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Im März 2026 flatterte die Einladung zum Anwandern auf dem Saar-Hunsrück-Steig am 18.04.2026 in mein virtuelles Postfach.
Der Saar-Hunsrück-Steig ist ein 415 km langer Fernwanderweg, der sich erstens üblicherweise auf 27 Etappen aufteilt und zweitens ganz und gar nicht in meiner Region befindet. Aber die Veranstaltung fiel auf ein Wochenende und eine Unterkunft war fix gefunden. Selbst die Bahn hatte ein Einsehen und keiner von uns musste sich für das Ticket in den Ruin stürzen.
Gemeinsam mit anderen Bloggern und Influencern stand eine Wanderung auf der letzten Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs auf dem Plan, inklusive der einen oder anderen kleinen Überraschung und einer zünftigen Brotzeit auf einem Weingut.
Die Etappe kommt auf rund 11 km und etwa 230 Höhenmeter und ist damit als sehr moderat einzustufen.
Sie führt von Kasel ins Avelertal bei Trier.

Dank einer nicht ganz so günstigen Busverbindung trafen wir bereits etwas früher als 10 Uhr an der Tourist-Information Kasel ein. Dort sollte die Wanderung starten. Zuvor gab es allerdings erst einmal wahlweise ein Glas Sekt oder ein Glas Traubensaft, Namensschilder und sogar eine kleine Begrüßungsrede des hiesigen Bürgermeisters. Wir waren eine recht große Gruppe und teils waren sogar bekannte Gesichter darunter. Die Sonne schien bereits so früh vom blauen Himmel und verhieß eine gelungene Wanderung. Da wir Trier bislang nur im strömenden Regen kannten, war das überaus erfreulich.

Frisch gestärkt und mit Kameras und Handys im Anschlag machte sich unsere Gruppe schließlich auf den Weg. Die Route führt zunächst von der Tourist-Information aus an der Straße entlang und zweigt schließlich nach links ab in den Wald. Dieser Abschnitt hinauf auf den Heidenkopf ist der einzig erwähnenswerte Anstieg der gesamten Etappe. Er zieht sich geraume Zeit dahin, weshalb er ausgesprochen angenehm zu gehen ist. Zudem gab es eine kurze Unterbrechung als uns ein Experte der Universität einen Überblick über einen Teil der römischen Geschichte der Region gab. Einst gab es hier eine römische Wasserleitung, die mittels eines Aquädukts den Bach überquerte. So gelangte Quellwasser der Ruwer bis zum Amphitheater in Trier.

Nach etwa 2,5 km verließen wir den Forstweg und über eine kleine rustikale Brücke ging es auf einen naturnahen Pfad, der weiter bergan führte. Solche Wege mag ich deutlich lieber als einen Forstweg und war daher froh über den Richtungswechsel. Oben angekommen erwarteten uns die ersten gelben Rapsfelder der Saison. Bei mir zuhause zeigte sich zu diesem Zeitpunkt gerade mal das erste zarte Gelb auf den Rapsfeldern. Mitten drin auf dem Fahrweg erwarteten uns weiße Stehtische, hübsch eingedeckt mit Gläsern und verschiedenen Weinflaschen. Winzerin Dr. Carmen von Nell-Breuning lud unsere Gruppe zu einer Weinprobe ein. Währenddessen erfuhren wir von einem der kleinsten Weinanbaugebiete in Deutschland und entsprechend erlesenen Weinen. Leider sind wir beide ziemliche Banausen auf dem Gebiet. Entweder der Wein schmeckt oder eben nicht. Dieser hier gehörte zur ersten Kategorie.


Wie es sich für einen solchen Wanderweg gehört, ist der Saar-Hunsrück-Steig erstklassig beschildert. Verlaufen ist hier also fast unmöglich. Im Abstieg trifft der Steig auf die Saar Hunsrück Tour „Trierer Galgenkopf“. Die Region lässt sich auch wunderbar auf verschiedenen Themenwegen erkunden, man muss dafür nicht gleich 415 km wandern.
Auf einem weichen Wiesenweg wanderten wir gemütlich weiter, zunächst etwas bergab und dann weiter auf gerader Strecke. Nach und nach zeigten sich links am Weg die ersten Ausblicke bis weit hinaus über das Trierer Umland. Die Gruppe zerstreute sich auf der Strecke immer wieder leicht, wodurch sich leichter einzelne Gespräche ergaben. Für mich wie immer ein schwieriges Thema. Ich komme mit Fremden nur schwer bis gar nicht ins Gespräch. Ich hoffe rückblickend sehr, dass mir das niemand übel genommen hat.

