TERRA.track – 3 Türme bei Melle Buer

Diese Tour hat es mir in Sachen Planung nicht leicht gemacht. Erstens bin ich erst im letzten Moment (also am Samstagabend davor) darauf gestoßen und hatte so nur wenig Zeit für die Planung. Zweitens wimmelte es bei den Nachforschungen nur so von “geschlossen” und “existiert nicht mehr”.

Das Auto habe ich auf dem Wanderparkplatz “Friedenshöhe” abgestellt. Wenn ihr diesen Parkplatz in Google Maps eingebt, werdet ihr die Meldung erhalten, dass der Parkplatz dauerhaft geschlossen ist. Genau genommen existiert er gar nicht mehr. Allerdings hat die Stadt Melle in kürzester Zeit einen neuen Wanderparkplatz eingerichtet. Die Anfahrt ist die gleiche wie beim vorigen Parkplatz. Also könnt ihr die Meldung von Maps getrost ignorieren.
Der Parkplatz ist zudem an der Straße gut sichtbar ausgeschildert.
Laut Bericht gibt es 26 Parkplätze, je nachdem wie schlau die Leute parken. Morgens um 8:30 Uhr stand außer mir nur ein weiterer PKW dort, als ich um ca. 13:30 dort wieder ankam, war kein Platz mehr frei. Also lieber früh dort sein!
Am Parkplatz gibt es mehrere Infotafeln zu den Wanderwegen in der Gegend. Es stehen drei vorgegebene Wanderwege zur Auswahl mit Längen von 4 km, 8 km und 11 km. Natürlich kann man aber auch seine eigene Tour zusammenstellen.

Ich habe mich für die 11 km lange “3-TürmeTour” entschieden.
Der Zuweg zum Einstieg ist kurz und hinter einer Schranke geht es gleich los mit einem kleinen Anstieg, denn natürlich steht der erste Turm, der Aussichtsturm Friedenshöhe, erhöht im Wald. Bereits nach wenigen Minuten kommt man dort an. Anstiege gibt es auf der Tour mehrere, aber sie sind gut zu meistern. Spaß machen Höhenmeter ja nie wirklich, oder?

Nach 140 Stufen ist man in rund 25 m Höhe auf der Platform angekommen und hat eine großartige Aussicht.
Da ich so früh dort war, hing in einem Tal noch der Nebel und es war interessant zu verfolgen, wie er über die Landschaft zog. Außerdem kann man von dort oben bereits das nächste Ziel sehen, den zweiten Aussichtsturm auf der Route. Der Aussichtsturm wird auch “Klimaturm” genannt. Auf zahlreichen Infotafeln am Fuße des Turms kann man sich über das Klima, die Einflüsse und deren Auswirkungen schlaumachen.

Bis zum zweiten Aussichtsturm sind es etwas mehr als 2 km. Der komplette Weg ist wunderbar zu laufen. Sehr viele weiche Waldwege, ab und zu etwas Schotter und nur bei der Burg Asphalt. Da es nahezu immer durch den Wald oder durch Wiesen geht, hat man abwechselnd Sonne und Schatten, was sehr angenehm ist.

Das Areal am zweiten Aussichtsturm, der Ottoshöhe, lädt zu einer Rast ein. Es gibt dort einen großen Picknickplatz mit Bänken und Tischen und eine Schutzhütte mit Bänken. Für die Geocacher liegt dort GC6RV8A.
Ich habe ihn nicht gefunden, das Handy hat mich ständig kreuz und quer geschickt und es war auch einiges los, sodass ich nicht in Ruhe suchen konnte.

Bis zur Aussichtsplatform hat man bei der Ottoshöhe “nur” 126 Stufen vor sich, dann kommt man in rund 24 m Höhe an.
Der Turm ist offener gebaut als die Friedenshöhe. Nach unten schaut man auf den Picknickplatz. Richtet man den Blick in die Ferne kann man bereits die Diedrichsburg erkennen.

Bis zur Diedrichsburg ist es von der Ottoshöhe allerdings noch ein gutes Stück zu wandern. Dabei durchquert man das Gelände des ehemaligen Wildparks Diedrichsburg, der im August 2021 geschlossen wurde. Laut Wikipedia entsprach die Größe des Areals nicht den neuen Vorgaben, weshalb die dort lebenden Wildschweinrotten an andere Wildparks gegeben wurden. Ich war vor rund 4 Jahren einmal hier und da liefen die Tiere noch überall herum und kamen sogar ganz nah an die Wege. Ich füge hier ein paar Fotos von damals ein und bitte um Entschuldigung für die Qualität. Die Fotos sind bearbeitet und von Facebook “misshandelt”.

