Hüttentour im Flachland – Die Wälder von Schlangen-Oesterholz

Kürzlich durften wir für eine Nacht die erste Trekkingplattform im Teutoburger Wald testen. Den Erlebnisbericht findest du hier
Solche Plattformen sind natürlich vor allem dafür gedacht, Wanderern oder Radlern einen erlaubten Platz für ihr Zelt anzubieten.
Da wir faul mit dem Auto angereist waren, sollte es aber am nächsten Tag noch eine kleine Tour direkt von der Trekkingplattform aus geben um auch ein wenig die Umgebung zu erkunden. Vielleicht ist es ja auch eine Wanderung für dich, wenn du nicht gleich auf einen Fernwanderweg starten und trotzdem eine Nacht draußen verbringen möchtest.

Hier nochmal ein paar Fotos von unserer Übernachtung auf dem Trekkingplatz, damit du dir direkt ein Bild machen kannst.

Der Startpunkt ist wie gesagt das ehemalige Jagdschloss in Schlangen-Oesterholz, in dessen Garten sich die Trekkingplattform befindet. Die Strecke ist ziemlich genau 15 km lang und kommt ohne allzu anstrengende Anstiege aus.

Vom Jagdschloss aus gilt es zunächst rund 1,5 Kilometer entlang einer gut befahrenen Straße zu bewältigen. An der Ecke gibt es eine Bushaltestelle. Sie wird sogar am Wochenende angefahren, wenn auch teils mit großen Zeitabständen. Wenn du also in Schlangen noch etwas besorgen musst / möchtest oder am Tag nach deiner Übernachtung mit den Öffis abreisen möchtest, ist dies deine Haltestelle.
Die Route führt nach links weg und bleibt dabei zunächst noch auf Asphalt. Eine „Postkutsche“ markiert schließlich den Punkt, an dem man links abbiegt und dem Wald näher kommt.

An unserem Wandertag war Regen angesagt gewesen und anfangs sah es tatsächlich auch leider danach aus. In der Ferne konnte man es sogar regnen sehen. Zum Glück war es recht windig und der Wind schien die Regenwolken auf Abstand zu halten. Der geschotterte Weg entlang enes Maisfelds endet bald am Waldrand und sofort wird der Untergrund angenehmer zu laufen.
Besonders ich war darüber sehr froh, denn fester Untergrund ist nichts für meine Füße. Jedenfalls nicht für lange Zeit.
Die erste kleine Hütte für eine Rast ist bald erreicht. Hütten finden sich auf der Route so einige. Es ist eine echte kleine „Hüttentour“.

Die ersten Höhenmeter lassen ebenfalls nicht lange auf sich warten, es hält sich aber in völlig erträglichem Rahmen. Außerdem taucht man dabei immer mehr in den Wald ein. Hier und da gibt es zwar leichten Kahlschlag zu sehen, aber nicht so sehr, dass es die Landschaft verschandeln würde. Das kenne ich von diverse Wanderungen defintiv anders. Irgendwie fand ich sogar, dass die einzelnen gerupften Stellen der Landschaft einen besonderen Look verliehen. Nicht so komplett niedergemäht wie bei mir zuhause so oft, sondern so als ließe man der Natur hier die Chance, wieder nachzukommen.

Der Barnacken ist mit seinen 446 m der höchste Berg im Teutoburger Wald. Kurz unterhalb des Gipfels steht die Barnackenhütte. Bei der Planung der Wanderung hatte ich gelesen, die Barnackenhütte sei ebenalls eine Schutzhütte. So wie die am Anfang der Runde. Allerdings stand ein Auto davr geparkt und als ich näher an die Hütte ging, kam mir ein grummelig wirkender Mann entgegen. Mein Gruß blieb unerwidert. Es gibt schon unhöfliche Menschen. Jedenfalls hatte der Mann etwas in der Hütte zu tun, die auch irgendwie abgeschlossen wirkte. Daher bin ich nicht mehr davon überzeugt, dass es einfach eine Schutzhütte ist.

Nachdem es bisher wirklich entspannt zuging, holte die Tour auf der zweiten Hälfte plötzlich die Abenteuerkeule heraus. Der Trampelpfad zwischen den Tannen hindurch ist sehr schmal und wurzelig und hat leichtes Gefälle. Da muss man schon etwas aufpassen, wohin man tritt. Abgelöst wurde der Parcours von einem Wiesenpfad, den man so gut wie gar nicht erkennen konnte. Darum ist die Wanderung eventuell eher etwas für die weniger üppig bewachsene Jahreszeit. Mir reichte das Grün locker bis zur Hüfte.

Über das erste Schild mit dem Hinweis auf eine Baustelle haben wir noch gelacht, denn dahinter lag nichts weiter als eine Wiese. Ein paar Meter weiter löste das Rätsel sich dann auf. Es gibt dort wirklich eine Baustelle. Hier werden insgesamt ganze fünf Windräder errichtet. Das Areal kann man schon gut erkennen, die Windräder fehlten bei unserer Tour noch. Lange wird es aber sicher nicht mehr dauern. Ich habe nichts gegen Windräder und finde sie sogar ganz cool. So nahe an eine Windradbaustelle kommt man außerdem selten heran. Das Infoschild war tatsächlich ganz interessant.

Der letzte Anstieg führt auch zur letzten Hütte. Die war zwar ebenfalls verschlossen, aber es gint einen gemütlichen Sitzplatz und sogar eine Toilette. Leider war die genauso zu wie die Hütte an sich. Ein Plakat mit einem geschmacklosen Gedicht lässt darauf schließen, dass die Hütte einer Jägerschaft gehört. Entsprechend wird sie wohl nie einfach so offen stehen. Aber hübsch ist sie und für uns war sie der ideale Pausenplatz. Inzwischen traute sich auch die Sonne langsam mal aus den Wolken. Das Thema Regen schien wohl vom Tisch zu sein. Perfekt!

Ein uriger Hohlweg führt wenig später zurück zum Waldrand, wo die Runde zu Beginn endlich grüner wurde. Nun war die Sonne so richtig da und die Sonnenblumen leuchteten mit ihr um die Wette. Den blauen Himmel hätte ich gerne auch etwas früher gehabt. Aber so langsam werden wir uns wohl an trübe Touren gewöhnen müssen, der Herbs scharrt gefühlt bereits mit den Hufen. Ich darf gar nicht daran denken.
Um die 1,5 km zurück zum ehemaligen Jagdschloss und der Trekkingplattform kommt man auch auf dem Rückweg nicht herum.Wer mag, kann sie auf einem sehr, sehr schmalen Wiesenstreifen auf der anderen Seite laufen. Wegen der Abwechslung und so. Uns waren dort die Autos aberdoch zu nahe

Insgesamt eine nette Runde, die vor allem mit Natur und Landschaft punkten kann. Ein Abschnitt ist von Wildwuchs betroffen, das ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack. Außer den Hütten und der Windradbaustelle gibt es leider nichts weiter zu entdecken. Aber für eine spaßige „Hüttentour“ im kompletten Flachland reicht es. Man muss nicht unbedingt in die Berge um von Hüte zu Hütte zu wandern.

NameHüttentour im Flachland – Die Wälder von Schlangen-Oesterholz (GPX)
Länge15 km
Auf- & Abstieg↑ 320 ↓ 290
Start- & ZielpunktJagdschloss Schlangen-Oesterholz
Wegbeschaffenheitfür zwei Abschnitte ist Trittsicherheit nötig, ansonsten gemütliche Wanderwege
Aktualität08 / 26
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