Die Fotografiska ist ein Museum in Berlin, aber nicht nur dort! Unter der Marke gibt es weltweit Fotomuseen. Das Berliner Museum ist bisher aber das einzige in Deutschland. Was die Museen auszeichnet ist, dass ihnen Restaurants, Bars oder auch Veranstaltungsräume angeschlossen sind. So auch in Berlin. Das Museum befindet sich im ehemaligen Kunsthaus Tacheles und wurde bereits 2023 eröffnet.
Die Ausstellungen wechseln, laufen aber immer über mehrere Wochen / Monate.

Im Urlaub stand u.A. ein Besuch in Berlin auf dem Plan. Da das Wetter wenig einladend werden sollte, fiel die Wahl neben etwas Shopping auf ein Museum. Dabei durfte die KI uns beraten und schlug neben einigen anderen Museen die Fotografiska vor. Davon hatten wir beide noch nichts gehört, aber eine Fotoausstellung in historischem Rahmen, das klang vielversprechend!
Schon alleine die Fassade ist ein Highlight, wenn man aus dem super modernen Gebäudekomplex zum Museum abbiegt. Es ist ein wunderbarer Kontrast: dieses alte Gemäuer inmitten so viel Moderne!
Die Ausstellungen
Bei unserem Besuch im Mai 2026 liefen gerade drei Ausstellungen auf drei Etagen.
Den Anfang machte die Ausstellung von Anton Corbijn, die schnell unser Favorit wurde. Die körnigen Fotos in schwarz-weiß zeigen bekannte Musiker, was in den schummerig beleuchteten Ausstellungräumen manchmal fast unheimlich wirkt. Man sollte ein gewisses Alter haben oder sehr an Musik interessiert sein, sonst werden einem verschiedene Künstler / Bands eher wenig sagen. In einem kleinen Kinoraum werden Musikvideos von einigen der Bands gezeigt. Auch das hat eine sehr eigene Atmosphäre, wenn es rund um einen herum flimmert und wummert.
(Bis 20.09.2026)
In der zweiten Etage lädt das Museum zur Ausstellung von Bruce Gilden ein. Seine Fotos zeigen Straßenszenen aus verschiedenen Großstädten, oft mit optisch außergewöhnlichen Personen. Die Ausstellung trägt den Titel „Why these?“, was gut dazu passt. Diese Frage stellt man sich schnell. Es sind eindeutig keine Models auf diesen Fotos. Dafür aber haben die Personen Charakter und man sieht ihnen an, wie ihr Leben sie geprägt hat. Die knalligen Farben einiger Bilder sind ein cooler Kontrast zu den Fotos von Anton Corbijn.
(Bis 23.08.2026)
In der dritten Etage erwartet einen die Ausstelung von Anna Ehrenstein „The Language of the Soil“. Sie geht der Frage nach,wer dafür sorgt, dass KI funktioniert und welche Auswirkungen diese Arbeiten auf die betroffenen Menschen haben. An sich zweifellos ein spannendes Thema, das man im Hinterkopf behalten sollte, wenn man KI benutzt. Leider aber hat uns diese Ausstellung am wenigsten begeistert. Irgendwie ergab sich für uns kein Zugang zu diesem Thema anhand der Bilder, Videos und Ausstellungsstücke.
(Bis 14.06.2026)

Das Treppenhaus
Ich traue es mich kaum zu sagen, aber als großer Fan von Lost Places hat mich das Treppenhaus der Fotografiska komplett begeistert. Rohe Wände, über und über mit Graffiti beschmiert, Sticker an jeder mögliche Stelle, filigrane Treppengeländer und die einfachsten Sitzgelegenheiten, die man sich nur denken kan. Geradewegs aus der nächsten U-Bahnstation recycelt. Gefühlt jedenfalls. Alleine im Treppenhaus hätte ich mich schon geraume Zeit herumtreiben und umschauen können!
Informationen
| Name | Fotografiska Berlin |
| Adresse | Oranienburger Straße 54, 10117 Berlin-Mitte |
| Öffnungszeiten | täglich 10 – 23 Uhr |
| Eintritt | € 15 / Person, verschiedene Ermäßigungen (keine Barzahlung!) |
| ÖPNV | verschiedene S- und U-Bahnen, Straßen- und Regionalbahnen |