Der Zugang auf das Gelände führt auch jetzt noch durch große Metalltore mit schweren Gewichten daran. So wurde damals dafür gesorgt, dass die Tiere die Tore nicht selbstständig öffnen konnten. Heute strahlen die Tore ein wenig “The Walking Dead”-Flair aus. Das hat mir gefallen. Außerdem habe ich einen Lost Place Fimmel und ein solcher ist das Gelände inzwischen ja leider auch.

Auf dem Gelände findet man noch mehrere Infotafeln, auf denen man eine Menge über Wildschweine erfährt. Ansonsten ist nicht zu erkennen, dass es mal ein Park war. Aber die Vegetation ist wilder, die Wege schmaler und teilweise überwuchert. Es macht Spaß, dort zu wandern. Allerdings steht auf Wikipedia auch, dass die Wildschweine teils an andere Wildparks weitergegeben wurden. Also nicht alle? Was ist mit dem Rest passiert? Leben vielleicht doch noch einige auf dem Gelände? Ich bin vorsichtshalber ganz ruhig gegangen und habe meinen Proviant lieber im Rucksack gelassen.

Erst als die Burg bereits in Sicht kam, habe ich eine kleine Pause eingelegt. Auf einem etwas erhöhten Plätzchen, man weiß ja nie. Auf dem gesamten Weg sind mir übrigens hauptsächlich Gassigeher mit ihren Hunden begegnet. Nur wenige Wanderer und Jogger und auch nur ein Radfahrer. Ich war immer wieder ganz für mich alleine unterwegs.

Bei der Diedrichsburg kann man eine längere Rast einlegen und es sich auf der Terrasse bei Getränken und Snacks gutgehen lassen. Man kann auf den Burgturm steigen, was ich allerdings nicht gemacht habe. An der Burg war es relativ voll und da bin ich lieber schnell weitergegangen. Ab hier hat man -wie schon erwähnt- Asphalt unter den Schuhen, denn man kann mit dem Auto zur Burg fahren. Bei der holprigen Straße würde ich persönlich aber lieber vom Parkplatz laufen.

Der Parkplatz befindet sich am Nordtor zum Wildpark. Eine andere Möglichkeit mit dem Auto zur Burg zu gelangen, gibt es nicht. Das andere Osttor, durch das man auf dem Wanderweg geht, ist nur für Wanderer!

Nach der Diedrichsburg wird es mit den Sehenwürdigkeiten am Weg weniger. Dafür punktet die Strecke einmal mehr mit weichen Waldwegen, die sich in Richtung Start- bzw Zielpunkt schlängeln. Auf der ganzen Tour gibt es immer wieder mal eine Sitzbank und wenn ich mich nicht verzählt habe ganze vier Schutzhütten, wo man ebenfalls rasten kann.

Kurz vor Ende der Runde kommt man an einigen Häusern vorbei. Vor einem stand ein Selbstbedienungstisch mit einer Box. Darin standen mehrere Gläser selbst geimkerter Honig. Im Garten dahinter sah man zahlreiche Bienenstöcke. Bei sowas kann ich immer nur sehr schwer widerstehen und deshalb habe ich ein Glas gekauft. Das Geld kam in eine kleine Geldkassette, die ebenfalls in der Box war.

Der komplette Weg ist sehr gut markiert. Das Zeichen sind drei weiße Türme auf schwarzem Grund und auch ein rotes T für “Terra.track” begleitet einen vom Anfang bis zum Ende. Eine so gute Beschilderung habe ich abseits vom Harz selten gesehen.

Die “3-Türme-Tour” ist rundum eine traumhafte Wanderung durch wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaften. Die Aussichtstürme bieten großartige Fernblicke. Für mich eine der schönsten Touren, die ich je gegangen bin. Ganz große Empfehlung meinerseits also!

Informationen

Name: TERRA.track 3 Türme Melle-Buer (GPX)
Startpunkt: Wanderparkplatz Friedenshöhe
Länge: ca. 11 km
Sehr angenehm zu laufen, meist Wald- und Wiesenweg, Forstwege, Asphalt nur an der Diedrichsburg, festes Schuhwerk ratsam
weitere Informationen Diedrichsburg
weitere Informationen 3-Türme-Tour

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