Im Ruhrgebiet ist neuerdings offiziell Stadtwandern angesagt!
Nämlich auf den sogenannten Urban Trails, die in Zusammenarbeit der Ruhr Tourismus GmbH, des Sauerländischen Gebirgsvereins, des Regionalverband Ruhr und des Tourismus NRW entstanden bzw entstehen.
Inzwischen gibt es acht Urban Trails: in Dortmund, Hagen, Mülheim, Oberhausen, Gelsenkirchen, Duisburg, Bochum und Herne-Recklinghausen-Herten. Bis 2028 sollen es ganze 15 Trails werden.
Die Länge der Trails variiert zwischen 7 und 15 km, wodurch sich moderate Halbtages- oder Tagestouren ergeben.
Ziel ist es, die touristisch wenig bekannten, besondere Quartiere und Sehenswürdigkeiten zu zeigen, wobei die Themen Kunst, Kulur, Food und Naherholung eine zentrale Rolle spielen.
Als ich von den Urban Trails erfahren habe, stand sofort fest: diese Trails muss ich mir anschauen.
Nach zahlreichen großartigen Wanderungen im Ruhrgebiet bin ich großer Fan der Region!
Mittlerweile habe ich / haben wir die ersten vier Urban Trails erwandert. Nach Dortmund und Mülheim ging die Reise dieses Mal nach Hagen um den Urban Trail dort zu erwandern. Mit kurz vor 10 km ist er eher kurz. Bei Hagen war ich schon zweimal unterwegs. Einmal auf dem 3-Türme-Weg und als ich vom Hengsteysee zur Ruine Hohensyburg gelaufen bin. Ich war gespannt, ob ich auf dem Urban Trail etwas Bekanntes sehen würde.

Soviel kann ich vorab sagen: es gab unterwegs so einiges zu sehen, das mir speziell auf dem 3-Türme-Weg bereits begegnet war. Start des Trails ist aber wie von den Urban Trails gewohnt der Bahnhof Hagen. Alleine für diese großartige Anbindung an die Öffis mag ich die Trails wirklich gerne. Natürlich, in einer Stadt ist das einfacher als beispielsweise irgendwo auf dem Land, aber es macht es so herrlich einfach, die Trails zu erreichen. Entsprechend sind die ersten Kilometer noch sehr städtisch. Die ersten Wandgemälde lassen nicht lange auf sich warten. Sie sind ein Markenzeichen der Urban Trails und da lässt auch Hagen sich nicht lumpen.

Was die Urban Trails noch sehr gut können: dem Wanderer zeigen, was man auf kommenden Besuchen in der jeweiligen Stadt unternehem könnte. In Hagen ist das zum Beispiel das Bunkermuseum. Die Ausstellung befasst sich mit dem zivilen Luftschutz in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Ein schweres Thema, ohne jeden Zweifel, aber die Ausstellung ist wohl sehr cool gestaltet mit interaktiven Stationen zum Erleben verschiedener Situationen und mit Exponaten zum Anfassen. Das Museum hat sich im Vorbeilaufen ganz fix einen Platz auf der Liste gesichert. Solche Zufallsentdeckungen sind immer etwas ganz Feines!

Wenig später steigt der Weg sachte an und bald ist man endlich im Grünen. Der Hagener Stadtgarten war einst nur gegen ein Eintrittsgeld zu betreten, heute ist er jedoch für jeden frei zugänglich. Es ist ein wirklich hübscher Park mit großem Baumbestand, bequemen Wegen und einem idyllischen Teich samt Fontäne. Wenn du den Urban Trail Hagen im Sommer bei Hitze wanderst, dann bist du hier nach der Stadt angenehm im Schatten unterwegs. Zahlreiche Bänke um kurz zu rasten, gibt es hier auch. Das ist übrigens auch sonst eine gute Idee, denn kaum ist man aus dem Park heraus, geht es eine Weile stramm bergauf. Ausblicke auf die Stadt und Einblicke in die Kleingärten entlang der Strecke inklusive.

