Der Neckarsteig ist ein Fernwanderweg mit einer Länge von knapp 128 km. Er beginnt bei Heidelberg in Baden-Württemberg und endet in Bad Wimpfen. Gängigerweise wird der Neckarsteig auf neun Etappen aufgeteilt. Da er für mich mit einer weiten Autofahrt verbunden ist, ist der Plan, immer eine Etappe zu gehen, wenn ich in der Region bin. Der Neckarsteig ist sehr gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen, was es leicht macht.
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Stolze acht Monate nach der letzten Etappe wollten wir den Neckarsteig im April endlich komplett fertig wandern. Für die noch fehlenden Etappen lohnten mehrere Anfahrten nicht mehr, dafür war die Strecke mittlerweile zu lang. Drei Etappen fehlten noch, die wir aber in zwei Etappen zusammenfassten. Daher entsprechen diese sechste und die kommende siebte Etappe nicht den offiziellen Etappen. Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz Cimbria in Neckarzimmern direkt am Fluss.
Startpunkt dieser etwa 19 km langen Etappe ist der Bahnhof Neckargerach.

Angenehm an dieser Etappe ist vor allem das erste Stück. Während alle anderen Etappen bisher mit einem bissigen Anstieg gestartet waren, so befanden wir uns hier am Start bereits auf einer gewissen Höhe und der Anstieg hielt sich in Grenzen. Das war eine nette Überraschung.
Der folgende Weg verläuft parallel und oberhalb zur Bahnstrecke am Fluss. Er ist bestens ausgebaut und lässt sich entsprechend ohne Probleme laufen. Dabei hat man einen herrlichen Blick auf den Neckar und hinüber zum kleinen Ort Guttenbach. Leider reihte sich die Tour nahtlos in unsere Serie der wettermäßig sehr zweifelhaften Wanderungen ein.


Das erste Zwischenziel und eindeutig das Highlight der Route ist die Maragretenschlucht. Sie war lange gesperrt, nämlich von Dezember 2025 bis März 2026. Schuld daran war das schlechte Wetter mit viel Regen gewesen. Dadurch bestand große Gefahr durch Steinschlag und die Wege waren extrem rutschig. Sicherheit geht immer vor!
Im April war die Schlucht wieder ohne Probleme zu begehen und wir konnten die Sperrung gut nachvollziehen. Der Weg durch die Schlucht ist recht steil und rumpelig. Da war es gut vorstellbar, dass man nach starkem Regen hier so manche Rutschpartie erleben kann.
In der Margaretenschlucht


Die Margaretenschlucht ist tatsächlich ein echtes Highlight! Die Wasserfälle dort sollte man gesehen haben. Es ist einer dieser Orte, die ich mir in Deutschland gar nicht so richtig vorstellen kann. Abgesehen davon hätte so manche andere Region bestimmt schon ein Kassenhäuschen an den Eingang gestellt. Die Margaretenschlucht ist aber bisher kostenlos zu besuchen. In der Schlucht neigt man schnell dazu, wie Hans-guck-in-die-Luft herumzulaufen. Das ist angesichts der beeindruckenden Felswände und dem zauberhaften Wasserfalls verständlich, es ist aber ratsam darauf zu achten, wie man seine Schritte setzt. Die Felsstufen sind für Stolperer gut.

Aus der Margaretenschlucht heraus geht es zunächst in einen Abstieg, an dessen Ende uns eine Umleitungsschild erwartete. Eine Erklärung gab es auf dem Schild nicht, aber wir vermuteten Waldarbeiten. Kurz nach Start der Etappe hatten bereits Bäume über einem Weg gelegen. Wahrscheinlich wurde an mehreren Stellen der Wald aufgeräumt. Obwohl wir nicht damit rechneten, an Ostern Waldarbeitern zu begegnen, haben wir uns für die Umleitung entschieden. Sie führte einmal um ein Feld herum, wo wir einige wollige Gesellen antrafen. Schafe sind so toll und ich war hin und weg! Ob diese Umleitung aktuell noch besteht, das kann ich an dieser Stelle leider nicht sagen.Falls ja, so lang ist der Schlenker nicht.

