Der Neckarsteig ist ein Fernwanderweg mit einer Länge von knapp 128 km. Er beginnt bei Heidelberg in Baden-Württemberg und endet in Bad Wimpfen. Gängigerweise wird der Neckarsteig auf neun Etappen aufgeteilt. Da er für mich mit einer weiten Autofahrt verbunden ist, ist der Plan, immer eine Etappe zu gehen, wenn ich in der Region bin. Der Neckarsteig ist sehr gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen, was es leicht macht.
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Stolze acht Monate nach der letzten Etappe wollten wir den Neckarsteig im April endlich komplett fertig wandern. Für die noch fehlenden Etappen lohnten mehrere Anfahrten nicht mehr, dafür war die Strecke mittlerweile zu lang. Drei Etappen fehlten noch, die wir aber in zwei Etappen zusammenfassten. Daher entsprechen diese siebte und die vorige sechste Etappe nicht den offiziellen Etappen. Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz Cimbria in Neckarzimmern direkt am Fluss.
Nach der Nacht auf dem Campingplatz waren wir wie immer früh wieder auf den Beinen. Nach einem schnellen Frühstück packten wir alles fix zusammen und wenig später standen wir abmarschbereit an der Straße. Unsere letzte Etappe auf dem Neckarsteig schlug mit stolzen 24 km ganz ordentlich zu Buche und wir mussten am Nachmittag einen Zug erwischen.

Nach gut eineinhalb Kilometern stracks bergauf ist man nicht nur warm, sondern hat auch gleich den ersten tollen Aussichtspunkt erreicht. Uns war an diesem zweiten Wandertag sogar ein wenig Sonne vergönnt und so hatten wir einen guten Blick hinunter auf die Staustufe und Neckarzimmern, wo wir die Nacht veracht hatten. Landschaftlich und von den Ausblicken her macht dem Neckarsteig wirklich so schnell kein anderer Flusswanderweg etwas vor. Auf jeder einzelnen Etappe gelangt man irgendwann an den Neckar. Da gibt es Flusswanderwege, die das nicht schaffen. Der Rheinsteig beispielsweise. Da sind wir schon so manche rheinlose Etappe gelaufen.

Die Burg Homberg haben wir nur im Vorbeilaufen gesehen. Wegen der langen Strecke waren Abstecher und Besichtigungen nicht drin. Aber man kann die Burg, auf der einst Götz von Berlichingen lebte, besuchen und besichtigen. Entweder auf eigene Faust oder mit einer Führung, wonach sich auch der Eintrittpreis richtet. Mich hätte vor allem der Turmaufsteig gereizt, aber das machen wir beim nächsten Mal, wenn wir nochmal herkommen sollten. Die Burg ist mit ihren „zipfeligen“ Türmchen richtig hübsch!
Durch einen Wald hindurch führt die Route anschließend zunächst abwärts, nur um sich dann wieder nach oben zu schrauben.

Ich bin ja großer Fan von Brücken und die Brücke bei Haßmersheim ist ein echter Hingucker. Es ist eine reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke. So etwas habe ich in dieser Größe auch noch nicht gesehen. Aber ich weiß, dass Radeln in Baden Württemberg eine ganz große Sache ist, daher wundert es mich nicht. Haßmersheim ist damit ein idealer Ort um Touren auf beiden Seiten vom Neckar zu starten. Es gibt Orte am Neckar, da ist das deutlich weniger komfortabel, wie wir bereits feststellen durften.
Für gut drei Kilometer entfernt sich die Strecke anschließend vom Fluss, wobei sie zu Beginn einmal mehr ordentlich ansteigt.

Erst bei Gundelsheim kehrt man an den Neckar zurück und überquert ihn schließlich. Von der Brücke hat man einen großartigen Blick auf Schloss Horneck, das malerisch Seite an Seite mit Weinhängen steht. Wenn diese Etappe eines so richtig gut kann, dann sind es Burgen und Schlösser. Das hatten wir so überhaupt nicht erwartet. Hat man die Brücke überquert, befindet man sich sofort auf direktem Weg zur nächsten Burg. Somit kommt man immerhin an eine Burg nahe heran. Allerdings wurde es dort natürlich sofort voller, denn auf und an der Burg wird einiges geboten. Es gibt ein Lokal, ein Burgmuseum und eine Greifvogelwarte.Wir haben das Gelände für eine erste Pause genutzt, es laden einige Bänke dazu ein.

Der Neckarsteig schlägt nun wieder einen weiten Bogen vom Fluss weg. Der Weg führt über Felder und anschließend durch einen herrlichen Wald. Zwischen den Feldern stelle ich es mir im Sommer bei Hitze wenig angenehm vor. Selbst an unserem sonnigen Apriltag war es auf diesem Stück schon ganz schön warm. Wir waren froh als wir den Wald erreichten.
Es dauert nicht lange, dann öffnet sich der Blick auf Schloss Heinsheim. Mit Schössern und Burgen geht es am Neckar wirklich Schlag auf Schlag. Eigentlich könnte man hier mal ein reines Burg- und Schlosswochenende machen. Vielleicht mit einer Wanderung von einem zum anderen. Das werde ich im Auge behalten!

Bei Heinsheim gelangten wir dann auch zurück an den Fluss. Der Weg verläuft nun über satte 4 km bis nach Bad Wimpfen. Ich muss zugeben, ich hatte schnell keinen Bock mehr. Vier Kilometer stur geradeaus und lange absolut kein Ziel in Sicht. Außerdem dämmerte es so langsam. Links der Neckar, rechts Wiesen, mehr nicht. Auch wenn ich immer sage, dass Wasser für mich jede Landschaft aufwertet, über ein so langes Stück schwächt dieser Effekt irgendwann spürbar ab. Vielleicht lag es auch daran, dass es über zwanzig Kilometer ständig etwas Tolles zu sehen oder schöne Ausblicke gab und plötzlich nichts mehr, ich weiß es nicht.

Jedenfalls war ich froh als wir endlich in Bad Wimpfen ankamen.
Dort bekam ich in einer Bäckerei dann auch den letzten Stempel in den Wanderpass gedrückt. Und den vorletzten auch, denn die Stempelstelle in Bad Rappenau hätte einen Umweg bedeutet. O-Ton die nette Dame in der Bäckerei: „Ja, das ist in Bad Rappenau manchmal schwierig, das kenne ich.“
Toll! Und vor allem: ganz lieben Dank!

Damit ist das Kapitel Neckarsteig nach fast genau vier Jahren abgeschlossen. Verrückt, dass es so lange gedauert hat. Wären wir die letzten drei Etappen nicht an diesem Osterwochenende in zwei selbst geschneiderten Etappen gewandert, dann hätte es sicher nochmal ein Jahr gedauert.
Packliste (April) 5,4 kg zzgl Essen und Getränk

- Rucksack, 40l (Atompacks)
- eLite Quilt (GrmXpert)
- Isomatte (Thermarest Neo Air Xlite NXT)
- Kissen (Thermarest)
- Thermounterwäsche als Schlafkleidung (Decathlon)
- Daumenjacke (RAB)
- Daunenhose (Tapasimme)
- Daunenschuhe (Nordisk)
- Regenrock (noname)
- Regenjacke (Revolution Race)
- Handtuch (Cocoon)
- Packbeutel mit Ersatzwäsche (Ticket to the moon)
- Mütze & Handschuhe (Decathlon)
- Trekkingstöcke (Fizan)
