Brückensteig – Der Klettersteig auf der Müngstener Brücke

Es gibt Videos auf Youtube, die darf man mir eigentlich nicht zeigen. So war es auch mit dem Video vom Brückensteig auf der Müngstener Brücke, das ich vor weit über einem Jahr gesehen habe. Anfang diesen Jahres habe ich mich entschieden, mir eine Tour auf dem Klettersteig zum Geburtstag zu schenken. Gesagt, getan!

Die Müngstener Brücke ist die höchste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Die Bahnstrecke verbindet die Städte Remscheid und Solingen. Insgesamt ist die Brücke 465 m lang und 107 m hoch. Sie überspannt die Wupper und den Brückenpark.

Der Klettersteig auf der Brücke wurde am 01.08.2021 eröffnet und fast genauso lange hat die Idee in mir rumort.
Dass es so lange gedauert hat, lag nicht zuletzt an dem durchaus saftigen Preis dieser Tour.
Er lag damals und liegt auch aktuell noch bei € 79,00

Zum Brückenpark kommt man entweder mit dem Auto, oder man nimmt wie ich die Bahn. Die Haltestelle Solingen-Schaberg liegt in unmittelbarer Nähe des Wanderwegs hinunter in den Brückenpark. Unterwegs hat man bereits einen großartigen Blick auf die Brücke und auf den Rundbogen. Dort hinauf führt der Brückensteig.

Vorab: mehrere Fotos sind mit dem Handy durch die transparente Hülle gemacht worden, wodurch die Qualität ziemlich gelitten hat. sorry dafür!

Die Klettersteigtour dauert insgesamt ca. 2,5 Stunden, inklusive Einweisung. Man darf nichts mit auf die Brücke nehmen, was herunterfallen könnte. Selbst das Armband und die Uhr musste ich ablegen und zu meinem Rucksack ins Schließfach packen. Das Handy darf nur an einer Kette bzw einem Band mit auf die Brücke genommen werden. Eine Hülle mit einem Band kann man für € 2,50 vor Ort kaufen, wenn man selber keine hat. Auch (Sonnen)brillen) gehören auf der Tour an ein Band!

Das Anlegen der Ausrüstung dauert seine Zeit, je nach Talent der Teilnehmer. Mit meinem Talent ist es dabei (noch) nicht so weit her, aber die Guides helfen gerne und freundlich weiter. Komplett ausgerüstet mit Gurtzeug, Helm und Funkgeräten geht es anschließend ein Stück auf dem Weg hinauf zum Einstieg in den Brückensteig. Sobald alle Teilnehmer sicher im Drahtseil eingehakt sind, geht es auf der Treppe aufwärts.

Nummer sicher

Solange ich unten bin, habe ich beim Blick hinauf immer etwas mit Höhenangst zu kämpfen. Sobald es aber aufwärts geht und auch später in der Höhe ist sie zum Glück immer sofort verschwunden. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn man beim Aufstieg Ablenkung hat. So hat man manchmal mit dem Karabiner zu kämpfen, wenn man an einen Übergangspunkt kommt. Man unterhält sich mit anderen Tourteilnehmern. Oder man lauscht den Erklärungen des Guides. Es wird wirklich gut dafür gesorgt, dass man unterwegs keine Panik bekommt. Außerdem ergeben sich alle paar Stufen neue Ansichten auf das Brückengerüst.

Ansichten

Wenn man am höchsten Punkt angekommen ist, spielt die Höhe sowieso keine Rolle mehr. Der Ausblick ist grandios. Von der Seite, auf der man auf die Brücke hinaufsteigt, schaut man über Haus Müngsten hinweg in die Ferne und auf sehr viel Wald. Ich habe mich vorab nicht sonderlich über die Gegend informiert, aber man findet im Brückenpark verschiedene ausgeschilderte Wanderwege . Ich kann mir gut vorstellen, dass man von hier aus schöne Touren unternehmen kann.

Wenn man von dem Schatten der Brücke auf dem Foto oben ausgeht, dann steht man in diesem Moment quasi mitten in der Wupper.
Glücklich oben angekommen und mit den ersten Fotos im Kasten, steht die eigentliche Mutprobe auf dem Brückensteig an. Auf einem gerade mal 13 cm schmalen Balken geht es hinüber auf die andere Seite der Brücke. Natürlich ist man auch auf dem Balken gesichert und kann sich außerdem an einem weiteren Stahlseil festhalten. Trotzdem ist die Aktion ein feiner Nervenkitzel. Wer es sich nicht traut, kann auf einem stabilen Steg zur anderen Seite hinübergehen.

Fast geschafft 😉

Ich muss gestehen, den Weg hinüber fand ich überhaupt nicht schlimm, ich konnte sogar ohne Probleme hinunterschauen. ABER den ersten Schritt auf den Balken und den Schritt auf der anderen Seite davon herunter und auf die kleine Leiter, diese beiden Schritte fand ich schaurig. Ich habe mich dabei so viel unsicherer gefühlt als auf dem Balken selber, das kann ich gar nicht beschreiben. Gefühlt gab es in diesen Momenten so unfassbar viel zu bedenken: der erste Schritt sollte sicher sein, sichern, festhalten, eine halbe Drehung, auf der anderen Seite die nächste halbe Drehung, Sicherung umsetzen, die Leiter erwischen… im Vergleich zum Hinüberlaufen irre viel. Trotzdem, es hat so viel Spaß gemacht, ich würde es immer wieder tun.

Auf dem Steg wird gewartet bis die Gruppe wieder komplett ist, also alle die Überquerung gemeistert haben. Das dauert eine Weile, die man sich gut mit weiteren Fotos vertreiben kann. Ich könnte mir vorstellen, dieses Gitter ist auch nicht jedermanns Fall.
Der Ausblick von dieser Brückenseite aus ist ebenso phantastisch wie von der anderen Seite, nur noch viel waldiger.

Danach geht es an den Abstieg. Die zweieinhalb Stunden der Klettersteigtour vergehen einfach wie im Flug.

Abwärts

Wieder am Startpunkt am Haus Müngsten angekommen wird noch ein Gruppenfoto gemacht, die Ausrüstung wieder abgegeben und dann ist das kleine Abenteuer auch schon vorbei. Wie gesagt, es ging viel zu schnell. Wer wirklich ernsthaft Höhenangst hat, für den ist es wahrscheinlich nicht unbedingt etwas, wer sich aber traut, der wird seinen Spass dabei haben!

Klettertouren in luftigen Höhen kann man übrigens in vielen Städten erleben! Falls ihr zB mal in München seid und eine spannende Tour unternehmen möchtet, dann empfehle ich die Zeltdachtour auf dem Olympiastadion.

Informationen (Stand 06 / 2022)

  • brückensteig.de (Infos, Buchung, FAQ uvm)
  • Preis: € 79,00 (ermäßigt € 69,00)
  • Länge der Tour: ca. 2,5 Stunden, inklusive Einweisung
  • Parken: verschiedene Parkplätze Nähe Brückenpark
  • mit der Bahn bis Station Solingen-Schaberg und zu Fuß weiter zum Brückenpark

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