Weserberglandweg Etappe 12 – Berge, Burg & Bushaltestellendrama

225 km, 13 Etappen. Das ist der Weserberglandweg, der von Hann. Münden zum Weserdurchbruch ins Mittelgebirge bei Porta Westfalica führt. Auf der hügeligen Strecke sind über 6.000 Höhenmeter zu bewältigen.
Entlang des Wegs liegen zahlreiche sehenswerte Wanderziele wie Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte.

Da der Weserberglandweg so einfacher für uns zu erreichen ist, laufen wir ihn auch bei dieser Etappe von hinten nach vorne. Somit sind wir in Rinteln in die eigentlich etwa 16km lange Etappe 12 gestartet. Dazu kommt allerdings noch ein gut zwei Kilometer langer Zuweg, ehe man wieder auf der Route ist. So richtig „an der Bahn“ liegen die Etappen dieses Weitwanderwegs also nicht.

Ist man aus Rinteln heraus, so geht es direkt in den ersten Aufstieg. Das hatte uns bereits Etappe 13 gelehrt: der WeserBERGlandweg macht seinem Namen alle Ehre! So kam es zwar nicht überraschend, anstrengend war es aber trotzdem. Am Vorbergsplatz mit der urigen Schutzhütte angekommen, haben wir kurz durchgeschnauft. Hier zweigen mehrere Wanderwege ab, für uns ging es aber bald darauf weiter in Richtung Klippenturm. Am Klippenturm war ich bereits 2023 einmal und damals hatte komoot mich einen der übelsten Aufstiege meiner „Wanderkarriere“ hoch gescheucht. So arg wurde es auf der Route dieses Tages zum Glück nicht. Aber einen bequemen Weg zum Turm gibt es scheinbar nicht.

Am Klippenturm angekommen, haben wir dann wirklich eine Pause eingelegt und uns im Schatten vom Aufstieg erholt. Dabei schlossen wir nach kurzer Zeit Freundschaft mit einem lieben Dackelmädchen, das zum Spielen aufgelegt war. Leider war es an diesem Tag nicht möglich, den Klippenturm zu besteigen. Das kleine Lokal hatte zwar geöffnet, aber auf den Turm konnte man nicht. Das war sehr schade. In dem Lokal kann man sich gut stärken mit Getränken, Snacks und Kuchen. Bei warmem Wetter sitzt man draußen auf Bänken, ansonsten finden aber auch drinnen einige Gäste einen Platz. Da wir etwas zum Trinken dabei hatten, haben wir darauf verzichtet.

Weiter führt die Strecke in Richtung Steinbergen, wo sich auch der bekannte Jahrtausendblick befindet. Nach dem Weg bergauf, geht es hinter dem Klippenturm erstmal eine Weile abwärts, was sehr angenehm ist. Das folgende Auf und Ab ist eher sanft und der Weg prima zu laufen. So kamen wir flott voran. Schließlich erreichten wir Felder mit einem schönen Ausblick auf den nächsten Ort. Aus den Bergen ist man nun für ein Weile heraus. Wenn du magst kannst du zuvor an der steinernen Otto-Frick-Bank nochmal eine kurze Pause einlegen. Der Ausblick ist leider inzwischen ziemlich zugewachsen. Auf diesem Weg hatte mich vor drei Jahren mein Weg zum Klippenturm geführt.

Von Steinbergen aus, kann man den Jahrtausendblick weit oben über die Baumwipfel hinweg sehen. Die Aussichtsplattform ist ein Überbleibsel der EXPO. Wenn du schon einmal die A2 in dieser Ecke entlang gefahren bist, hast du die Plattform eventuell schon von dort aus entdeckt. Sie steht im ehemaligen Freizeitpark Erlebniswelt Steinzeichen und ist über 156 Stufen zu erklimmen. Zuzüglich des Wegs hinauf. Die Plattform kostet Eintritt. Für Erwachsene werden 6,00 € fällig, Kinder von 2 bis 12 Jahren zahlen 2,00 €.
Ich würde die Plattform dennoch empfehlen, einmal kann man sich das schon gönnen. Der Ausblick lohnt sich tatsächlich und das Bauwerk ist wahrlich beeindruckend. In diesem Artikel findest du Fotos dazu.

Aus Steinbergen heraus wechselt die Route zwischen kurzen Waldabschnitten und Wegen entlang von Feldern, wobei sich immer wieder hübsche Ausblicke ergeben. Schau auf diesem Abschnitt unbedingt genau hin, denn es gibt eine Kuriosität zu sehen. In einem Baumstamm ist ein völlig verrosteter Fahrradrahmen eingewachsen. Ich habe in den Ablick zunächst gar keinen Sinn bekommem, da beides zusammen auf dese Art und Weise so gut wie nie zu sehen ist. Wir haben uns wirklich gefragt, wie lange sich dieses Schauspiel bereits abspielt. Wie lange braucht wohl solch ein Baum um sich einen kompletten Fahrradrahmen einzuverleiben? Die Natur schafft einfach alles!

