Der Kleine Mainzer Höhenweg ist ein Wanderweg mit etwa 33,5 km. Er führt in einem weiten Bogen um die Stadt Mainz herum.
Dabei startet er in Mainz Laubenheim und endet in Mainz Mombach. Er ist der kleine rheinhessische Bruder des bekannten Mainzer Höhenwegs in den Ostalpen.
Von Kleinen Mainzer Höhenweg haben wir zum ersten Mal vor vielen Monaten in einem Podcast gehört und uns den Weg genauer angeschaut. Anschließend kam er auf die Liste und wartete dort geraume Zeit bis zu seinem Auftritt.
Da die Anreise zum Weg nicht gerade kurz ist, haben wir uns entschieden, den Weg in zwei Etappen zu gehen.
Unsere erste Etappe bringt es auf etwa 16 km, beginnt am Bahnhof von Mainz-Laubenheim und führt am Ende nach Klein Winternheim -Ober Olm. Die Strecke in der GPX-Datei unten in der Infobox endet ein kleines Stück vor dem Bahnhof, was ich im Nachhinein selber nicht verstehe. Aber bis zum Bahnhof ist es dann nur noch ein Katzensprung.

Nach einem kurzen Abschnitt durch den kleinen Ort führt die Route schließlich hinaus und gleichzeitig aufwärts. Natürlich, es ist ein Höhenweg, also muss man auch in die Höhe gelangen. Es ist aber der einzig erwähnenswerte Anstieg auf der Route. Auf rumpeligem Kopfsteinpflaster steigt man aufwärts und gelangt sofort ins Grüne. Eine hübsche kleine Kapelle liegt am Weg und lohnt einen kurzen Blick. Oben angekommen, kommen sofort die Weinberge in Sicht, die einen fortan den kompletten Weg begleiten werden. Ich bin ja ein großer Freund von Weinbergen und dem Wandern in Weinbergen. Und von den gleichmäßigen Wegen, die sich so oft um die Reben schlängeln.

Oben angekommen kann man bei klarer Sicht weit hinten sogar die Skyline von Frankfurt erkennen. Der Blick hinunter ins Rheintal davor ist wirklich großartig, war an unserem Wandertag aber leider etwas verhangen. Wer mag, der kann sich an diesem Punkt auf Bänken niederlassen und die erste kleine Pause genießen.
Die Beschilderung entlang des Wegs ist übrigens sehr gut! Alle paar Meter findet man ein Schild mit dem Edelweiß, sodass man sich kaum verlaufen kann. Dazu begegnet man in Sachen Schilder noch dem Rheinterrassenweg und der Bodenheimer Silberberg Runde. Sie ist sehr niedlich mit einem blauen Esel markiert und zog natürlich sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich liebe ja Esel! Also, die Tiere…

Am Aussichtsturm an der Bodenheimer Höhe haben wir natürlich die Stufen auf uns genommen. So hoch ist der Turm nicht, es ist eher ein Türmchen. Die Höhe reichte aber problemlos aus, uns an diesem an sich so warmen Tag einmal ordentlich den Wind um die Nase wehen zu lassen. Es ist ein schönes Fleckchen auf der Route und hier ist eine kurze Pause wirklich angebracht. Der Kleine Mainzer Höhenweg ist übrigens auch eine tolle Strecke für die Geocacher unter uns. Ich habe dort die eine oder andere Dose einsammeln können, was ein tolles Gimmick zur Tour darstellte. Ich cache in letzter Zeit viel zu wenig. Wenn dann mal ein paar Dosen so einfach und quasi am Weg liegen, dann schnappt man doch gerne zu!