Auf dem Weg aufwärts klingelte bei mir eine leise Erinenrung und schon bald tauchten die ersten Schilder vom 3-Türme-Weg auf. Als wir am Bismarckturm ankamen, war die Erinnerung dann komplett wieder da. Auch hier am Turm kann man eine Pause einlegen. In 2022 auf dem 3-Türme-Weg hatte der Turm leider nicht geöffnet, obwohl er es laut Internet hätte sein sollen. Auch bei unserem Besuch dieses Jahr war er leider geschlossen. Soweit ich es der Seite des Turms entnommen habe, war der Turm einzig am 02.08.26 geöffnet gewesen. Tut mir also leid, dass der Artikel so „spät“ erscheint. Die Chance haben wir nun also alle verpasst. Wenn du auf dem Turm möchtest, dann prüfe die Öffnungzeiten also vorab.

Der Weg bleibt weiterhin herrlich grün und waldig. Hin und wieder gibt es kleine Highlights zu entdecken und auszuprobieren. Beispielsweise eine hübsche Bank aus Baumstämmen mit dem Schriftzug „Hagen“. Oder auch ene Reihe Infotafeln, die darüber Auskunft geben, wie weit verschiedene (Wald)tiere springen können. Da kann man sich direkt mal mit den Tieren messen. Ich mus zugeben, ich konnte mit keinem von ihnen so richtig mithalten. Solch abwechslungsreichen Wege fliegen immer nur so dahin und wenig später erreichten wir die Volkssternwarte Hagen und den Eugen-Richter-Turm direkt daneben. Die Sternwarte reizt mich schon seit dem 3-Türme-Weg. Irgendwann möchte ich mal eine Sternwarte besuchen.

Sogar ein echter Lostplace liegt an der Route. Die ehemalige Kampfbahn Klutert nämlich. Als Fan von verlassenen Orten hatte ich mich vor allem darauf ganz besonders gefreut. Die weite überwucherte Fläche mit den Torskeletten und den einzelenn verlassenen Gebäuden hat schon Charme. Kaum noch vorstellbar, dass hier einst Wettkämpfe stattfanden. Wir haben uns hier ein wenig mehr Zeit genommen um das Areal zu erkunden. Schön, dass das so möglich ist. Sonst sind ja selbst die verkommensten verlassenen Orte noch irgendwie abgesperrt. Durch das alte Drehtor verlässt man die Kampfbahn wieder und schllägt den Weg zurück in die Stadt ein.

Der letzte Abschnitt des Urban Trails trägt dem Namen wieder Rechnung und ist ausgesprochen urban. Es ist aber ein wirklich schönes Viertel mit kleinen Läden, Cafés und alten Häusern, die teils hübsch hergerichtet wurden. Alles hier wirkt leicht alternativ und sehr keativ. Die Route nimmt hier einige Schlenker, die für uns jetzt nicht so viel Sinn ergeben haben, aber es gibt einiges zu sehen unterwegs. Daher geht das in Ordnung. Die Abwechslung macht einen großen Teil vom Reiz dieses Abschnitts aus. Unser Wandertag war ein Sonntag und natürlich bei Tag. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier abends so einiges los ist.

Durch ruhige Straßen erreicht man so bald wieder den Hagener Bahnhof, wo der Trail begonnen hat und nun auch endet. Übrigens auch eine feine Sache am Hagener Urban Trail: er ist ein Rundweg. Ich persönlich mag Rundtouren einfach lieber. Da weiß man gleich zu Anfang, wie man hin und auch wieder weg kommt und muss nicht noch schauen, wie man von einem anderen Endpunkt wieder zurückkommt.
Insgesamt hat uns der Urban Trail Hagen gut gefallen. Der größte Teil des Trails führt durchs Grüne, die Abschnitte in der Stadt bieten einiges an Schauwert. Langeweile kommt hier also nicht auf. Es gibt einen spürbaren Anstieg hinauf zum Bismarckturm, davon abgesehen ist die Strecke leicht zu gehen. Eine ideale Runde also um Hagen ein wenig besser kennenzulernen.
| Name | Urban.Trail Hagen – Hagens Höhe.Punkte (GPX) |
| Länge | ca 10 km |
| Auf- & Abstieg | ↑ 290 ↓ 200 |
| Start- & Zielpunkt | Bahnhof Hagen |
| Wegbeschaffenheit | durchgängig gut begehbare Wege, teils Waldwege |
| Aktualität | 06 / 2026 |
