Rheinsteig Etappe 15 – Von St. Goarshausen nach Kaub

Der Rheinsteig ist ein Fernwanderweg, der auf stolzen 320 km von Bonn nach Wiesbaden führt.
Man kann ihn in beide Richtungen gehen und sich die Etappen dabei recht frei selber zusammenstellen.
Wenn man online nach den Etappen schaut, findet man schwankende Angaben von 17 bis hin zu 23 Etappen.

Wir laufen den Rheinsteig  bzw seine Etappen in loser Reihenfolge. Vier Etappen sind wir bereits gewandert und haben uns dabei vor allem danach gerichtet, wie gut die Startpunkte mit der Bahn zu erreichen waren. Inzwischen wird genau das immer schwieriger und die Anreise aufwendiger. So haben wir uns dieses Jahr entschieden, das Zelt und die Übernachtungssachen mitzunehmen um direkt zwei Etappen in Angriff zu nehmen.

Direkt zu meiner Rheinsteig-Packliste

Nachdem vor allem für mich die vorige Etappe 14 nicht so glorreich lief, war am nächsten Morgen immer noch die Frage offen, ob wir die deutlich längere 15. Etappe überhaupt angehen sollten. Wir haben uns schließlich dafür entschieden. Schon am Abend vorher hatten wir außerdem beschlossen, wenn wir weitermachen, dann so früh wie möglich! Um sieben Uhr öffnete der REWE, wo wir die Vorräte aufstocken wollten und so standen wir kurz vor halb acht abmarschbereit und frisch mit Getränken und Snacks versorgt vor dem Laden.

Wie sollte es auch anders sein, die ersten Kilometer führten einmal mehr stracks bergauf. Man muss ja die Höhe zurückgewinnen, die man am Tag zuvor abgestiegen ist. Ob es an der frühen Uhrzeit lag (ich bin beim Wandern am liebsten ganz früh unterwegs) und den kühleren Temperaturen um diese Zeit, am frischen T-Shirt ohne Merino oder einfach an der Tagesform, jedenfalls war ich bedeutend fitter und motivierter an diesem zweiten Tag. So kamen wir unerwartet zügig voran trotz der Anstrengung. Die ersten genialen Ausblicke ließen nicht lange auf sich warten. Als erstes kam gleich die Burg Katz mit ihren spitzen „Ohren“ in Sicht.

Mit der Burg Katz sieht es genauso aus wie mit der Burg Maus: man kann auch die Katz nur von außen anschauen. Am besten also aus der Ferne, denn direkt davor gibt es außer dem Tor  nichts weiter zu sehen. Privatbesitz. Ich kann es ja verstehen. Ich würde auch nicht wollen, dass Touristen auf meinem Grundstück oder gar in meiner Burg umherstiefeln, schade ist es aber trotzdem.
Das Highlight dieser Etappe ist vermutlich die Loreley und auch wir waren mehr als gespannt darauf. Endlich kam sie in Sicht, wenn auch zunächst noch ganz klein und von oben. Aber das erste Zwischenziel würde recht bald erreicht sein, das gab Ansporn.

Auf der Landzunge steht die Loreley

Waren wir auf den Wegen noch alleine unterwegs gewesen, so änderte sich das je näher wir der Loreley kamen. Es ging aber noch, was vermulich daran lag, dass um diese Zeit dort noch nichts geöffnet hatte. Unser Weg führte uns zunächst zur Touri-Info. Aber auch die hatte noch geschlossen. Auf dem Loreley Plateau gibt es einiges zu entdecken, sodass man sich dort gut die Zeit vertreiben kann. Wir haben zunächst den Ausblick vom Loreleyfelsen bewundert und uns dann die Mythoshalle angeschaut. Beides ist sehr zu empfehlen! Der Eintritt in die Mythoshalle ist frei. Hier erfährt man Geschichtliches, aber auch zur Loreley-Sage wird einiges geboten. Direkt bei der Loreley waren wir nicht, wir haben uns mit der Statue auf dem Plateau begnügt.