Obwohl sich durch und um Weinberge üblicherweise asphaltierte Wege ziehen, ist man auf dem Kleinen Mainzer Höhenweg auch mal auf unbefestigten Wegen unterwegs. Das ist erstens eine schöne Abwechslung und zweitens schont es die Füße. Anstiege gilt es nach dem Start kaum mehr zu bewältigen, was den Weg sehr entspannt zu laufen macht. Dabei hat man fast ununterbrochen einen guten Blick über die Orte längs der Strecke. Sicher kein Vergleich zum großen Bruder in den Alpen, aber immerhin werden tatsächlich beide Brüder von der Alpenverein Sektion Mainz betreut. Ein wenig schräg wirkt das schon, aber irgendwie halt auch ganz witzig. Und nicht jeder kann eine anspruchsvolle Höhenwanderung in den Alpen unternehmen. Da ist es doch schön, immerhin den Ableger gehen zu können, oder?

An der Glockenberghütte haben dann auch wir eine Pause eingelegt. Erstaunlicherweise hatten wir sie sogar für uns alleine. In der runden Hütte stehen Tische und Bänke und auch um die Hütte herum gibt es Plätze zum Rasten. Dabei hat man einen guten Rundumblick nach Rheinhessen, zum Odenwald und nach wie vor auch auf Frankfurt. Ein Geocache liegt hier ebenfalls. Vom Weg aus ist die Hütte zunächst lange nicht zu sehen, deshalb sollte man hier ein wenig die Augen offen halten. Oder man hat den Track mit Highlights auf dem Handy. Zwar heißt dort jedes zweite Highlight „Skyline Frankfurt“, aber die Glockenberghütte ist ebenfalls verzeichnet. Manchmal ist es wirklich unübersehbar, dass viele Nutzer von komoot nur nach den Favoritenpunkten und den „Auszeichnungen“ gieren.

Mit Verniedlichungen haben sie es auf dem Kleinen Mainzer Höhenweg! So läuft man vorbei am etwas erhöht liegenden Harxheimer Kapellchen bis hin zum Schlossbergtürmchen. Das Türmchen kann sich in Sachen Höhe mit dem der Bodenheimer Höhe die Hand reichen. Es sind nur wenige Stufen bis nach oben. Obwohl ich sonst keinen Turm auslasse, haben wir hier auf den Aufstieg verzichtet. Hinter uns braute sich nämlich ein deftiger Schauer zusammen, der für diesen Tag überhaupt nicht angesagt gewesen war. Typisch mal wieder in diesem Frühjahr! Vermutlich ist es nebensächlich, aber wir hatten natürlich keinen Regenschutz dabei. Es sollte ja schön bleiben! Wie schnell man plötzlich werden kann…

Zum Glück blieb das Unwetter aber doch hinter uns und zog in eine andere Richtung ab, ansonsten wäre das ein ausgesprochen ungemütlicher Abstieg geworden. Nur windig wurde es plötzlich so richtig. In leichtem Auf und Ab führt die Strecke zwischen kleinen Ortschaften und Feldern entlang in Richtung Klein-Winternheim, wo unser Endpunkt lag. Lange wollten wir nicht glauben, dass es hier wirklich einen Bahnhof gibt, aber es ist so! Hier werden wir also in die zweite Etappe starten, wenn es Zeit dafür ist. Vielleicht dann, wenn der Wein so weit ist. Ich kann mir die Hänge voller Weinreben richtig schön vorstellen. Da kann man vielleicht sogar mal naschen. Das haben wir schon einmal gemacht, aber viel zu früh! Wie sauer kann bitte ein Lebensmittel sein?

Eine schöne entspannte, dafür aber aussichtsreiche erste Etappe auf dem Kleinen Mainzer Höhenweg liegt hinter uns. Man kann die Strecke auch leicht in drei Etappen aufteilen. Ein Weg auf jeden Fall, der für alle Fitnesslevel geeignet ist und zum Wandern und Spazieren einlädt.
| Name | Kleiner Mainzer Höhenweg Etappe 1 (GPX) |
| Länge | ca. 16 km |
| Auf- & Abstieg | ↑350 ↓270 |
| Startpunkt | Bahnhof Laubenheim |
| Zielpunkt | Bahnhof Klein-Winternheim |
| Wegbeschaffenheit | wenig weiche Wege, Asphalt und befestige Weinbergwege |
| Aktualität | 03 / 2026 |