Über den Behrweg (auch Leichenweg genannt) führt die Route weiter zu den Springsteinen. Einst diente dieser Weg als Kirchweg, über den auch Trauerzüge führten. Daher rührt der eventuell etwas seltsam anmutende Spitzname. Ein kleines bisschen Gruselfaktor hat dieser Tour also auch an sich. Aber wirklich nur ein ganz, ganz kleines Bisschen!
Die Felsformation Springsteine verdankt ihren Namen ebenfalls den Umständen zu früheren Zeiten. Als die Berge und Hänge noch nicht so sehr bewaldet waren wie sie es heute sind, „sprangen“ die Felsen quasi aus dem Gelände hervor. Ein Infoschild direkt davor informiert über die Formation. Sie ist eine sehenswerte Station auf der Wanderung.

Bis zur Paschenburg ist es nun nicht mehr weit. Die Paschenburg ist eigentlich keine richtige Burg. Sie ist ein ehemaliges Forsthaus, bei dessen Bau auch Burgelemente eingeflossen sind. Heute befindet sich im Forsthaus ein Restaurant der etwas gehobeneren Klasse mit entsprechenden Preisen. Lecker klingt die Speisekarte durchaus, aber wohl eher zu besonderen Anlässen. An der Seite des Gebäudes gibt es einen kleinen Aussichtsturm, den wir uns gespart haben. Einst gab es im Forsthaus eine Herberge und die wäre mir tatsächlich heute auch noch ganz lieb. Unterwegs auf dem Weserberglandweg in einer urigen Herberge nächtigen zu können, das ist doch eine wirklich romantische Vorstellung. Ein Rehbraten dagegen eher nicht.

Die finalen Kilometer dieser Etappe verlaufen auf dem Kammweg und sind entsprechend entspannt zu laufen. Der Wanderliederpfad ist leider bereits in die Jahre gekommen. Es soll wohl längs des Weges insgesamt 24 Stationen mit Tafeln mit Liedertexten und Noten gegeben haben. Wir haben noch genau eine entdecken können. Nicht dass ich unbedingt hätte singen wollen, aber es ist jedes Mal eine Schande, wenn solche coole Projekte einfach keinen Bestand haben. Ich habe eine gewisse Vorstelung, was mit so einigen Liedertafeln passiert sein wird und das ärgert mich!
Schließlich beginnt der Abstieg nach Rohdental, wo eine ganz besondere Überraschung auf uns wartete.

An der angepeilten Bushaltestelle mussten wir feststellen, dass am Sonntag gar kein Zug in Richtung Bahnhof Hessisch Oldendorf fährt! Die App der Bahn macht es nämlich so: gibt es am gewünschten Tag keine Verbindungen, dann werden automatisch Verbindungen am Folgetag angezeigt. Und das geänderte Datum war uns bei der Planung schlicht entgangen. Laufend wären es nochmal rund 5 km bis nach Hessisch Oldendorf gewesen, immer schön an der Hauptstraße entlang.
Zu unserem Glück hielt plötzlich eine Dame mit ihrem Auto an der Bushaltstelle um das Wochenendkäseblatt einzusammeln. Wir müssen einigermaßen ratlos gewirkt haben, sodass sie fragte, wohin wir denn wollen.
Sie hat uns dann tatsächlich mitgenommen und nach Hessisch Oldendorf gebracht, obwohl sie gerade von dort kam.
Unterwegs erfuhren wir, wie fürchterlich kompliziert es mit den Öffis heutzutage ist, von Rohdental und selbst von Hessisch Oldendorf aus irgendwohin zu kommen.
An dieser Stelle unbekannterweise, aber von Herzen nochmal vielen, vielen Dank!

Auch Etappe 12 vom Weserberglandweg hat uns wieder prima gefallen! Sie hat ihre Berge, aber auch eine ganze Reihe an Sehenswürdigkeiten und abwechslungsreige Wege. Einige Aussichtspunkte gibt es ebenfalls und man kann sich unterwegs sogar an verschiedenen Stellen lecker stärken. Die Anbindung an die Öffis lässt allerdings vorne und hinten von der Strecke sehr zu wünschen übrig. Vorne hat man 2 km Zuweg vom Bahnhof Rinteln aus, hinten kommt man am Sonntag überhaupt nicht weg.

NameWeserberglandweg Etappe 12 – Burgen, Berge, Bushaltestellendrama (GPX)
Längeca. 18 km
Auf- & Abstieg↑ 640↓ 580
StartpunktBahnhof Rinteln
ZielpunktBushaltestelle Rohdental
WegbeschaffenheitWanderwge, durchgängig gut zu begehen
Aktualität08 / 2026
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