Neben den „offiziellen“ Aussichtspunkten, gibt es auch auf der 15. Etappe des Rheinsteigs wieder Aussichtspunkte, die nicht ganz ungefährlich sind. Man sieht zwar überall, dass dort schon zahllose Menschen umher gestapft sind, aber das heißt ja nichts. Pass dort also auf jeden Fall gut auf, wie und wo du deine Schritte setzt! Es geht wirklich, wirklich steil und tief abwärts und ein unachtsamer Schritt kann böse Folgen haben. Auf einem Abschnitt wurde es dann wieder richtig steil und unwegsam. Sandiger und geschotterter Untergrund und eine Rampe allererster Güte! Inzwischen war es Mittag und die Sonne knallte nur so vom Himmel. Ohne eine kurze Verschnaufpause ging es auf diesem Stück Weg einfach nicht. Oben angekommen waren wir bereits gut durchgebraten, da hätte es das freie Feld eigentlich nicht mehr gebraucht. Aber was will man machen?

Willkommene Erfrischung

Das Warnschild für Wanderer kam unerwartet und kündete von einem schwierigen Streckenabschnitt, der sich aber umgehen lässt. Die Umleitung ist auf dem Schild ausgewiesen. Der Text sprach von erforderlicher Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Der anschließende Weg war steil, felsig und auf einer Seite ging es abwärts wie so oft auf dem Rheinsteig. Links wurde der Pfad von Felsen flankiert. Ich habe ihn rückblickend nicht als besonders anspruchsvoll in Erinnerung, aber es ist auch kein Weg um Blödsinn zu machen und achtlos zu laufen. Das Gras und die Sträucher standen sehr hoch und wo genau es in die Tiefe ging, war daher nicht zu erkennen. Also bitte sei auch hier lieber etwas übervorsichtig.

Mit dem Blick auf Burg Pfalzgrafenstein und Burg Gutenfels begann anschließend bereits der Abstieg zum Etappenziel Kaub. Man steigt in einem Weinberg ab und auf entsprechend steilen und rumpeligen Stufen. Mit jeder Stufe kam Kaub näher und bis zum Bahnhof war es dann auch nur noch ein großzügiger Katzensprung. Für Kaub selber konnten wir uns leider keine Zeit mehr nehmen. Das holen wir nach, wenn wir von hier aus in Etappe 16 starten. An diesem Wandertag war es mittlerweile so spät, dass wir die nächstbeste Bahn nehmen wollten.

Die 15. Etappe des Rheinsteigs ist mit Fug und Recht die Königsetappe. Ein Highlight und ein Panoramaausblick jagt den nächsten. Die Wege sind mal gemütlich, mal abenteuerlich und die Anstiege fordern so richtig. Die rund 23 km haben es also ganz schön in sich, lohnen die Anstrengung aber auf ganzer Linie. Pausenplätze gibt es ebenfalls reichlich, sodass man immer mal wieder rasten kann. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad kann man allerdings durchaus darüber streiten, ob man sich der Etappe stellen muss.

NameRheinsteig Etappe 15 – Von St. Goarshausen nach Kaub (GPX)
Längeca. 23 km
Auf- & Abstieg↑ 900↓ 910
StartpunktRewe Martk, Nastätter Straße 2 – 6, 56346 St. Goarshausen
ZielpunktBahnhof, 56349 Kaub
Wegbeschaffenheitteils bequem, teils anspruchsvoll, Trittsicherheit stellenweise erforderlich
Aktualität05 / 2026

Die erste Packliste in unserer Trekkingkarriere, die ruhigen Gewissens für eine Sommerübernachtung gepackt werden konnte.

  • Rucksack, 40 l (Atompacks)
  • eLite Quilt (GramXpert)
  • Isomatte (Thermarest Neo Air Xlite NXT)
  • Kissen (Sea to summit)
  • Trekkingstöcke (Fizan)
  • Handtuch (Cocoon)
  • Packbeutel mit Wechselkleidung (Ticket to the moon)
  • Powerbank 10.000er (Haribo)
  • Haarbürste (Tangle Teezer)
  • Kochset (diverse)
  • Hygiene- & Erste-Hilfe-Set
  • Snacks & Wasser
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