen mitunter ganz anders erlebt und das war jedes Mal mehr als ärgerlich. Gerade der Nachweis über eine erwanderte Etappe bei einer defekten Stempelstelle sollte so einfach wie möglich sein. Es gibt da ja heutzutage gleich mehrere Möglichkeiten. Seien es Fotos, ein GPS-Track oder ein Mängelmelder, so etwas gehört zum Angebot einer Region dazu, wenn sie einen Wanderpass ausgibt.
Über die erwanderten Nadeln konnte ich mich bislang nie beschweren. Sie sind alle edel anzuschauen, hübsch gestaltet und eignen sich wunderbar zum Sammeln oder dazu, sie am Rucksack zu befestigen. Für einige fällt bei der Abholung eine Schutzgebühr an, die sich aber immer im Rahmen hält.

Digitales Stempeln, ja oder nein? – Was denn nun?

Ich habe schon in einem der vorigen Teile dieser Reihe geschrieben, dass ich kein großer Fan vom digitalen Stempeln bin. Es ist einfach nicht das Gleiche und fühlt sich für mich komplett anders an. Eines hat mich allerdings im Rahmen dieses Checks gewundert: Einige Regionen haben angegeben, dass sie kein digitales Stempeln anbieten. Meist werden dafür Kostengründe genannt, was natürlich nachvollziehbar ist. Da frage ich mich schon, wieso man diese Wege dann trotzdem in der App Summit Lynx findet. Mir kann doch niemand erzählen, dass Summit Lynx unentgeltlich arbeitet. Ich weiß sogar, dass sie das nicht tun. Warum sagt man das dann nicht einfach? Digitales Stempeln bedeutet ja nicht explizit, dass man einen ganz eigenen Dienst für diesen Service ins Leben rufen und anbieten muss.

Wie schaut es bei dir aus? Bevorzugst du das klassische Stempeln, oder ziehst du digitale Stempel vor? Und welche Wandernadeln hast du bereits erwandert?

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