Zwischenziel Mosbach
Anschließend gilt es, die verlorerene Höhe zurück zu gewinnen und nach einem saftigen, aber kurzen Anstieg hat man einmal mehr einen großartigen Blick auf den Neckar. Bald steht am Weg ein Schild, das auf verschiedene Hotels und Restaurants in Mosbach hinweist. Mosbach wäre das reguläre Ende dieser Etappe, für uns was es der Start in den Endspurt der Wanderung. Die Route führt ein gutes Stück durch den Ort, wo uns vor allem das wirklich hübsche alte Elektrizitätswerk ins Auge fiel. Es wurde 1900 eröffnet und ist heute Sitz der Mosbacher Stadtwerke.

Vom Ortsrand von Mosbach aus sind es noch etwa 5 Kilometer bis Neckarzimmern. In sanftem Auf und Ab führt die Route immer weiter in Richtung Fluss. Unterwegs hatten wir sogar kurz einen Blick auf den Katzenbuckel auf der anderen Seite. Da die Neckarsteigetappe ab Neunkirchen katastrophal mit den Öffis zu erreichen ist, hatten wir die Etappe im Februar 2026 auf die andere Flusseite verlegt. Die Tour führte über den Katzenbuckel und endete vorschriftsmäßig in Neckargerach. Genau wie die offizielle Etappe. Manchmal muss man sich einfach zu helfen wissen.
Als wir am Canpingplatz Cimbria in Neckarzimmern ankamen, ging es bereits auf die Dämmerung zu. Die Anmeldung war schnell erledigt, der Herr am Tresen war super freundlich und das Wiesenstück zwischen den Wohnmobilen und Wohnwagen sah einladend aus. Da haben wir schon deutlich rustikaler auf Campingplätzen geschlafen. Eine Nacht kostet 14,50 € pro Person (Stand 2026). Groß ist der Campingplatz nicht, was uns aber immer sehr gut gefällt. Zudem war es trotz der Ostertage angenehm ruhig.

Auch die Nacht blieb so herrlich ruhig und am nächsten Tag fanden wir vor unserem Zelt sogar einen Milka Osterhasen. Immerhin war es ja Ostersonntag. So eine liebe Geste, wir haben uns riesg gefreut. Der Campingplatz Cimbria bekommt von uns auf jeden Fall eine Empfehlung. Es war ein sehr netter Empfang, der Platz ist eher klein und ruhig und die Lage direkt am Fluss ist ideal.
Packliste (April) 5,4 kg zzgl Essen und Getränk

- Rucksack, 40l (Atompacks)
- eLite Quilt (GrmXpert)
- Isomatte (Thermarest Neo Air Xlite NXT)
- Kissen (Thermarest)
- Thermounterwäsche als Schlafkleidung (Decathlon)
- Daumenjacke (RAB)
- Daunenhose (Tapasimme)
- Daunenschuhe (Nordisk)
- Regenrock (noname)
- Regenjacke (Revolution Race)
- Handtuch (Cocoon)
- Packbeutel mit Ersatzwäsche (Ticket to the moon)
- Mütze & Handschuhe (Decathlon)
- Trekkingstöcke (Fizan)
Tourdaten
| Name | Neckarsteig Etappe 6 – Von Neckargerach nach Neckarzimmern (GPX) |
| Länge | ca. 19 km |
| Auf- & Abstieg | ↑680 m ↓610 m |
| Startpunkt | Bahnhof Neckargerach |
| Zielpunkt | Campingplatz Cimbria, Wiesenweg 1, 74865 Neckarzimmern |
| Wegbeschaffenheit | felsig in der Margaretenschlucht, ansonsten Wald- und Wanderwege |
| Aktualität | 04 / 2026 |
