Einer der meistgelesenen Artikel auf meinem Blog, ist der zur Ghostbusterstour am Reesberg.
Diese Mär um den angeblichen Spukort scheint viele Menschen zu interessieren.
Damals in 2022 gab es sogar in den lokalen Medien eine Reportage dazu, weshalb ich direkt losgegangen bin.
Inzwischen gibt es online deutlich mehr dazu zu finden, sogar in den einschlägigen Foren.
Schon damals hatte ich beschlossen, irgendwann nochmal herzukommen. Als ich dann vor wenigen Wochen per Mail eine Anfrage zu dem Geister-Thema am Reesberg bekam, rückte der zweite Besuch höher auf der Liste.
An einem sonnigen Sonntag brauchte es eine eher kürzere Tour und da fiel die Wahl auf eine zweite Runde Geisterjagd am Reesberg, die nun auch den Doberg einschließen sollte.
Mit rund 9,7 km passt die Wanderung auch noch gut hinter den Nachmittagskaffee.
Geparkt haben wir am Steinlandweg am Reesberg.

Vom Auto aus läuft man eine kleine Weile zwischen Feldern entlang, wobei der Wald bereits in Sichtweite ist. Dort angekommen gelangt man auf einen Weg, der an einer kleinen Schlucht entlangführt. Bekanntlich bin ich eher nicht der Fan von Touren vor der Haustür, daher überraschen mich solche Entdeckungen doch immer wieder. Der Blick hinunter ist schon etwas beeindruckend und wir waren tatsächlich alleine auf dem Weg, obwohl die Nachbarschaft gar nicht so weit entfernt ist. Hier am Reesberg fand damals meine erste Geisterjagd statt, daher haben wir hier nicht noch einmal gesucht. Gespürt haben wir ebenfalls nichts.
So haben wir einfach das schöne Wetter ausgekostet, das für diesen Tag gar nicht angesagt gewesen war.

Als Autofahrer wird mir jedes Mal flau, wenn ich auf einer Brücke Menschen stehen sehe. Andererseits stehe ich selbst gerne dort oben und schaue dem Verkehr zu, vor allem auf Autobahnbrücken. Autobahnen haben für mich eine gewisse Symbolik. Es sind Straßen, auf denen man schnell überall hinkommen kann. Das spricht meine Sehnsucht danach an, immer unterwegs sein zu können. So ergab sich auch auf dieser Brücke ein kurzer Stopp. Viel Betrieb herrschte nicht auf der A30.
Kurz nach der Brücke überquerten wir dann noch den Brandbach, der friedlich vor sich hin plätscherte. Wir schauen immer nach Bächen und Flüssen, die sich für eine Tour mit dem SUP eignen würden, doch der Brandbach ist deutlich zu schmal dafür.

Anschließend hat man erneut Feldwege vor sich, dann aber auch ein kurzes Stück Ortschaft, denn man streift Südlengern. Viel zu sehen gibt es auf diesem Abschnitt nicht, außer einem großen Globus aus Metall vor einem Reisebüro. Den haben wir uns kurz angeschaut. Hier ist man natürlich auf Asphalt unterwegs, doch das ändert sich bald wieder. Es geht nun immer weiter in Richtung Doberg. Das Hauptaugenmerk bei dieser Geisterjagd lag nicht auf dem Reesberg, sondern auf dem Doberg. In der Anfrage wurde sich nach einer Klippe in der Gegend des Reesbergs erkundigt und für mich kam da einzig der Doberg infrage. Klippiger wird es in der Region nirgends.

Das letzte Stück zum Doberg überraschte uns mit einem erstaunlich wilden und schmalen Pfad, was ein weiterer Pluspunkt für diese kurze Wanderung war. Dann hatten wir den Doberg mit den Felsen auch schon erreicht. Der Doberg ist (natürlich) ein Naturschutzgebiet. Einst wurde hier Mergel abgebaut, doch das Gebiet machte sich schnell auch einen Namen als ergiebige Fundstätte von Fossilien. Vor mehreren Jahren war alles noch frei zugänglich und es kam nicht selten vor, dass sogar Spaziergänger Fossilien fanden. Inzwischen sind die Felsen mit einem Zaun abgesperrt, der Sandstein soll nicht weiter abgetragen werden. Außerdem dürfte es gefährlich sein, auf den Felsen herumzuturnen. Verständlich, irgendwo aber auch schade. Wenn du dir Fossilien anschauen möchtest, die am Doberg gefunden wurden, dann ist vielleicht das nahegelegene Dobergmuseum ein Tipp für dich!


Hier am Doberg kam dann die eigens installierte Geisterjäger-App endlich zum Einsatz. Damals am Reesberg hatte ich eine andere App genutzt und keinen Geist angetroffen. Darum sollte dieses Mal diese App richten. Sie hat auch wirklich etwas angezeigt, das ein „Geist“ oÄ sein sollte, allerdings braucht man dafür schon einen sehr festen Glauben. Daher sind diese Geisterjagden auch eher als kleiner Spass während einer Wanderung gedacht. Aber ich bin fröhlich mit der App und dem Handy vor der Nase auf der Wiese und an den Felsen umher gelaufen. Sogar Maik habe ich kurz „abgeleuchtet“, doch zum Glück hat er sich nicht als übersinnliche Erscheinung entpuppt. Abseits der App haben wir beide auch nichts Übersinnliches wahrgenommen. Aber so konnte ich dem Fragesteller von der eMail auf jeden Fall eine vernünftige Antwort schicken.

Am Bach entlang wird es nach dem Doberg bald wieder dörflicher und man läuft an einigen Straßen entlang. Es gibt ein paar hübsche Höfe zu sehen und an einem steht sogar ein aus Holz geschnitzer Bär. Er steht an der Grundstücksgrenze des Hofs und ich denke, dort darf man schon langgehen um sich den Bären anzuschauen. Wir wurden jedenfalls nicht verscheucht und haben in Ruhe ein paar Fotos machen können. Auf dem Hof selber hat man natürlich nichts verloren, aber das sollte eh klar sein.
Einen minimalen Anstieg gilt es anschließend noch zu bewältigen, aber den schafft mit Sicherheit jeder. Das Auto ist hier bereits fast in Sichtweite und somit ist der Endspurt eingeläutet.

Auch die zweite Geisterjagd, dieses Mal am Rees- und dem Doberg, ist wieder ohne Ergebnis geendet. Vielleicht muss man nachts herkommen, das wäre eventuell noch eine Idee, über die es sich nachzudenken lohnt. Von diesem Misserfolg abgesehen hat uns die kurze Runde aber doch mit einigen schönen Wegen und einer Hand voll kleiner Highlights überrascht. Für einen Sonntagsspaziergang ist sie eine prima Route!
| Name | Geisterjagd an Rees- und Doberg – 2. Versuch (GPX) |
| Länge | ca 9,7 km |
| Auf- & Abstieg | ↑ 170 ↓ 170 |
| Start- & Zielpunkt | Steinlandweg, Reesberg |
| Wegbeschaffenheit | bequeme Wald- und Wanderwege, teils Asphalt |
| Aktualität | 02 / 2026 |
