Kleiner Mainzer Höhenweg Etappe 2 – Mut zur Lücke (im Wanderweg)

Der Kleine Mainzer Höhenweg ist ein Wanderweg mit etwa 33,5 km. Er führt in einem weiten Bogen um die Stadt Mainz herum.
Dabei startet er in Mainz Laubenheim und endet in Mainz Mombach. Er ist der kleine rheinhessische Bruder des bekannten Mainzer Höhenwegs in den Ostalpen.

Von Kleinen Mainzer Höhenweg haben wir zum ersten Mal vor vielen Monaten in einem Podcast gehört und uns den Weg genauer angeschaut. Anschließend kam er auf die Liste und wartete dort geraume Zeit bis zu seinem Auftritt.
Da die Anreise zum Weg nicht gerade kurz ist, haben wir uns entschieden, den Weg in zwei Etappen zu gehen.
Das hat aus verschiedenen Gründen leider nicht geklappt und so wurde daraus drei Etappen.

Zum Tourenbericht der 1. Etappe auf dem Kleinen Mainzer Höhenweg

Unser zweite Etappe ist knapp 9 km lang und führt von Mainz Mombach nach Mainz Finthen. Also quasi von Endpunkt des kompletten Wegs nach Finthen. Damit fehlt uns jetzt nur noch ein Stück in der Mitte der Route für die letzte Etappe. Das kann natürlich jeder laufen, wie er möchte. Bei uns hing viel mit der einfachsten Anreise per Bahn zusammen.

Diese zweite Etappe läuft oft fast eben dahin. Selbst zu Beginn der Strecke sind keine nennenswerten Höhenmeter zu bewältigen. Die weichen, sandigen Wege mit ihrem minimalen Anstieg sind sehr angenehm zu gehen, sogar bei warmen Temperaturen. Bäume am Wegesrand spenden Schatten und so kommt man leicht und schnell in die Wanderung hinein. Zunächst ist man eine Weile entlang des Friedhofs unterwegs, ehe es waldiger wird. Es gibt hier noch mehrere weitere Wanderrouten, wie die Schilder verraten. Da werde ich mich wohl mal umschauen bei Gelegenheit. Auch der Kleine Mainzer Höhenweg ist wieder erstklassig ausgeschildert, sodass man das Handy eigentlich kaum braucht.

Die erste Sehenswürdigkeit an der Route erreicht man nach etwa 2,5 km, die Wendelinuskapellen. Die beiden Kapellen stehen sich fast genau gegenüber. Die kleinere der beiden Kapellen ist auch die ältere, nämlich aus dem Jahre 1776. Die neuere Kapelle wurde 1866 im neugotischen Stil erbaut. Wir haben es versucht, aber leider war die Kapelle verschlossen. Scheinbar öffnet sie nur zum Tag des Denkmals und anlässlich der Budenheimer Wendelinus Wallfahrt im Oktober. Man kann aber durch einige Gucklöcher einen Blick nach drinnen erhaschen. Während uns auf den ersten Kilometern von Etappe 1 lange gar keine Menschen begegnet waren, so herrschte hier an den Kapellen ordentlich Betrieb.

Ich bin ja ein ganz großer Fan von (Aussichts)türmen aller Art! Als ein Schild von einem Turm kündete und der Weg uns in diese Richtung führte, war ich sofort hin und weg. Und das, obwohl ich an diesem Wandertag nicht so richtig fit war. Gemeint ist der Lennebergturm. Die Ergänzung „Trittsicherheit erforderlich“ auf dem Schild stimmte zudem neugierig. Ich kann dich aber beruhigen, es geht zwar etwas spürbarer bergauf als zum Start der Tour, mehr ist es aber nicht. Es besteht auf gar keinen Fall irgendwo Absturz- oder größere Stolpergefahr. Ich könnte mir eher vorstellen, dass die Warnung auf die Turmbesteigung anspielt, die vielleicht über eine rumpelige Treppe führt.

Direkt beim Turm befindet sich ein Restaurant mit dem Namen Turm Mainz. Hier kann in feinem Ambiente gespeist und gefeiert werden. Das Lokal ist gleichzeitig eine Eventlocation. So finden z.B. sehr regelmäßig Kriminal Dinner statt, es gibt Comedyabende und Vorträge. Der Turm selber ist (soweit ich es herausfinden konnte) nur in den Sommermonaten an Sonntagen geöffnet oder in Absprache mit dem Wander- und Lennebergverein Rheingold Mainz e. V. Es kam scheinbar mehrfach zu Brandstiftung und Beschädigungen durch Graffiti, wodurch letztlich eine Sanierung des Turm nötig wurde. Da kann ich es schon nachvollziehen, dass man die Turmtür nicht ständig offen stehen lässt.Wir haben davon abgesehen, auf den Turm zu klettern. Wer weiß, ob er offen gewesen wäre.