Mitten durch ein leuchtend gelbes Rapsfeld führte die Etappe hin zur Domänensiedlung, deren Häuser einst für die Angestellten des Guts Avelsbach gebaut wurden. Hübsches Fachwerk ziert die Giebel und vermittelt einen sehr gepflegten und historischen Eindruck der Siedlung. Kurz darauf kommen auch die ersten Weinberge in Sicht und schließlich öffnet sich der Blick auf die Weinbaudomäne Gut Avelsbach. Sie steht wunderbar eingebettet zwischen den Hängen. Der Anblick gehört ohne Zweifel zu den malerischsten Landschaftsbildern, die ich je gesehen habe. Genau so stellt man sich ein renommiertes Weingut vor!

Zu Gut Avelsbach gehört unter Anderem ein Café, in dem wir zu einer Rast einkehrten. Im Café erwartete uns ein üppiges Brotzeitbuffet mit Salaten, Antipasti, herzhaften und süßen Snacks und unfassbar leckerem Brot. Auf der Terrasse waren die Plätze unter den Schirmen leider sehr schnell vergeben, sodass wir mit Plätzen mitten in der Sonne Vorlieb nehmen mussten. Grundsätzlich kein Problem, immerhin schien endlich mal die Sonne! Die zuvor benutzte Sonnencreme kapitulierte allerdings sehr schnell und so kamen wir mit einem dezenten Sonnenbrand aus der Tour heraus. Das änderte aber nichts an der gemütlichen Atmosphäre auf der Terrasse.


Die Einladung zu einer kurzen Besichtigung des modernen „Weinkellers“ mit seinen glänzenden Behältern haben wir gerne angenommen. Ich muss gestehen, dass das nicht meine Vorstellung ist, wenn ich das Wort „Weinkeller“ höre. Ich sehe immer eine altertümlich gekleidete Person vor meinem geistigen Auge, die mit einem Hammer den Pfropfen in ein Holzfass schlägt. Aber natürlich läuft das heutzutage moderner und technischer ab, wovon diese Anlage deutlich zeugt. Schon interessant, einen solchen Weinkeller live zu sehen. Herrlich kühl war es hier außerdem, was nach dem Essen in der prallen Sonne ganz angenehm war.

Über den Fahrweg zu Gut Avelsbach starteten wir schließlich in den Endspurt der Etappe. Er verläuft zunächst zu Füßen der Weinberge, zweigt schließlich aber auf einen abenteuerlichen Weg aus Trittsteinen über den Bach hinweg ab. So nähert man sich auf lauschigen Wegen allmählich der Stadt Trier. Ab dem Kürenzer Schlosspark mit seinen imposanten alten Bäumen und dem kleinen Teich verlief sich unsere Gruppe nach und nach. Jeder schlug den Weg ein, der ihn nach Hause bringen sollte.
Unserer führte uns unter einer Unterführung hindurch in Richtung des Trierer Bahnhofs.

Wie eingangs bereits erwähnt hatten wir Trier bei schlechtestem Wetter kennengelernt. Daher beschlossen wir, vor der Rückfahrt noch einmal durch die Innenstadt zu schlüren und etwas zu essen und zu trinken. So endete für uns das Anwandern auf dem Saar-Hunsrück-Steig und seiner 27. Etappe ganz gemütlich. Sogar die Rückfahrt mit der Bahn verlief erstaunlich problemlos.
Es war ein rundum gelungener Tag und den Steig behalten wir ganz sicher im Hinterkopf für die Zukunft.
Die letzte Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs ist eine entspannte Etappe, die gleichzeitig sehr viel bietet! Landschaftlich und auch von den Wegen her. Die Anstiege halten sich absolut im Rahmen, wodurch man die Ausblicke und die abwechslungsreiche Kulisse ausgiebig genießen kann. Eine Einkehr auf Gut Avelsbach ist sehr zu empfehlen! Etappe 27 ist rundum Wohlfühlwandern mit Genuss.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel ist als Anzeige markiert, da im Rahmen des Anwanderns die Verpflegung und das Rahmenprogramm übernommen wurden. Eingeladen war ich von den Tourismusgesellschaften Ruwer-Hochwald und Trier. Maik durfte mich freundlicherweise begleiten. Angereist sind wir auf eigene Kosten mit der Bahn. Auch wenn Verpflegung und Programm übernommen wurden, ändert das nichts an meiner Meinung. Der Tourenbericht ist wie immer offen und ehrlich gehalten.
| Name | Genussvoll wandern – Saar-Hunsrück-Steig Etappe 27 (GPX) |
| Länge | ca. 11 km |
| Auf- & Abstieg | ↑300 ↓280 |
| Startpunkt | Tourismus-Information Kasel |
| Zielpunkt | Hauptbahnhof Trier |
| Wegbeschaffenheit | Forst- und Wanderwege, Wiesenwege |
| Aktualität | 04 / 2026 |