An der Bernhardsborn-Quelle haben wir unsere Pause gemacht. An diesem sehr heißen Tag war das Wasser eine herrliche Erfrischung. Erst haben wir nur die Hände hineingehalten und das Wasser auf den Armen verteilt. Kurz bevor wir wieder losgelaufen sind, haben wir dann noch die Socken eingetaucht und wieder angezogen. Das erfrischte noch eine ganze Weile länger als die gekühlten Hände und Arme. Eine Gassigängerin schaute ebenfalls an der Quelle vorbei und der Hund musste natürlch erstmal ordentlich trinken. Ich glaube, die Quelle ist jedem willlkommen, der hier vorbeikommt. Ob sie allerdings auch im Hochsommer plätschert, das kann ich nicht einschätzen.

Wenn dir an der Quelle noch nicht nach einer Pause zumute ist oder die Quelle kein Wasser führt, dann kannst du noch ein Stück weiter wandern zum Picknickplatz mit Tischen und Bänken. Und mit aus Holz geschnitzen Schlangen. Das ist wirlich sehr gut und cool gemacht. Irgendwo haben wir solche aus Holz gearbeiteten Tiere schon einmal gesehen. Bisher ist mir leider nicht wieder eingefallen, wo das war. Auf jeden Fall ist der Picknickplatz ein schönes Plätzchen für eine Rast und schon eine Spur bequemer als die Bank an der Bernhardsborn-Quelle. Dafür hat man aber auch kein frisches Wasser zum Abkühlen.

An einer Brücke fielen uns diese beiden goldenen Figuren an der Mauer auf. Dahinter steckt ein Künstler, der sich aber weder selbst preisgeben möchte, noch was die Figuren darstellen sollen. Man findet sie wohl auch noch an einigen anderen Stellen in Mainz. Es bleibt somit der Phantasie eines jeden überlassen, was er in den unförmigen Gestalten sieht. Maskierte Diebe mit vollen Säcken und in Gummistiefeln. Für mehr reichte meine Phanatsie in diesem Moment nicht. Eine Botschaft konnte ich dahinter beim allem guten Willen nicht finden. Sollte hier jemand aus Mainz mitlesen und Genaueres wissen, dann schreib mir gerne. Neugierig bin ich auf jeden Fall.

Bei den Sieben Weihern hat man nochmal eine Chance, sich bei Hitze etwas Kühlung zu verschaffen. Einst gab es hier wohl wirklich sieben Weiher, die stufenartig angelegt waren. Heute sind noch fünf übrig. Damals sollte hier Fischzucht betrieben werden. Wenn man die flossigen Kollegen so sieht, die in einem der Teiche ihre Runden drehen, dann waren das bestimmt sehr wohlgenährte Tiere. Ihre Nachfahren jetzt jedenfalls sind echte Prachtexemplare. Der oben bereits erwähnte Wander- und Lennebergverein Rheingold Mainz betreut die Weiher und hat sie bereits ordentlich aufgehübscht. Sie waren wohl lange in Vergessenheit geraten und über die Zeit fast zugewachsen.

Nun geht es über den Obstgartenpfad am Höllenberg langsam in Richtung Ziel. Als wir unterwegs waren, war hier zwischen den Obstbäumen zwar alles schon grün, aber geblüht hatte leider noch nichts. Zur Blütezeit muss der Weg ein richtiger Traum sein. Ein letztes Mal ein Stück bergab und dann ist die Bushaltestellte Römerquelle bereits fast in Sichtweite.

Nachdem man auf der ersten Etappe häufig in Weinbergen unterwegs war, stellte sich diese zweite Etappe des Kleinen Mainzer Höhenwegs als abwechslungsreicher heraus. Es gibt einige Highlights zu entdecken und wenn man im Sommer unterwegs ist, hat man viel Schatten und so manche Möglichkeit zu einer Abkühlung. Wer unterwegs einkehren möchte, der kann das am Lennebergturm tun. Arge Anstiege gibt es über die rund 9 km nicht, es geht gemütlich immer wieder leicht auf und ab. Das lässt sich prima und entspannt laufen.

NameKleiner Mainzer Höhenweg Etappe 2 – Mut zur Lücke (im Wanderweg) [GPX]
Länge ca. 9 km
Auf- & Abstieg↑ 160 ↓ 70
StartpunktBushaltestelle Waldfriedhof, 55120 Mainz Mombach
ZielpunktBushaltestelle Mainz Finthen, 55126 Mainz Finthen
Wegbeschaffenheitgut begehbare Wander- und Waldwege
Aktualität05 / 2026

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